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Meine Südstadt wird vier

Dienstag, 15. April 2014 | Text: Elke Tonscheidt | Bild: designwork

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Ist der Mann visionär? Zumindest hat er Visionen. Andreas Moll weiß, dass man bei meinesuedstadt.de nicht mal eben Millionen machen kann. Aber er weiß auch: Die Leute honorieren authentischen Journalismus. Sie folgen einer Berichterstattung, die glaubhaft ist. Sie wollen dass man sich um Themen vor ihrer Türe kümmert. Und sie geben viele Rückmeldungen. Allein mehr als zehn Menschen melden sich täglich direkt bei ihm – rufen an, mailen, kommen vorbei. Nur um sich mit ihm über das auszutauschen, was meinesuedstadt.de fünfmal die Woche von montags bis freitags veröffentlicht. Einiges von dem, was Andreas da so hört, fließt bekanntlich in seinen lunchletter, den allein fast 2.000 Leute werktäglich konsumieren.

Wer mit Andreas und den beiden anderen meinesuedstadt.de-Gründern spricht, wird stets raus hören: Auch Tamara Soliz und Dirk Gebhardt wissen, was sie da in nun vier Jahren Online-Journalismus erfolgreich auf die Beine gestellt haben. Die Südstadt hat ein Gesicht mit vielen Facetten bekommen, fast 1.500 Tage haben ihre Spuren hinterlassen. Und auch das Trio ist älter geworden. Über ihre Erfahrungen sprechen sie gern; v.a. darüber, was noch nicht geklappt hat. Denn die drei bleiben gern auf dem Teppich. Selbst wenn man den im Büro auf der Annostraße, wo ich Andreas treffe, vergeblich suchen wird. Nur Pepples, die Bürohündin, darf sich auf einem Stuhl wollig einmuckeln.

Dirk, der Fotograf, wird am deutlichsten, wenn er im Rückblick seine „vollkommene Selbstüberschätzung“ beschreibt: „Stell Dir vor, Du machst mal ein kleines Nebenprojekt im Leben auf. Eine Online-Lokalzeitung. Dachtest, das schafft man locker mit vier Stunden Arbeit in der Woche. Falsch gedacht. In weniger als zwei Monaten war mir das Projekt über den Kopf gewachsen. Sechs Stunden täglich, fotografieren, programmieren und organisieren. Unzählige Telefonate: Termine vereinbaren, Redakteure finden, Kunden betreuen. Dazu das Leben eines selbstständigen Fotografen, ein Job als Professor und Familie.“

Wer sich wie Dirk mit „16-Stunden-Arbeitstagen, Schlaflosigkeit und am Ende totaler Ermüdung“ herumschlägt, freut sich natürlich, wenn jedoch das Projekt stetig voran kommt. Das beweisen allein die nackten Zahlen:

48 Monate – 4.000 Besucher pro Tag- 11.255 Klicks am Tag – 205 Wochenend-Tipps – 3900 Tassen Kaffee oder Tee – 198 Redaktionssitzungen – 940 Lunch-Newsletter – 4200 Fotos – 3650 Artikel – 25758 Termine – 5116 Adressen – 107 Partner

Was braucht ein so akzeptierter, ja vor Ort fast geliebter Journalismus, um den Durchbruch zu schaffen? „Ein Köln weit agierendes Unternehmen, das die Kraft eines hyperlokalen Portals verstanden hat“, sagt Andreas Moll. Mit vielen dieser etablierten Firmen sind sie auch seit langem in Kontakt. „Ich bin mir sicher“, ergänzt er, „dass in dem Moment, wo sich der Erste bekennt, der Dominoeffekt eintritt und sehr schnell sehr viel passiert.“

In der Zwischenzeit wollen die Gründer und ihr großes Team – mehr als zwei Dutzend Redakteure sind dabei – noch besser werden. Tamara Soliz will künftig noch multimedialer sein, sprich mehr Bild/Film/Ton in guter Qualität anbieten. Sie führt als gelungenes Beispiel das vielbeachtete Video von Johann, dem Landschaftsgärtner. Auch von Kooperationen mit Institutionen wie dem Studiengang Online-Redakteur der FH Köln, der Kunsthochschule für Medien und der Kölner Journalistenschule verspricht sie sich viel.

Und die quirlige Redaktionsleiterin streckt ihre Fühler weiter aus: Sie wollen zum Kölner Süden gehörende Viertel wie Rheinauhafen, Pantaleons Viertel oder Bayenthal noch tiefer beackern. Und sie sind dabei, sogenannte „Veedels-Korrespondenten“ aufzubauen, wie Andreas sie salopp beschreibt: „Leute, die bei sich vor der Haustür das Gras wachsen hören, das mitteilen können; die würden uns super verstärken.“ Wobei er weiß, wie viel Glück sie jetzt schon haben, ein so kompetentes und engagiertes Team an Bord zu haben. Da die Kollegen aber alle „nebenbei“ ihre festen Jobs haben, sind auch deren Kräfte limitiert. Wer also mitmachen will – dafür muss man eben nicht direkt in der Südstadt leben – ist herzlich willkommen! Auch thematisch, sagt Tamara, ist viel Neues denkbar: „Wir würden gern noch mehr die Themen Familie, Lifestyle und Sport aufgreifen!“

Wo steht meinesuedstadt.de in vier Jahren? Grundsätzlich, glaubt Andreas, gibt es dann ein „Köln-weites Netz von meinnippes über meinmülheim bis meinwiddersdorf“. Unsere Strahlkraft ist groߓ, versichert er und weiß, wie einzigartig das Projekt ist. Nicht nur in Köln, auch bundesweit. Zwar gebe es überall erfreulicherweise andere Beispiele, kein Blog sei jedoch so vielfältig wie eben meinesuedstadt.de „Viele Blogs in anderen Städten werden rege von Einzelnen gemacht, keiner verfügt aber über ein so großes, festes Ensemble wie wir.“

Das Branchenblatt „Der Journalist“ hat 2013 eine Analyse über hyperlokale Webseiten veröffentlicht. Darin heißt es abschließend: „Vielleicht machen die Verlage auch gar nichts. Und in ganz Deutschland bauen Hunderte Journalisten nebenberuflich hyperlokale Seiten auf und vermarkten sie selbst. Oder ein Blog-Vermarkter nimmt sich der Sache an. Oder ein US-Investor aus einer anderen Branche eröffnet in den zehn größten Städten Deutschlands hyperlokale Blogs. Oder Google bietet Lokal-News mit Partnermodell an.“

Möglichkeiten gibt es also viele. Man darf gespannt sein, wer die bereits sich anbietenden Enden professionell zu einem Ganzen zusammen führen wird.
 

Text: Elke Tonscheidt

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