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Sport

„Mia san mia“ oder doch verkappte Chinesen – Original oder Kopie?

Montag, 4. März 2013 | Text: Roger Lenhard | Bild: DesignWork, Köln

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Der große Fußballlehrer Hennes Weisweiler beschrieb den Rahmen des Fußballspiels mit den Worten: „Zwischen den beiden Punkten Tore erzielen und Tore verhindern, zwischen Angriff und Abwehr, Freilaufen und Decken bewegt sich unser Spiel.“

 

Dass dieser Rahmen in sehr unterschiedlicher Art und Weise ausgefüllt werden kann, versteht sich von selbst. Immer wieder schafften es herausragende Trainerpersönlichkeiten mit ihrem Spielsystem, ihrer Zeit den Stempel aufzudrücken. In den 60er Jahren war Inter Mailand mit einem extrem defensiven Konzept unter dem Trainer Herrera mit drei Verteidigern und fünf defensiven Mittelfeldspielern und zwei Stürmen stilbildend. Inter holte mit dem „Catenaccio“ zweimal den Pokal der Landesmeister und wurde Weltpokalsieger. Diese Spielphilosophie wurde von Ajax Amsterdam mit Rinus Michels als Trainer 1973 regelrecht zerlegt, als Ajax Amsterdam Inter Mailand im Landesmeisterwettbewerb mit 6-0 abfertigte. Die Holländer holten mit ihrem offensiven „Totaalvoetbal“ dreimal den Pokal der Landesmeister. Herausragende Spielerpersönlichkeit war Johan Cruyff, der die Ideen des totalen Fußballs als Trainer des FC Barcelona (1988-1996) erfolgreich in das Spiel der Spanier implantierte. Der verlängerte Arm des Trainers auf dem Spielfeld hieß Pep Guardiola, der wiederum die Vorstellungen Cruyffs – nun selber Trainer vom FC Barcelona – aufgriff und zum sogenannten Tiki Taka weiter entwickelte. In seiner Zeit von 2008-2012 holte Guardiola 14 nationale und internationale Titel, darunter zweimal die Champions-League und zweimal die Fifa Klubweltmeisterschaft.

Gute Trainer haben zu allen Zeiten gewinnbringende Strategien anderer Trainer aufgegriffen und in ihre Trainingsarbeit einfließen lassen. So hat sicherlich Jürgen Klopp neben anderen auch die Ideen der spanischen Art des Fußballspiels in seine Arbeit als Trainer einfließen lassen. Er hat mit Dortmund keinen eigenen Stil entwickelt, sondern unter anderem Elemente des Tiki Taka aufgenommen und pragmatisch an die eigenen Möglichkeiten der Dortmunder Verhältnisse angepasst. Das kann man als Leistung nicht hoch genug bewerten. Nach der Pokalpleite überraschte Jürgen Klopp mit der kühnen Aussage, der FC Bayern München mit seinem Trainer Jupp Heynckes kopiere das System des BVB, um erfolgreich sein zu können. Ganz so wie die Chinesen Produkte abkupfern, ohne eine eigene Idee beizusteuern. Dieser Vorwurf ist in zweierlei Hinsicht abwegig. Wie alle anderen Sportarten entwickelt der Fußball sich beständig weiter. Alte Ideen werden durch neue ergänzt. Sie werden von Trainern und Spielern aufgegriffen und weitergereicht. Jupp Heynckes war als Aktiver ein wichtiger Spieler jener legendären Fohlenelf unter Hennes Weisweiler, welche mit ihrem berauschenden Offensivgeist die Massen verzückte und wird auch die Spielweisen der großen Teams jener Zeit – Mailand, Amsterdam, Liverpool und Bayern München – wahrgenommen haben. Als Trainer war Heynckes in Deutschland, Spanien und Portugal tätig und gewann mit Real Madrid die Champions League. Er wird den großartigen Fußball der innovativen Cruyff in Barcelona und Arrigo Sacchi in Mailand genauestens studiert haben. All das hat den Fußballlehrer geprägt, und aus diesem ungeheuren Fundus kann er aktuell schöpfen.

Dass die Dortmunder Erfolge auch zur Korrektur des Bayernspiels beigetragen haben, steht außer Frage. Das hat jedoch keineswegs mit plumper Nachahmung zu tun, sondern mit Lernfähigkeit. Ganz vermessen ist aber etwas anderes. Klopp suggeriert mit dem Vorwurf, er sei der alleinige Schöpfer der Dortmunder Spielphilosophie. Was natürlich Unfug ist. Die Viererkette, das Offensivpressing, das rasante Kurzpassspiel und das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff haben schon andere Mannschaften praktiziert, und Klopp hat sich wie aus einem Baukasten all dieser Elemente bedient. Klopps außergewöhnliche Qualität ist es, aus all diesen Ideen ein schlüssiges Konzept entwickelt zu haben, das wie maßgeschneidert zum BVB passt. Zwei Meisterschaften und ein Pokalsieg waren der verdiente Lohn. In diesem Jahr reicht es in der Bundesliga gegen die stark verbesserten Münchener nicht mehr aus, und der BVB muss sich nun durch Neuverpflichtungen und Systemoptimierung weiterentwickeln.

Nebenbei bemerkt spielten die Münchener in dieser Begegnung nicht in der Art des BVB, sondern agierten häufig mit langen Bällen, die die schwarz-gelbe Abwehr ein ums andere Mal in Verlegenheit brachten. Klopp war ein ebenso schlechter Verlierer (als guter Verlierer kommt man wohl auch nicht so weit) wie der FC Bayern in seiner Großmäuligkeit nach dem Spiel kein guter Gewinner war.

Text: Roger Lenhard

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