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Lükes Liebes Leben

Närrisch im Kleinwagen

Montag, 8. Februar 2021 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Letzten Mittwoch gingen nachmittags zwei seltsame Gestalten an meinem Fenster vorbei. Ein Funke im roten Kostüm, der von einem keck gewandeten Mariechen begleitet wurde. Echte Exoten in diesen trüben Zeiten.

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Was internationale Küche angeht, konnte die Südstadt über ein zu knappes Angebot eigentlich noch nie klagen – und trotzdem gelang es Daniel…

Ich merke zunehmend, dass mir das Vorglühen auf die Tollen Tage doch mehr fehlt, als ich das erwartet hätte. Nicht, dass ich als Westfale im närrischen Advent schon Luftschlangen in der Küche hätte oder bei mir von früh bis spät Karnevalsmucke aus den Boxen dröhnte. Was mir fehlt, ist diese wunderbare Gleichzeitigkeit von schnödem Alltag und närrischem Treiben, die es nur in den Wochen vor Weiberfastnacht gibt. Wenn in Bus und Bahn Werktätige auf dem Heimweg neben Kostümierten sitzen, die unterwegs zu irgendeiner Karnevalsitzung sind. Ich hab´ mir beim Espresso vorm Ludari auf der Severinstraße auch immer gern angeschaut, wie irgendwelche Funken in vollem Wichs nachmittags von ihren Gattinnen vorm Brauhaus ausgeladen wurden, wo man sich gern zum Vorglühen traf, bevor es dann per Bus in den Gürzenich oder einen anderen Tempel der unbändigen Heiterkeit ging. Selbst die Karnervals-Deko im Altenheim bei mir gegenüber, die sonst unmittelbar auf das Weihnachts-Gedöns folgte, fehlt mir irgendwie.

Radio an, Fenster zu, nicht hupen!

Bleibt die Frage, was der Funke und sein Mariechen am Mittwoch im Sinn hatten. Einfach mal ein stiller Protestmarsch gegen den Trübsinn in der Südstadt? Aber sie waren irgendwie sehr zielstrebig unterwegs. Vielleicht ja auch nur zum Parkplatz, um mit ihrem PKW zu einer Sitzung am Südstadion zu fahren. Ich hab erst nicht glauben können, dass es sowas wirklich geben könnte. Aber als ich den Titel (Achtung Geniestreich!) „Carneval“ las, dämmerte mir, es war ernst gemeint. Seit dem 29. Januar finden auf dem Parkplatz wahrhaftig närrische Auto-Sitzungen statt, bei denen die üblichen Combos des Kölner Karnevals auf einer Bühne ihr Liedgut vortragen. Das Publikum soll möglichst kostümiert erscheinen und natürlich bester Laune sein. Wer etwas spät dran ist, keinen (Sicht-)Platz mehr in den vorderen Reihen ergattert oder hinter einem Wohnmobil zu stehen kommt, muss sich nicht grämen. Die Betroffenen können die Sause auf eigens errichteten LED-Wänden verfolgen. Die Wagenfenster müssen allerdings geschossen bleiben. Die Übertragung der Musik erfolgt übers Autoradio. Gehupt werden darf auch nicht. Dafür gibt’s aber vor Ort Snacks und Getränke, die ans Auto gebracht und irgendwie kontaktarm überreicht werden. Heißt das, man darf in seinem Wagen kein Kölsch und Kartoffelsalat von daheim mitbringen? Wird das kontrolliert?

Ermäßigte Rückbank-Tickets

So sehr ich jedem Unterhaltungskünstler, der den Großteil seines Lebensunterhaltes im Karneval verdient, in diesen trüben Zeiten von Herzen jeden Cent gönne – irgendwo hört doch der Spaß auf. Oder fängt gar nicht erst an. Soweit ich Immi auch nur minimal was vom Fastelovend verstanden habe, hat das mit gediegen alkoholisierten Gesellschaften zu tun, die man vorher schon hat oder je nach Bedarf während der Tollen Tage in jeder Kneipe findet. Die Vorstellung, mich kostümiert in meine Blechkiste zu setzen, auf einer Brache bei trübem Wetter stocknüchtern (man muss ja noch fahren) Musik im Radio zu hören, dazu auf einem Bildschirm ein Bühnengeschehen zu verfolgen und dabei im Innenraum des Kleinwagens ekstatisch mit Luftschlangen und Konfetti um mich zu werfen, finde ich schlicht gruselig. Aber womöglich fehlt mir einfach nur der unbändige Drang eines eingefleischten Jecken, in der aktuellen Tristesse aber auch jedes Angebot dankbar anzunehmen, das irgendwie nach Karneval aussehen soll. Und diese Triebtäter soll es ja geben. Wie zu lesen stand, ist der Parkplatz regelmäßig gut besucht. Dabei ist die Sause nicht eben preiswert. Pro Auto musste man für die Veranstaltung an Weiberfastnacht im Vorverkauf knapp 80 Euro überweisen. Die gelten allerdings nur für die vorderen beiden Plätze. So man coronakonform in Kleingruppe feiern wollte, mussten zusätzlich Tickets für die Rückbank erwerben. Gab es aber schon für schlappe 29 Euro. Vielleicht raffe ich mich ja doch noch auf und sehe mir als Fußgänger diese absurde Versuchsanordnung der Heiterkeit mal aus der Nähe an. Die Gelegenheit sollte ich mir eigentlich nicht entgehen lassen. Im nächsten Jahr wird es das ja wohl hoffentlich nicht mehr geben.

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Das ODEON, unser Kino in der Südstadt. Nach einer bewegten Geschichte, unter anderem als Theater der Kölner Ikone Trude Herr, ist das ODEON…

Postkarte aus Hückeswagen

Ansonsten werde ich an Karneval (in jeder Hinsicht) unmaskiert schön daheim bleiben, zum Buch greifen oder Radio hören. Vielleicht sogar WDR 3. Lag doch unlängst eine Postkarte unseres Ortsheimatsenders in meinem Briefkasten mit der Aufforderung, rückseitig meine drei Lieblingstücke der Klassischen Musik anzugeben. Ausgefüllt soll ich die Karte in einen Postkasten stecken, wobei der WDR generös das Porto übernimmt. Aus den Einsendungen will man bei WDR3 dann eine Hitparade erstellen, die ab dem 3. März drei Tage lang auf der Welle erklingen soll. Ist ja rührend. Hörerbindung per Postkarte im Jahre 2021! Das gab´s im letzten Jahrtausend in den ersten Jahren der ZDF Hitparade. Ich freue mich schon, wenn dann für Kurt Scholz aus Hückeswagen „Eine kleine Nachmusik“ erklingt und sich zudem Gerlinde Hasenholz aus Brackwede mit „Für Elise“ durchgesetzt hat. Ich würd´ es ihnen gönnen. Gibt ja nichts Tolleres, als den eigenen Namen mal im Radio zu hören.

Text: Reinhard Lüke

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