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Kolumne

Nicht gerade zum Schießen…

Mittwoch, 24. November 2010 | Text: be süd

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Man kann sich seine Nachbarn nicht immer aussuchen. Schade eigentlich! Ausnahmsweise spreche ich heute mal nicht von meinen Nachbarn im Haus, obwohl ich sie gerne allesamt austauschen würde. Dann würde ich mir statt kalten, unglücklichen Erwachsenen fröhliche Kinder wünschen.

Man kann sich seine Nachbarn nicht immer aussuchen. Schade eigentlich! Ausnahmsweise spreche ich heute mal nicht von meinen Nachbarn im Haus, obwohl ich sie gerne allesamt austauschen würde. Dann würde ich mir statt kalten, unglücklichen Erwachsenen fröhliche Kinder wünschen. An Stelle von egoistischen „Wir finden zu zweit in einer 130-Quadratmeter-Wohnung keine Ruhezone“-Menschen, welche, die sich gegenseitig und vor allem mich und mir wichtige Menschen achten und respektieren.

 

Statt um 19:30 Uhr zu hören: „Machen sie die Kinderkassette leiser!“ das liebevolle Lächeln kinderfreundlicher Nachbarn. Ach, wenn Wünsche nur wahr würden! Aber ich will ja gar nicht über meine ungeliebten, unglaublich egoistischen, kleingeistigen Nachbarn sprechen. Nein. Nur eins muss ich noch loswerden. Ich staune, dass die ganze Südstadt wegen der Eröffnung eines Waffen-Geschäftes aufschreit, mein Nachbar aber schon wegen einer Kinderkassette am Nachmittag um drei. Unfassbar! Also. Wo kann man täuschend echte “Softgun“- Waffen für Jugendliche ab 14 Jahren, Pfefferspray und Elektroschocker, eine Teleskop Peitsche und Camouflage-Kleidung bekommen? Nein, nicht in Chorweiler. Nicht in Kalk, auch nicht in Vingst. Seit dieser Woche haben wir unseren eigenen „Outdoor“-Shop im Viertel. Sind Sie geschockt? Erstaunt? Oder vielleicht begeistert? Es gibt viele, die begeistert sind. Sie konnten kaum die Eröffnung erwarten. Sie dürfen hier zwar nicht alleine einkaufen, denn sie sind Minderjährige (das stimmt nicht ganz, es gibt auch Softguns ohne Alterbeschränkung und Stahlkugel-Schleudern für die ganz Kleinen, versteht sich), aber begeistert waren sie. Ich habe sie gesehen, wie sie mit leuchtenden Augen, ihre Nasen platt ans Schaufenster gedrückt, auf die Auslagen schauten und sich vor Freude kaum beruhigen konnten. So ähnlich wie in einem Süßigkeitenladen. Sie diktierten ihren Eltern direkt die Objekte für den Weihnachtswunschzettel: „…und dann wünsche ich mir ein Pfefferspray und eine Softgun und – boah, die teleskop-Peitsche ist cool – und ich brauch‘ unbedingt ein Stahllkugelschleuder!!!!“ Ich sehe die verzweifelten Eltern mit Leucht-Blitz sprühenden Augen Richtung Verkäufer schießen und wundere mich darüber, wer um alles in der Welt auf die Idee kommt, in unserer ach so friedliebenden, öko-bewussten, Bäume am Rheinufer rettenden Südstadt einen Waffen-, Entschuldigung, einen „Defense-Outdoor“-Laden zu eröffnen. Wo wir früher das Inferno hatten, ist jetzt die Hölle los. Was soll ich davon halten? Jetzt kann man auf der Elsaßstraße erstmals einen Café au lait beim Franzosen trinken, sich mit Bio-Farbe die Haare färben lassen, edlen Artdeco Schmuck für die Liebste kaufen, ein Familienfoto für die Großeltern beim Südstadt-Fotografen schießen lassen und sich fürs Kriegsspiel im „Outdoor Defense“-Geschäft eindecken! Da soll einer mal sagen, bei uns gibt’s keine Vielfalt! Ich muss jetzt da rein – und mir läuft es kalt den Rücken runter. „Entschuldigen Sie mal, ist das hier ein Berufsbekleidungs-Geschäft für, äh, Polizisten?“ „Nein!“, antwortet der Verkäufer. „Kann sich jeder diesen Anzug mit deutscher Flagge und SWAT-Aufdruck, den Helm, die Maske, den Waffengürtel mitsamt Softgun in Maschinengewehrlook kaufen?“ „Ja!“ „Wie soll der Normalbürger denn zwischen echten und unechten Polizisten unterscheiden?“, frage ich. Der Verkäufer (Muskelmann) antwortet:„ Jeder mit einem gesunden Menschenverstand sieht, dass es nicht echt ist!“ Aha. Jetzt habe ich eine Bitte. Gehen Sie mal in den Laden. Auf der rechten Seite gibt es eine Puppe in voller Montur. Erkennen Sie den Unterschied zwischen Verkleidung und Echt? Wie verändert so einen Geschäft unser Viertel? Muss ich mich als Südstädter jetzt in Toleranz üben? Ist alles nicht so schlimm, oder ist es schlimmer, als man denkt?

 

Am Samstag gibt es um 16:00 Uhr eine Bürgerversammlung auf der Bonner Straße am Platz vor dem Goldenen Horn Apotheke (gegenüber dem Laden), anschließend eine Diskussion in der Lutherkirche. Sehen wir uns da?

Text: be süd

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