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Neuigkeiten

„Pille danach“ rezeptfrei in der Apotheke

Mittwoch, 18. März 2015 | Text: Antje Kosubek | Bild: Meinesüdstadt

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Kondom gerissen, Diaphragma verrutscht, Pille vergessen – es gibt viele Situationen, in denen nichts so ist, wie geplant. Und dann kommt die Angst, nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr, schwanger zu werden. Bislang mussten die Frauen in Deutschland zum Arzt gehen, um sich die „Pille danach“ verordnen zu lassen. Seit dem 15. März 2015 bekommen sie diese nun auch ohne Rezept in der Apotheke. Durch den flächendeckenden Nacht- und Notdienst bedeutet das: auch am Wochenende und in der Nacht, und auch in der Südstadt. Wir wollen die wichtigsten Fragen dazu beantworten:

Was funktioniert die Pille danach?
Die „Pille danach“ ist ein hoch dosiertes hormonelles Mittel, das dazu bestimmt ist, nach einem ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine eventuelle Schwangerschaft zu verhindern. Erhältlich sind sowohl der ältere Wirkstoff Levonorgestrel (Handelsname „PiDaNa“), als auch das neuere Präparat Ulipristalacetat (Handelsname: „EllaOne“). Beide Medikamente wirken umso zuverlässiger, je eher sie nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden: Ulipristalacetat wirkt noch nach maximal 120 Stunden (5 Tage), Levonorgestrel nur nach 72 Stunden (3 Tage). Beide Präparate verhindern bzw. verzögern einen Eisprung. Da die Lebensdauer von Spermien drei bis fünf Tage beträgt und der Eisprung um 5 Tage verschoben oder verhindert wird, „erwischen“ die Spermien die Eizelle nach der Einnahme der „Pille danach“ mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr. Ist der Eisprung bereits erfolgt, bleiben sie allerdings wirkungslos.

Was ist zu beachten?
Ab einem Körpergewicht von 70 Kilogramm verliert Levonorgestrel an Wirksamkeit, ab 75 Kilogramm ist es unwirksam. Für Ulipristalacetat liegen die Grenzen bei 90 beziehungsweise 95 Kilogramm Körpergewicht. Zudem schützt die „Pille danach“ nicht zu 100 Prozent.

Wo erhalten Frauen die Pille danach?
Das Notfall-Verhütungsmittel wird in allen Apotheken ausgegeben. Es kann allerdings nicht in Versand-Apotheken bestellt werden. Dagegen spricht aus Sicht des Gesetzgebers, dass der Versand zu lange dauert und die Frauen nicht persönlich beraten werden können.

Wie soll eine Beratung in der Apotheke aussehen?
Nach Angaben der Apothekerkammer verfügen alle Apotheken über einen Beratungsraum, in dem das Gespräch diskret geführt werden kann. Jürgen Büsch von der Apotheke „Zum Goldenen Horn“ in der Südstadt: „Durch unseren neuen, großen Verkaufsraum können wir die Gespräche auch vorn diskret führen“. Nachts und am Wochenende bieten Apotheken nur einen Notdienst an, hier muss durch das Fenster kommuniziert werden. Die Frauen müssen allerdings auch mit einer Reihe von persönlichen Fragen rechnen: wann genau sie ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten und warum sie keine funktionierende Verhütungsmethode verwendet haben. Vermuten die Apotheker gesundheitliche Probleme, eine Schwangerschaft, sexuellen Missbrauch oder große Wissenslücken hinsichtlich der Verhütung, sollen sie die Betroffenen an einen Arzt oder eine Beratungsstelle verweisen. 

„Wir haben einen Fragebogen, den wir Punkt für Punkt mit den Frauen oder Mädchen durchgehen. Auch zur Dokumentation für uns und für etwaige Haftungsansprüche“ sagt Jürgen Büsch. Er fügt noch hinzu: „Die rechtliche Situation ist noch unklar. Im schlimmsten Fall könnte es möglich sein, dass die Apotheke Alimente zahlen muss, wenn keine wirkliche Beratung erfolgt oder dokumentiert ist“.

Muss die „Pille danach“ selbst gezahlt werden?
Die „Pille danach“ kostet ca. 35 Euro, bei Frauen bis zum 20. Lebensjahr werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen (ab 18 Jahren zuzüglich 5 Euro Rezeptgebühr). Sie müssen sich in dem Fall allerdings ein Rezept von einem Arzt ausstellen lassen.

Gibt es Nebenwirkungen?
Ja, es kann zu Nebenwirkungen bei der „Pille danach“ geben. Am häufigsten sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Unterleibsschmerzen.

Pro und Contra
Kritiker behaupten, Frauen würden nun weniger aufpassen und die „Pille danach“ als Verhütungsmittel im Alltag benutzen. Zudem wird beanstandet, dass durch die Abgabe in Apotheken eine grundsätzliche und individuelle Beratung über die eigene Empfängnisverhütung fehlt. Brigitte Steinfort-Görner, seit über 25 Jahren Gynäkologin in der Kölner Südstadt, sieht die Abgabe in Apotheken kritisch: „Allein in diesem Monat war bei fünf von sechs Mädchen, die hier waren, die ‚Pille danach‘ gar nicht erst notwendig. Das kann ich natürlich nur mittels einer Untersuchung per Ultraschall feststellen. Dann sehe ich, ob ein Eisprung überhaupt stattgefunden hatte oder noch bevor steht. Wären diese Mädchen ’nur‘ in einer Apotheke beraten, hätten sie das Medikament völlig umsonst genommen“.

In seiner Apotheke hat Jürgen Büsch bisher auch unterschiedliche Erfahrungen gemacht: „Es kommen sehr viele junge Mädchen, also unter 16 Jahren, zu uns. Die schicken wir dann oft erstmal zur Gynäkologin. Zudem entsteht manchmal der Eindruck, es gibt gar keinen akuten Notfall. Also das sich die Mädchen das Medikament auf Vorrat kaufen, um es für alle Fälle zu Hause zu haben“.

Ein gewisses Restrisiko bleibt: Wenn eine Frau trotz der Einnahme von Ulipristalacetat („EllaOne“) schwanger wird oder es bereits ist, kann man derzeit die Schädigung des Embryos nicht ausschließen.  Auch wenn bisherige Daten und Erfahrungen mit ähnlichen Substanzen keine Hinweise auf eine solche Schädigung geben.
Letztendlich soll der Beschluss auch die Entscheidungsfreiheit der Frauen stärken. pro familia sieht den schnellen und unkomplizierten Zugang zur „Pille danach“ für Frauen in Deutschland als eine Selbstverständlichkeit an. Zudem begrüßen sie die Zusage der Apotheker die erforderliche Beratung sicherzustellen.

 

Mehr im Netz
Beratung bei ProFamilia
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
www.loveline.de
 

Text: Antje Kosubek

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