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Lükes Liebes Leben

Schwein gehabt – Lükes liebes Leben

Dienstag, 17. Mai 2016 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Ralf Klohr. Schonmal gehört, den Namen? Ich gestehe, mir sagte der bislang nix. Aber ich hab´ ja auch irgendwie Schwein gehabt. Zwar hat auch mein Sohnemann seit er laufen konnte, immer gern hinter irgendwelche Bälle getreten. Aber mehr war da nicht. Keine Ambitionen auf eine irgendwie gehobene Fußballer-Laufbahn. Als viele seiner Kumples in Vereine eintraten, um am ordentlichen Spielbetrieb unter der Obhut des DFB teilzunehmen, winkte Junior nur müde ab. „Nix für mich.“ Wofür ich ihm durchaus dankbar bin. Zumindest, wenn ich mit bekomme, welcher Aufwand mit dem Dasein als Fußball-Vater heutzutage einhergeht. In meiner Kindheit auf´m Dorf war ich natürlich auch im Sportverein und habe in der Schülermannschaft gekickt. Ich weiß nicht mehr, wie alt man sein musste, um da mittun zu können. Jedenfalls alt genug, um den erbärmlichen Aschenplatz für Training und Heimspiele per Fahrrad selbst ansteuern zu können. Pampers-Ligen gab´s damals keine. Und ich kann mich nicht erinnern, dass meine Eltern (oder auch nur mein Vater) da jemals am Rand gestanden hätten, um mich anzufeuern. Hab´ ich das vermisst? Eher nicht. War normal. Helikopter-Rundumbetreuung war noch nicht. Man hatte abends zu einer bestimmten Uhrzeit daheim zu sein und was man bis dahin trieb, war relativ egal. Was nicht heißt, dass man in einem gänzlich unkontrollierten Freiraum fortwährend groben Unfug hätte anstellen können. Dafür funktionierten die Big-Brother-Mechanismen in dem 700-Seelen-Kaff denn doch zu gut. Im Zweifelsfall hatte immer irgendwer gesehen, dass man irgendwo `ne schlafende Kuh umgeschubst hatte.

Schützt die Kinder. Vor ihren Eltern.
Ich schweife ab. Wollte eigentlich nur sagen, dass ich dankbar bin, dass der Kelch des Fußball-Vater-Seins an mir vorüber gegangen ist. Denn solch eine Existenzform ist heutzutage, wie mir unlängst ein Betroffener versicherte, mit mächtig Stress verbunden. Junior (oder womöglich gar mehrere Söhne) zwei Mal pro Woche zum Training fahren, bei Heimspielen aufmunternd applaudieren und dann auch noch bei Auswärtsbegegnungen solidarisch mit Menschen in einer Reihe stehen, denen man eigentlich freiwillig nie so nahe kommen möchte.

Und jetzt kommt endlich Ralf Klohr ins Spiel. Der Man war mal Jugendtrainer in Aachen und musste vor rund zehn Jahren erleben, wie sich die Eltern von Nachwuchskickern nach einer umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidung eine handfeste Keilerei lieferten. Danach hat der Herr Klohr dann nachgedacht und das Konzept für eine Fair-Play-Liga entwickelt, nach dem seit der gerade beendeten Saison in der F-Klasse, das sind 7- bis 9jährige, auch gekickt wird. Danach sollen die Trainer der beiden Mannschaften während der Partieen (womöglich Händchen haltend) eng beieinander stehen, um so zu demonstrieren, dass das Ganze doch nur ein schönes Spiel ist, bei dem Gehässigkeiten keinen Platz haben. Ob das funktioniert, weiß ich nicht. Regel Nummer 2 fordert den Verzicht auf einen Schiedsrichter. Ganz wie auf dem Bolzplatz sollen die Jungs untereinander klären, ob das jetzt Foul oder Abseits war und der Ball die die Torliene womöglich in vollem Umfang überschritten hatte. In diesem Punkt hege ich an der Sinnhaftigkeit der Regel gewisse Zweifel. In meiner Bolzplatz-Kindheit war es jedenfalls so, dass da nicht die regelkundigsten sondern die körperlich stärksten und lautesten Balltreter über Recht und Unrecht entschieden. Uneingeschränkt nachvollziehbar erscheint mir hingegen die dritte Maxime, wonach Zuschauer (überwiegend Eltern) bei Spielen in dieser Klasse 15 Meter Abstand zu den Seitenlinien einhalten müssen. Zum Schutz des eigenen Nachwuchses. Denn offenbar haben da viele Väter (und bisweilen wohl auch Mütter) ihre Kids durch ihr Rumgebrülle dermaßen unter Stress gesetzt, dass diese die simpelsten Bälle verstolperten. Ob´s wirklich zur Entlastung beiträgt, weiß ich allerdings auch hier nicht. Kann mir auch gut vorstellen, das Eltern die Spiele ihrer Kinder per Handy komplett aufzeichnen und mit ihnen am Tag darauf eine Art Spieltagsanalyse veranstalten. Aber im Prinzip  gefällt mir der Gedanke, dass Kinder heutzutage vor allen möglichen Gefahren, aber vor allem vor ihren Reiswaffel- und Dinkelkeks-Eltern geschützt werden müssen. Wofür ich mich dem Sportkamerad Ralf Klohr aus Aachen zu tiefstem Dank verpflichtet fühle.

Traurige Verlierer
Ich muss schon wieder über Böhmermann reden. Nach Ende der selbstverordneten Auszeit wegen Erdogans Klöten wartete die Truppe mit einem neuerlichen Scoop auf. Man hatte zwei Schauspieler in die Kandidatenriege der RTL-Sause „Schwiegertocher gesucht“ eingeschleust, die da ein grenzdebiles Vater-Sohn-Duo mimten. Eine medienpädagogisch fraglos verdienstvolle Unternehmung. Die öffentliche Erregung war so groß wie lächerlich, der Sender gratulierte Böhmermann zu seinem Coup, kündigte personelle Konsequenzen in der zustängigen Redaktion und bei der verantwortlichen Produktionsfirma an, war jedoch weit weit davon entfernt, das Konzept solcher gefakten Eheanbahnungsformate-Formate zu denen auch sowas wie „Bauer sucht Frau“ gehört, infrage zu stellen. Aber die eigentlich brisante Info in Böhmermanns Aufklärungs-Aktion ist doch der Umstand, dass das die meisten der vollpfostigen Kandidaten in solchen Shows offenbar echt sind. Was mich dann doch irgndwie traurig stimmt.

Text: Reinhard Lüke

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