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Umwelt

„Sonne adé“

Sonntag, 26. Mai 2013 | Text: Jörg-Christian Schillmöller | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Gnadenlos, das Wetter. Draußen vor dem „Meister Gerhard“ am Chlodwigplatz regnet es Bindfäden, Menschen kämpfen mit Regenschirmen. Drinnen erzählt uns der Meteorologe Karsten Schwanke („Das Wetter im Ersten“), warum das Wetter eigentlich so ungnädig ist. Und vor allem: wann das wieder aufhört. Schon bald nämlich. Wahrscheinlich.

Als erstes faltet Karsten Schwanke einen Zettel auseinander: Er hat die neuesten Daten mitgebracht – zum Monat Mai im Besonderen und zu 2013 im Allgemeinen. Das Ergebnis: Der März war zwar drei Grad kälter als der Richtwert, der Mai aber nur ein Grad. Auch beim Regen geht es noch: Bis zum 25. Mai fielen 77 Liter pro Quadratmeter, das sind 104% dessen, was sonst im ganzen Monat fällt. Richtig düster aber sieht es bei der Sonne aus: Nur 108 Stunden bisher, das sind triste 56% des Üblichen.

Meine Südstadt: Herr Schwanke, woher kommt der ganze Regen?
Karsten Schwanke: Aus den Wolken (lacht). Es dreht sich gerade ein großes Tiefdruckgebiet über dem westlichen und mittleren Europa, ein großer Komplex. Ein einzelnes Tief wandert, von West nach Ost. Bei – sagen wir – drei Tiefdruckgebieten aber ist das eher so wie mit drei Leute beim Schlittschuhlaufen, die sich aneinander festhalten: Sie drehen sich umeinander.

Mit der Folge?
Dass diese Systeme trotz der Westwindzone, in der wir leben, mehr oder weniger an Ort und Stelle bleiben. Die Folge ist nicht nur das Wetter bei uns, sondern das bedeutet auch 30 Grad und mehr in der Türkei und in Griechenland, also das Gegenteil (er malt auf einem Zettel eine Weltkarte, setzt in den Atlantik ein „H“ und über Europa ein „T“ mit Kreisen darum, dazu ein paar Pfeile). ??In Grönland ist es zum Beispiel so warm, weil die warme Luft hier (er zeichnet einen weiteren Pfeil) an dem Hoch entlang nach oben strömt. Wir in West- und Mitteleuropa bekommen dagegen die kalte und feuchte Luft aus dem Nordatlantik. Das ist eine sehr stabile Wetterlage.

Wie lange noch?
Sechs Wochen sind typisch für so ein stabiles System. Die Grundströmungen sind zäh.

Was bringt die in Bewegung?
Das kann Verschiedenes sein. Zum Beispiel dass die Warmluftzufuhr Richtung Norden abgeschnitten wird und das Hoch sich abschwächt. Das Tief bekommt dann womöglich keine neue Kaltluft-Zufuhr mehr Richtung Mitteleuropa.

Wann wird es besser?
Ich habe mir heute die Wetterkarten für die nächsten 14 Tage angesehen. Danach dürfte es so ab dem 4./5./6. Juni zu einer Umstellung kommen. Das ist die gute Nachricht, sie liegt aber noch im Glaskugel-Bereich. Sagen wir mal, es scheint eine Tendenz zu geben. In den Wetterkarten liegt Hoffnung (lacht).

 

Wer macht die Wetterkarten?
Die Modelle werden alle sechs Stunden neu berechnet, das passiert in Großrechenzentren, zum Beispiel beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Dann gibt es Daten vom ECMWF, das ist das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage bei London. Und dann gibt es den US-Wetterdienst, und der ist kostenlos.

Warum?
Es gibt in den USA eine andere Policy. Die sagen: Die Daten sind aus Steuergeldern gemacht, also stellen wir sie zur Verfügung, und jeder kann sich an diesen Rohdaten dann versuchen.

Und beim Deutschen Wetterdienst müssen Sie zahlen?
Ja. Private Wetterfirmen kaufen sich die Daten für viel Geld vom DWD. Die Daten vom ECMWF sind auch nicht gratis, aber billiger. Immerhin gibt es für den User zuhause heute viele Wetterdaten online und kostenlos.

Liegt dieser Mai nun am Klimawandel, oder kommt sowas einfach mal vor?
Es kommt vor. Aber der Klimawandel, das ist ja eine schleichende Geschichte von Jahrzehnten, Jahrhunderten, und wir stecken gerade drin. Die Temperatur ändert sich, sie steigt an. Das zeigen alle Klimakurven, und das geht rasant – auch in Deutschland. Dieser Mai war im Vergleich zu den Sechziger und Siebziger Jahren nur wenig kälter als im Durchschnitt. Zieht man aber die letzten zehn Jahre als Vergleichswerte heran, war er sicher mehr als zwei Grad zu kalt.

Was heißt das für uns auf Dauer?
Es kann sein, dass es bei uns kälter wird, auch wenn es global wärmer wird. Es ist alles in Bewegung. Der Klimawandel ist da, aber wie das Wetter auf Dauer in Köln wird: Das ist noch ein Fragezeichen.

Herr Schwanke, vielen Dank.

 

?Lesen Sie am Mittwoch (29.05.2013) Teil zwei unseres Interviews. Dann wird es noch spannender, denn es geht um Tornados in Deutschland.
 

Text: Jörg-Christian Schillmöller

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