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Kolumne

Sprayer mit Schusspflaster – Lükes liebes Lebens

Mittwoch, 5. November 2014 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Letztens hab´ ich den Fortschritt gehört. Früh am Morgen war´s, so kurz vor sieben. Kein schönes, aber doch irgendwie interessantes, sirrendes Geräusch, das da durchs geöffnete Fenster drang. Ein bisschen klang es nach Zahnarztbohrer. Sollte da womöglich ein lebensfroher Dentist angesichts des Traumwetters im deutschen Herbst seine Praxis kurzerhand auf die Eiche verlegt haben? Nette Idee. Aber doch nicht morgens um sieben! Also nachsehen. Kein Weißkittel war´s, sondern einer dieser Menschen in orangefarbenen Arbeitsanzügen, die sich praktisch jeden Morgen mehr oder minder eifrig und mehr oder minder effektiv um die Reinhaltung des Platzes kümmern. Und dieser Mitarbeiter gehörte zu einer der von mir ansonsten wenig geschätzten Laubpuster-Brigaden der AWB.

Letztens hab´ ich den Fortschritt gehört. Früh am Morgen war´s, so kurz vor sieben. Kein schönes, aber doch irgendwie interessantes, sirrendes Geräusch, das da durchs geöffnete Fenster drang. Ein bisschen klang es nach Zahnarztbohrer. Sollte da womöglich ein lebensfroher Dentist angesichts des Traumwetters im deutschen Herbst seine Praxis kurzerhand auf die Eiche verlegt haben? Nette Idee. Aber doch nicht morgens um sieben! Also nachsehen. Kein Weißkittel war´s, sondern einer dieser Menschen in orangefarbenen Arbeitsanzügen, die sich praktisch jeden Morgen mehr oder minder eifrig und mehr oder minder effektiv um die Reinhaltung des Platzes kümmern. Und dieser Mitarbeiter gehörte zu einer der von mir ansonsten wenig geschätzten Laubpuster-Brigaden der AWB. Und der Mann hatte einen dieser motorisierten Tornister auf dem Rücken und ging fleißig seinem Tagwerk nach. Blätter wirbelten lieblich durch die Luft, doch statt Benzingestank und lautem Getöse verbreitete das Gespann aus Mensch und Maschine nur dieses sanfte Sirren. Aha, Laubpuster gibt’s also endlich auch mit Elektroakku. Wurde aber auch Zeit. Am selben Tag durfte ich sogar noch Zeuge eines Vorgangs werden, der geradezu etwas von einem Wunder hatte. Da waren zwei Kollegen meines morgendlichen Pusters dabei, der gefallenen Blätterpracht mit handelsüblichen Besen und Harken zu Leibe zu rücken. So wie früher, als die Pracht schließlich auch ohne Maschinenkraft irgendwie beseitigt wurde. Sollte es da bei den Kölner Ober-Orangen jetzt womöglich ein Umdenken gegeben haben? So ökomäßig, irgendwie. Nö. Zwei Tage später machte sich ein ganzer Trupp auf dem Spielplatz vor dem Kindergarten zu schaffen. Über mehrere Stunden und mit voller Dröhnung. Die Dinger mit Elektromotor scheinen bislang herbstlichen Einzelkämpfern vorbehalten zu sein. Und wenn ich mir die üppige Blätterpracht so ansehe, die da an den Ästen noch immer aufs Runterfallen wartet, werden die in diesem Herbst vermutlich noch drei, vier Mal anrücken. Mindestens.

Pinkeln unter Flutlicht

Im Kindergarten an der Eiche scheinen sich die umfangreichen (und auch nicht eben geräuscharmen) Umbauarbeiten ja so langsam dem Ende zuzuneigen. Auch wenn die Kinderchen angeblich noch vorübergehend in das zweistöckige Containerdorf umziehen sollen, das man auf dem Parkplatz daneben errichtet hat, wird das sicher alles ganz toll werden. Was allerdings schon jetzt prächtig funktioniert, sind die, von Bewegungsmeldern gesteuerten, ungefähr in fünf Meter Höhe angebrachten, Strahler an der Außenwand des Gebäudes. Vermute mal, man möchte durch diese Maßnahme nächtliche Sprüher von ihrem nun wahrlich nicht immer geschmackssicheren Tun abhalten. In der Vergangenheit war die Einrichtung davon jedenfalls reichlich gebeutelt. Kein Wunder. Große Flächen, durch allerlei Buschwerk in der Dunkelheit kaum einsehbar – da läuft selbst der ängstlichste Tag-Virtuose zu großer Form auf. Bislang scheint´s zu fruchten. Die Wände sind noch gänzlich unbefleckt. Dafür hab´ ich jetzt im Schlafgemach jede Nacht eine kostenlose Light-Show. Wobei die fünf, sechs Power-Lampen keineswegs gleichzeitig erstrahlen, sondern eine nach der anderen angehen. Je nach Lauf-, bzw. Fluchtweg der potentiellen Sprayer. Ich bezweifle jedoch stark, dass es die in der Südstadt so zahlreich gibt, wie die allabendlichen Lichtgewitter vermuten lassen. Vermute eher, dass die Sensoren so sensibel eingestellt sind, dass sie auf jede Fledermaus oder ums Eck rasende Stadtmaus und streunende Katze in ihrem Gefolge reagieren. Vielleicht könnte man da doch ein wenig nachjustieren. Fänd´ ich echt nett. Bin schon gespannt, wie das an Karneval laufen wird. Schließlich wurde das Gemäuer in der Vergangenheit während der tollen Tage nach Einbruch der Dunkelheit gern als Urinal genutzt. Denke nicht, dass sich die jecken Wildpinkler von der Lightshow schrecken lassen. Ab zwei Promille werden sie die Beleuchtung womöglich sogar für eine nette Service-Einrichtung der Stadt halten. Stolpert man nicht so leicht. Vielleicht knipsen einige von ihnen beim Erstrahlen der Spots aber auch ein euphorisches Lächeln an, weil sie glauben, sie kämen jetzt ins Fernsehen. Man wird sehen. Vielleicht doch mal über Selbstschussanlagen nachdenken?  

Basteln im Schießverein

Natürlich nicht. Brauchte nur `ne Überleitung. Habe nämlich neulich auf einer Homepage oben im Eck Werbung für „Schusspflaster“ entdeckt. Nun weiß ich ja, dass es für verschiedene Wehwehchen von Hühneraugen bis zu Brandwunden unterschiedliche Pflaster gibt, aber Sonderanfertigungen für Schusswunden waren mir bis dato noch nicht untergekommen. Auch im Kino nicht, obwohl ich Filme mit ordentlich Geballer durchaus zu schätzen weiß. Muss sich also um ein neues Produkt am Markt handeln. Und ein bemerkenswert preiswertes obendrein. Tausend Schusspflaster bietet der Versandhandel schon für schlappe fünf Euro an. Und was bei Durchschüssen hilft, sollte doch wohl auch simple Schnitt- und Schürfwunden wunden kurieren können. Habe ich gedacht und dennoch keine bestellt. Denn aus den näheren Produktinformationen ging hervor, dass der Kenner die Dinger keineswegs auf blutendes Fleisch sonder auf Schießscheiben pappt. Hä? Genau. In entsprechenden Vereinen wird ja regelmäßig scharf geschossen. Auf Pappscheiben mit Ringen. Und wenn da einer zehn Schuss abfeuert und keinen Total-Knick in der Optik hat, ist so eine Scheibe anschließend natürlich hin. Und jetzt komt das Schusspflaster ins Spiel. Damit lassen sich die Löcher nämlich wieder zukleben und anschließend sieht die Scheibe wieder aus wie neu. Verspricht jedenfalls die Werbung. Die Dinger gibt’s in weiß und in schwarz. Ich stelle mir das trotzdem ziemlich mühselig vor. Wenn jetzt ein Schützenbruder exakt einen Ring auf der Scheibe durchlöchert hat, zu welchem Pflaster greift man da? Zum schwarzen doch kaum. Sooo breit sind die Ringe nicht. Wohl doch eher zum weißen. Wozu man den Ring dann aber vermutlich per Hand mit einem schwarzen Stift auf dem Utensil nachziehen muss, um ein akzeptables Ergebnis zu erzielen. Hätte nicht gedacht, dass in deutschen Schießvereinen eigentlich mehr gebastelt als geschossen wird. Hat aber was Beruhigendes. Doch womöglich bringen die Schützen zum Training auch ihre Gattinen mit, die diese Arbeiten mit handwerklichem Geschick ratztfatz erledigen. Hübsch wäre doch, wenn sich die kosmetische Wirkung dieser Schusspflaster irgendwann mit einer medizinischen kombinieren ließe. Dann bräuchte man einem angeschossenen Hirschen nur so´n Ding aufzupappen. Umgehend spränge er wieder munter durch den Forst und ließe sich gleich nochmal schießen. Dazu müsste es die Schusspflaster dann aber auch in braun geben.

 

 

Titelbild: Naturlandschaft an der Fischen Jagen Schiessen 2012 / Foto: Brigitte Mathys – CC-BY-SA-3.0

Text: Reinhard Lüke

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