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Kultur

Strickkunst im Bürgerhaus Stollwerck: „guerilla knitting“

Samstag, 15. März 2014 | Text: Gastbeitrag | Bild: Karin Matzner

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Es ist kalt und dunkel, kein Mondlicht. Das ist gut. Denn sie wollen unerkannt bleiben… Mit klammen Fingern holen sie ihr Werkzeug aus der Tasche und begeben sich an die Arbeit. Alles ist genau geplant und durchdacht. Nadel und Faden, mehr brauchen sie nicht, um ihr Werk zu vollenden…

Und am nächsten Tag sieht das dann so aus: Bunt! Originell. Witzige Kleider aus Wolle für Bäume, Laternen-Pfähle, Poller, Geländer und was nicht alles noch möglich ist. Sogar ganze Fahrräder werden umhäkelt. Anders gesagt: Die Frauen vom „guerilla knitting“ haben zugeschlagen.

Strickkunst im Bürgerhaus Stollwerck, dieses Projekt gibt es seit Januar 2014, im Programmheft unter der Rubrik „50 plus“. Jeden Mittwochnachmittag kommt ein kleiner Kreis zusammen.?? Das „urban oder guerilla knitting“, eine Form der Street Art, ist in der Südstadt angekommen – schon seit Langem. Es ist nicht wirklich neu im Stadtbild, aber immer wieder erfrischend, wenn ein neues Objekt seinen Platz gefunden hat.

Mit eingestrickten Bäumen und behäkelten Gegenständen auf dem Gelände des Bürgerhauses Stollwerck wollen sie auf die Bedeutung der Kultur- und Sozialarbeit aufmerksam machen. Die Aktion „Stollwerck retten“ wird hier auf eine kreative Art und Weise fortgesetzt.

Menschen jenseits der 50 haben dieses Projekt im Bürgerhaus gestartet und verschönern damit nicht nur das Stadtbild und ihre Wohnumgebung, sondern wollen auch ein Zeichen setzen: für gemeinsames Handeln, den Wunsch nach Kommunikation und Austausch über die Generationen und Kulturen hinweg.? Man darf gespannt sein, was sich aus dieser Idee noch entwickelt.

Strick-Kunst am Baum, vor dem Bürgerhaus Stollwerck. Teilnehmerinnen mit Anleiterin Ulrike Mertens-Steck.

 

Auch in anderen Stadtteilen sieht man die bunten Kunstwerke, immer wieder ein beliebtes Foto-Motiv. Ein Hauch von Revolte umweht die umhäkelten Rinden. Geht es hier um politischen Protest? „Nicht wirklich“, so die Leiterin des 50plus-Bereiches, Ulrike Mertens-Steck: „Wir haben einfach Spaß daran; es ist enorm kreativ und vor allem auch kommunikativ. Wir freuen uns über jede Skulptur, die eine gewisse Zeit hängt und die Nachbarn in der Südstadt zum Lächeln bringt.“

?Zur Geschichte der Idee: In Frankfurt am Main traten die ersten Guerilla-Strickarbeiten im Jahre 2010 in Erscheinung, in Bochum im Jahre 2011. Im Klausenerplatz-Kiez in Berlin-Charlottenburg fand man im Sommer 2010 die ersten „Knittings“. Seit Anfang 2011 verteilten in München zwei Studentinnen Guerilla-Strickarbeiten in der Stadt und bezeichnen dies als „sehr weibliche Form der Streetart“.

?In den USA hat sich die Form mittlerweile weiter entwickelt: Knöpfe werden in wilden Mustern an Holzpfähle genagelt. Das sieht man bei uns bisher selten, aber mit Sicherheit wird auch dieser Trend die Kölner Südstadt erreichen.

Was ist denn nun eigentlich die Botschaft der „guerilla-Stricker“? „Alles und nix. Erlaubt ist, was gefällt“, begeistert sich eine Teilnehmerin, die anonym bleiben möchte. „Hauptsache, es stört niemanden. Obwohl: es gab da auch schon Kritik von wackeren Umweltschützern, die sich um die Gesundheit der bestrickten Bäume sorgten.“

Die einzige Gefahr könnte darin bestehen, dass ein Werk durch Vandalismus beschädigt oder entfernt wird und dabei dann auch die Rinde des Baumes leidet. Aber das ist graue Theorie. Es kam bislang noch nicht vor. „Das positive Feedback ist eindeutig in der Überzahl“, versichert eine weitere Strickdame.

?Unter Anleitung von Susanne Koenen tagt die Gruppe jeden Mittwoch ab 15:00 Uhr.
Auch Männer sind herzlich eingeladen, ihre Kreativität zu entfalten. Obwohl das Angebot unter „50 plus“ ins Programm eingereiht ist, können selbstverständlich auch jüngere Teilnehmer dabei mitmachen.

Kosten entstehen keine. Das Material wird selbst mitgebracht, auch Spenden werden gern angenommen. Und auf der Suche danach gibt es auch schon wieder ungewöhnliche Begegnungen im öffentlichen Raum: z. B. liegt da auf einem Polder ein quietschgelbes Trauben-Ensemble aus Wolle natürlich, umhäkelte Kronkorken, mit einem kleinen Zettel daran, der um Wollspenden bittet und die Adresse dazu angibt.

 

 

Autor: Karin Matzner

Kontakt Strickkunst im Bürgerhaus Stollwerck:
Ulrike Mertens-Steck
Tel. 0221-991108-14 oder per Mail
 

Text: Gastbeitrag

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