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Sport

Von Iren, Italienern und Griechen. Ein EM-Vorrunden Fazit.

Donnerstag, 21. Juni 2012 | Text: Roger Lenhard | Bild: "Meine Südstadt"

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Bevor ich zum Fußball als Fußballspiel komme, würde ich gerne zu dem kommen, was Iren am Besten können: Bei null Punkten mit 1:9 Toren wurden die Iren Letzter ihrer Gruppe – Fußball ist es also nicht. Trinken können die Iren ziemlich gut, in rauen Mengen und bis die Sonne aufgeht. Aber das können zum Beispiel die Polen, Russen und Kroaten keinesfalls schlechter. Was die Iren unbestritten besser als alle beherrschen, ist ihre schöne Fußballbegeisterung in die Stadion zu tragen ohne Hass auf andere Nationen und ohne üble rassistische Entgleisungen gegenüber einzelnen Spielern. Hoffnungslos unterlegen verliert die irische Mannschaft gegen die Spanier, doch es wird gefeiert und gesungen, dass es eine Wonne ist. Und allein das wäre bemerkenswert genug. Doch die Iren lassen an ihrer Seligkeit auch andere Fans teilhaben durch spontane Umarmungen. Derart baff überrumpelt feiern dann irgendwann alle gemeinsam. Die Iren mit den Spaniern, die Spanier mit den Iren und dann scheinen alle meschugge zu werden und es vermischen sich die Unterschiede. Die Sprache ist kauderwelsches Esperanto, und nur an den farbigen Trikots erahnt man noch, dass der Anlass ein Fußballspiel war mit zwei gegnerischen Mannschaften, die um den Einzug ins Viertelfinale kämpft.
Würde ein Fußballspiel bei diesen Wettbewerben mit drei Teams gespielt, müsste eine der Mannschaften immer die aus Irland sein, dann wären immer genug Iren dabei, die diese Spiele zu Festen der Freude und Verbrüderung werden ließen.

Wenn die Qualität der Spiele bei dieser EM beurteilt wird, darf dies nicht mit der Spannung verwechselt werden, die sich allein dadurch aufbaute, dass vor den letzten Gruppenspielen bis auf Irland und Schweden allen anderen vierzehn Mannschaften die Qualifikation für das Viertelfinale möglich war, demnach alle noch ausscheiden konnten. Es gab intensive Spiele, so zum Beispiel die Partie Polen gegen die Russen (1:1) und das Remis der Italiener gegen die Kroaten, und es gab rassige, offene Auseinandersetzungen wie die Partien Dänemark gegen Portugal (2:3) und Ukraine gegen Schweden (2:1) .
Es gab  jedoch nur eine spielerisch wirklich herausragende Begegnung, das
1:1 der Spanier gegen die Italiener. Es ist offenkundig, dass die Spanier in ihrer Spielanlage unübertroffen sind. Ohne im Detail die Philosophie ihres Spiels zu erklären, beruht es im Wesentlichen auf der Kontrolle des Mittelfeldes in der gegnerischen Hälfte. Durch ihre traumwandlerische Ballsicherheit im Passspiel stellen sie ihren Gegner so lange, bis sich Möglichkeiten eröffnen in den Strafraum einzudringen: Durch direktes Zuspiel in die Schnittstellen des Sechszehn-Meterraums, durch Doppelpässe und Dreierkombinationen oder durch eine erfolgreiche Einzelaktion im Eins-Zu-Eins Spiel. Der deutsche Stürmer Thomas Müller brachte die Schwierigkeit im Spiel gegen die Spanier in der SZ auf den Punkt: „Gegen die Spanier hast du zwar Raum, aber keinen Ball“.

Die Italiener, berüchtigt für ihren mitleidlosen Pragmatismus in Turnieren,  versuchten erst gar nicht wie die Deutschen im Endspiel der letzten Europameisterschaft 2008 und im Halbfinale der Weltmeisterschaft in Südafrika die besseren „Spanier“ zu sein, sondern überließen den Spaniern den Ballbesitz  und unterbanden durch Überzahl in den Räumen vor der Abwehr die finale Aktion zum Torabschluss. Dieses laufintensive Defensivkonzept, eine 3-5-2 Formation, wobei die zwei Außenbahnspieler der Fünferkette sich flexibel zwischen Abwehr und Mittelfeld bewegten, wurde zum taktischen Bravourstück, weil bei Balleroberung, zumeist über den fantastischen Strategen und Passspieler Pirlo, die beiden Stürmer schnell auf Reise geschickt wurden. Die Italiener hatten nicht nur ein Chancenplus, sondern auch die besseren Torgelegenheiten. Die Kroaten, nicht blöd, kopierten dieses probate Konzept der Raumverengung perfekt und hätten die Welt- und Europameister wahrscheinlich nach Hause geschickt, wäre ihnen ein berechtigter Elfmeter zuerkannt worden.

Auch andere Mannschaften verteidigten vor dem eigenen Tor und spielten den Spaßverderber für Teams mit hoher Offensivqualität wie die deutsche Mannschaft. Die Dänen standen insbesondere in der 2. Halbzeit kompakt organisiert mit zwei Verteidigungsriegeln vor dem eigenen Tor und stellten das deutsche Spiel vor ungelöste Rätsel. Während vor allem die Italiener dieses Konzept aus Klugheit wählen und mit hoher individueller Klasse praktizieren, ist das Blockadeverhalten der Griechen ein Produkt ihrer fußballerischen Unfähigkeit. Mangels spielerischer Klasse können sie einfach nicht anders. Das allein reicht nicht, um gegen Polen ein Remis zu erzwingen und gegen Russland zu gewinnen. Die griechische Mannschaft hat den Charakter eines Malochers. Sie schuftet mit jeder Faser ihres Körpers bis zum Umfallen. Mit diesen griechischen Eigenschaften wäre Holland noch im Wettbewerb und nicht mit null Punkten ausgeschieden.
Also schimpfen wir nicht auf die Griechen, selbst die upper class des Fußballs ist sich manchmal nicht zu fein, für den Erfolg die Anmut feiner Offensivkunst  hintenanzustellen. Damit die griechische Fußballkultur nicht zur Leid-Kultur der EM wird, sollte das deutsche Team am Freitag dann doch sorgen. Egal wie.

 

Text: Roger Lenhard

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