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Kultur

7 Partner, 49 Künstler & Peer Boehm = Köln Süd Offen

Donnerstag, 28. April 2011 | Text: Aslı Güleryüz | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Vor fünf Jahren kam Peer Boehm auf eine Idee. Ateliers von Künstlern offen für alle Interessierten sind ganz wunderbar. Kunst zum Anfassen, mit den Künstlern selber direkt in Kontakt treten können. Das gibt es auch schon – von dem BBK (Bundesverband Bildender Künste) organisiert einmal im Jahr. Für Peer Boehm gab es nur ein Problem damit: die Offenen Ateliere des BBK finden im September statt! September! Regen, grauer Himmel, melancholische Stimmung der Menschen, frühes Dunkelwerden……Wer will da schon das Haus verlassen, sich auf sein Fahrrad schwingen und Kunst in einem entlegenen Atelier betrachten, geschweige denn kaufen? Nein! Das ganze musste im Wonnemonat Mai statt finden: die Geburtsstunde der “Köln Süd Offen”!

Sein eigenes Atelier hat Peer Boehm seit 1997 in der Südstadt. Vor fünf Jahren  kontaktierte er sämtliche Künstler, die er hier kannte und auch in den anderen Vierteln Kölns. Unermüdlich schickte er Mails und bat um Weiterleitung an gleichgesinnte Künstler In der Südstadt kannte er die meisten Kollegen. Diese sollten ihre Ateliers den Gästen aus den anderen Vierteln zur Verfügung stellen für ein gemeinsames Ausstellungswochenende. Die Idee kam gut an und viele Künstler machten mit. Viele der Teilnehmer sind in der Kunstszene noch nicht so etabliert und sind mit verstarrten Hierarchien konfrontiert. Hartes Brot! Oder sie verweigern sich und sind somit automatisch von einer gewissen Liga ausgeschlossen. Sinn und Zweck der Veranstaltung ist es, mehr Publicity für die Künstler zu schaffen und natürlich ihre Arbeiten verkaufen zu können. Dieses Jahr stellen 49 Kölner Künstler in 28 Ateliers (davon drei Galerien) zwischen Weiß und Zollstock aus.

Den Aufwand und die Kosten für die “Köln Süd Offen” reduzierte der gebürtige Kölner Künstler auf ein Minimum. Einen Flyer entwickelt er selber jedes Jahr, dessen Kosten sich die Künstler teilen. Peer Boehm beschreibt den Ablauf: “Anfang des Jahres schicke ich die Einladung zur Teilnahme per Mail raus. Wenn der Flyer fertig ist, kommen alle Künstler sich ca. 200 Stück abholen und bezahlen 10 Euro Teilnahmegebühr.”

Eine Party sollte es natürlich auch jedes Jahr geben! Auch da wurde zusammengelegt oder jeder brachte etwas mit. Nach und nach kamen auch die Sponsoren hinzu. Inzwischen sind es 6 gewerbliche Partner, die das Projekt finanziell unterstützen. Alle mit Sitz in der Südstadt und uns wohl bekannt: Die Kunstschule Art & Weise, die Cafés Sur und HaPtiLu, die Künstlerbedarfgeschäfte Traumfarben und Tutti Paletti, die Webdesign Firma Follow Your Eyes und der Künstler Thomas Steffens, der sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Die meisten Partner sind selber in der Kunstszene tätig oder glauben an die gute Sache. Letztendlich sind es die zwischenmenschlichen Beziehungen, die hier zum Tragen kommen. Während wir in Peer Boehms Atelier im Kartäuserhof sitzen, klingelt es an der Tür: Dieter Frohwein, der Eigentürmer von Tutti Paletti schickte frische Erdbeeren vorbei!

Zur Malerei ist Peer Boehm auf kleinem Umweg gekommen. Als Teenie wollte er Schriftsteller werden: “Ich schätzte die Arbeit von einem Schriftsteller besonders. Wir waren befreundet und als ich ihm erzählte, dass ich auch Schriftsteller werden wollte, sagte er nur: tu’s nicht!”  So kam es, dass er zur Malerei fand und nebenher Kunstgeschichte studierte. Doch das Studium brach er ab, um sich ganz auf die Kunst konzentrieren zu können. Seine Kunst ist von der niederländischen Genremalerei inspiriert. Alltägliche Situationen werden abgebildet. Damals ein Mann mit einem Pferd beispielsweise. Oder Frauen in der Küche oder bei der Hausarbeit. Familien auf dem Hof. Peer Boehm transportiert die Szenen oder Handlungen in die 50’er und 60’er Jahre. Sein Grundthema ist die private Erinnerung, doch niemals benutzt er eigene Erinnerungen. Er sucht sich seine Motive auf Flohmärkten, bei e-bay oder generell im Internet: “In den 50’er und 60’er Jahren wurden andere Motive fotografiert. Wie fotografiert wurde, war anders. Es wurde anders in Szene gesetzt als heute. Die Erinnerung verblasst, wird verschönt oder fragmentiert. Meine Bilder heißen alle ‘Daheim ist am Schönsten’. Und dann sind sie durchnummeriert.” Der VW Käfer taucht immer mal wieder in seinen Arbeiten auf. Die Frau in der Küche könnte auch eine Reklame der 50’er für das Waschmittel Ariel sein.

Dieses Jahr, an diesem Wochenende, dem 30. April und 1. Mai feiert die Veranstaltung ein kleines Jubiläum – den 5. Geburtstag. “In den Jahren zuvor gab es immer ein Motto für das Wochenende und wir haben eine gemeinsame Ausstellung auf die Beine gestellt. Dieses Jahr machen wir das zum ersten Mal nicht. Dafür gibt es aber eine größere Party,” erzählt Peer Boehm. Die Tanz-in-den-Mai Party “Open Bottle” findet im Atelier Fort Paul statt, das im Volksgarten liegt. Am Samstagabend geht es ab 20 Uhr los, und jeder bringt Verpflegung mit.

“Köln Süd Offen”
Samstag 30. April 2011
Sonntag 01. Mai 2011
www.koelnsuedoffen.blogspot.com

 

Text: Aslı Güleryüz

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