Mode & Wein auf 21 Quadrat
Donnerstag, 8. Januar 2026 | Text: Judith Levold | Bild: Judith Levold
Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten
Ich weiß nicht, ob Ihr ihn kennt, den kleinen Klamottenladen auf der Merowingerstraße kurz vor der Ecke Elsaßstraße. Ich jedenfalls bin oft dran vorbeigeradelt, fand ihn irgendwie sweet, manche Sachen vielleicht ein bisschen liebenswert trutschig, entdeckte dort aber auch immer wieder tolle Einzelstücke zu okayem Preis. Und zuletzt auch: Wein.
Weine, die sie selbst gern trinkt
Hätte ich mal auf das Schild geschaut, so wäre mir das Konzept von „tragbar & trinkbar“ schon früher aufgefallen: Gabriele Thelen kombiniert hier nämlich auf winzigen 21 Quadratmetern die Dinge, die ihr besonders gefallen: Individuelle Kleidungsstücke und Accessoires mit „super leckeren Weinen, die ich gern selbst trinke“, wie sie sagt.

Klein, aber fein – die Auswahl an Weinen (Bild: Judith Levold)

Gabriele Thelen: Besonderes im tiny shop (Bild: Judith Levold)
Das ganze Berufsleben schon `in Mode´
Sie ist nicht zufällig dazu gekommen, einen kleinen Modeladen zu eröffnen, ausgerechnet vor gut 5 Jahren, am Ende des ersten und schwierigsten Jahres der Corona Pandemie. Kurz zuvor war die langjährige Modeeinkäuferin des KAUFHOF im Rahmen der ersten Entlassungswellen des Konzerns aus selbigem ausgeschieden. Und fragte sich: Was nun?

Pullis in gemütlichen Schnitten und starken Farben…

…und Wärmendes, das nie 0815 aussieht – Gabrieles Leidenschaft (Bilder: Judith Levold)
Anfangs nicht begeistert
Und dann bot sich ihr das mini Ladenlokal geradezu an: „Hier war ja ein Schmuckgeschäft und da hatte ich gelegentlich ausgeholfen“, erzählt sie. In ihr wuchs die Vorstellung eines kleinen eigenen Geschäfts mit Mode und Wein. Ihr Mann sei erst gar nicht begeistert gewesen, habe sie dann aber voll unterstützt und kümmere sich inzwischen komplett um den Wein. Die beiden besuchen Winzer in der Pfalz und an der Mosel, vertreiben aber auch einige französische Tropfen.
Eröffnet und dann Weihnachtsmarkt-Lockdown
Im Spätherbst 2020 war es dann soweit: Gabriele Thelen eröffnete ihren kleinen Laden, in dem sie farbenfrohe, lässige, meist one size Klamotten verkauft, die sie in kleiner Stückzahl und oft in Italien einkauft. Kleider, Oberteile, Röcke und Hosen, alle mit besonderem Detail, Schnitt, Farbgebung oder Material. Aber auch Schmuck eines Herstellers in Polen bietet sie an: „Und der ist von erstaunlicher Qualität“, wie sie findet. Denn das ist ihr neben den bezahlbaren Preisen wichtig, fast fashion aus Fernost ist nicht ihr Ding. Kurz nach der Eröffnung und dem vorsichtigen Aufbau einer Kundschaft, holte sie der Weihnachts-Lockdown 2020 ein. Ab dem 16. Dezember war damals wieder alles außer der Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte geschlossen, ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft.
Treue Stammkundschaft
„Ich habe dann jeden Tag das Fenster neu dekoriert“, lacht Gabriele Thelen heute. „Und dann haben Kundinnen angerufen und gesagt: Ich möchte gern das und das aus dem Fenster, das oben, das Zweite von links“, und dann habe man sich am Telefon verabredet und sie habe – natürlich mit Maske – eine Tüte mit dem Gewünschten drin aus der Türe gereicht.
So habe sie geschäftlich überlebt. „Das ist wirklich dieser super treuen Südstadt-Kundschaft zu verdanken, ohne die hätte ich das nicht geschafft“, sagt sie.
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