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Auf ein Kölsch mit...

Auf einen Pastis mit Dr. Hanno Verbier

Donnerstag, 16. Juni 2011 | Text: Jörg-Christian Schillmöller | Bild: Jörg-Christian Schillmöller

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Ein bisschen Respekt habe ich schon: Schließlich gilt der aus Berlin stammende und in Köln aufgewachsene Psychotherapeut Dr. Hanno Verbier als eine Koryphäe in seinem Gebiet, Kollegen sprechen sogar von einem „Revolutionär“ der Gesprächs- und Verhaltenstherapie. Und es kommt wohl nicht selten vor, dass Verbier mit historischen Größen wie Sigmund Freud, C.G. Jung oder auch Jaques Lacan in einem Atemzug genannt wird.

Der Grund dafür ist die „Expositionsmaßnahme nach Verbier“, eine von Dr. Verbier entwickelten Methode, die die rasanten Entwicklungen neuer Medien und des Internets mit Theorien der Gesprächstheorie verknüpft. Das soll laut Verbier und einschlägiger Fachzeitschriften „wahre Wunder“ wirken. Dabei ist die Maßnahme nicht unumstritten: Kritiker werfen Verbier unmoralischen Umgang mit Patientendaten vor.

Respekt hin, Kritik her: Verbier ist sozusagen mein Kollege. Ab kommenden Sonntag veröffentlicht er auf „Meine Südstadt“ unter dem Titel „Hannos WWWelt“ seine eigene Kolumne! Also mach ich mir selbst ein Bild von dem umstrittenen Promi. Als ich das Eierplätzchen erreiche, sehe ich Dr. Verbier bereits an einem der Außentische des „Café am Römerpark“ bei einem Gläschen Pastis sitzen. Vor ihm liegt ein Stapel Magazine, und mit seiner freundlichen und verbindlichen Art fällt meine anfängliche Befangenheit schnell von mir ab.

Meine Südstadt: Dr. Verbier, vor Ihnen liegen mehrere psychologische Fachzeitschriften. Recherche?
Dr. Hanno Verbier: Sehen Sie, die aktuelle Psychotherapie steckt doch in einer Sackgasse: Immer wird geredet und geredet, aber am Ende bleiben die Probleme doch beim Patienten. Nein, die Zeit, in der psychologische Publikationen Inspirationen und Anregungen lieferten, sind lange vorbei, ich möchte sagen, seit etwa siebzig Jahren. Allerdings plane ich eine größere Veröffentlichung, und deswegen evaluiere ich verschieden Publikationsformen, um diejenige zu finden, die noch am ehesten bereit sein könnte, Forum für einen radikal – und wenn ich „radikal“ sage, dann meine ich auch „radikal“ – also einen radikal neuen Ansatz sein könnte.

An Selbstvertrauen scheint es Ihnen ja nicht zu mangeln.
Nein.

Kommen Sie oft ins „Café am Römerpark“?
Wie Sie sich vorstellen können, habe ich bei meiner intensiven Arbeit leider viel zu selten Zeit, um bei einem Gläschen Pastis oder einem Rotwein auszuspannen. Das Café am Römerpark liegt allerdings direkt gegenüber meiner Praxis, und da nutze ich gerne die Gelegenheit und komme so etwa vier, fünf Mal die Woche vorbei. Bei einer Arbeit wie der meinen verliert man bedauerlicherweise viel zu oft den Kontakt zum einfachen Mann auf der Straße – oder zur einfachen Frau natürlich, Mann meinte ich jetzt quasi im übertragenen Sinne – weswegen ich auch das vermeintliche banale Gespräch mit einem Fremden immer auch als Weiterentwicklung meiner Methode begreifen würde.

Ihre „Expositionsmaßnahme“ ist momentan in aller Munde. Können Sie denjenigen Lesern, die noch nicht davon gehört haben, erklären, worum genau es sich handelt und wie es dazu kam?
Nun, wie alle großen Neuerungen, sei es in Natur- oder Geisteswissenschaft, ist auch die Expositionsmaßnahme sehr einfach zu erklären.

Nämlich?
Kurz gesagt geht es um die Verdünnung der Neurosen bzw. Psychosen des Patienten im Internet WWW. Schaut man sich das Internet WWW in seiner jetzigen Form an, so fällt dem aufmerksamen Betrachter schnell auf, dass Plattformen wie Facebook oder Myspace geradezu ein Sammelbecken der Profilneurosen sind. Können Sie sich erklären, warum plötzlich so viele Menschen ihre geheimsten neurotischen Störungen freiwillig veröffentlichen?

Nicht so recht…
Diese Veröffentlichungen sind eigentlich verzweifelte Hilferufe nach Heilung. Ich nenne das Internet WWW das „Weltmeer der Profilneurosen“. Wenn man nun die Neurosen des Patienten auf Video aufnehmen würde und sie im Netz veröffentlicht, dann liegt es doch auf der Hand, dass sich diese Neurosen im Weltmeer der Profilneurosen schließlich so sehr verdünnen, dass sie sich vom Körper des Patienten ablösen und am Ende schließlich wie der Wirkstoff in einem homöopathischen Heilmittel so sehr verdünnt sind, dass sie nicht mehr nachweisbar sind. Und auf die Idee zu der Expositionsmaßnahme bin ich durch einen besonders schweren Fall gekommen, durch meinen Patienten Gert S., bei dem bereits Hopfen und Malz verloren schien, bevor die „Expositionsmaßnahme nach Verbier“ quasi einen neuen Menschen aus ihm gemacht hat. Ich nenne ihn den „Patienten Null“ der Expositionsmaßnahme nach Verbier.

Welche Orte mögen Sie noch gerne in der Südstadt?
Nun, ich besuche recht regelmäßig die „Epicerie Boucherie“ in der Elsaßstraße, in der ich besonders die hervorragende Käseauswahl sowie die französischen Weine schätze. Gerade weil ich in meiner Arbeit äußerst konzentriert sein muss, gefällt mir die französische Lebensart, und dann lasse ich abends auch einmal fünfe gerade sein und sage mir: „C’est la vie“. Morgens gehe ich, wenn ich nicht gerade hier sitze, auch mal ein paar Stunden ins „Formula Uno“, dort gibt es original italienischen Kaffee, und gegenüber im sardischen Lokal „La Locanda“ esse ich dann abends oft einen Salat mit Avocado und Flusskrebsen –auch unter den sardischen Weinen gibt es einige Spitzenprodukte.

Sind Sie ein Weinkenner?
Ohne unbescheiden sein zu wollen: Ganz unerfahren bin ich in diesem Gebiet nicht. Nein, Spaß beiseite: Der Wein ist meine zweite Leidenschaft, und da auch hier zu viele Menschen quasi im Trüben fischen, werde ich demnächst auf meiner Homepage nicht nur psychotherapeutische, sondern auch önologische Ratschläge erteilen. Das „Weinhaus Süd“ bietet hier übrigens eine hervorragende Auswahl wie auch Beratung – ja, ich gestehe: Manchmal kann ich mich gar nicht losreißen und verbringe dort ganze Nachmittage mit Fachsimpeleien und Diskussionen.

 

 

Wer mehr über die „Expositionsmaßnahme nach Verbier“ erfahren möchte, sollte auf die Internetseite von Dr. Hanno Verbier gehen. Dort findet sich nicht nur ein Tutorial über die „Expositionsmaßnahme nach Verbier“, sondern auch Aufzeichnungen mehrerer Sitzungen mit dem „Patienten Null“ Gert S. und, wie von Dr. Verbier ausgeführt, demnächst auch Weintipps.

 

 

Text: Jörg-Christian Schillmöller

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