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Kultur

„Das Leben ist nicht eingetütet!“

Mittwoch, 30. Oktober 2013 | Text: Aslı Güleryüz | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

sagt Barbara Kuster und spricht den Musikern des Südstadt Streichquartetts Asasello und der Band Schlagsaite aus der Seele: Sie wollen mit ihrer Musik nicht in eine Schublade gepackt werden, wollen nicht eingetütet werden! Und das spiegelt sich in ihren neuen CDs auch wieder. Beide Gruppen haben im Oktober eine neue CD herausgebracht.

„Meine Südstadt“ hat sich mit den Musikgruppen getroffen. Uns hat die Frage beschäftigt, mit welchen Herausforderungen Musiker konfrontiert sind, die unabhängig sind, die nicht an ein Label gebunden sind. Die beiden Formationen wollen frei sein in ihrer künstlerischen Entwicklung, sich nicht bändigen lassen von Wünschen und Erwartungen der Konsumgesellschaft. Gibt es ähnliche Erfahrungen der beiden Gruppen? Was ist vergleichbar und was komplett anders?

Zwei CDs also, die im Oktober in unserer Südstadt das Licht der Welt erblicken. Das renommierte Streichquartett Asasello hat am 1. Oktober seine fünfte CD veröffentlicht. In „Echtzeit“ haben sich die Streicher aus Russland, Polen, Österreich und der Schweiz mit dem Thema Zeit beschäftigt. Rostislav Kozhevnikov (Violine), Barbara Kuster (Violine), Justyna Sliwa (Viola) und Wolfgang Zamastil (Cello) haben sich am Konservatorium in Basel kennengelernt und gründeten im Jahre 2000 dort das Quartett Asasello. Sie sind professionelle Musiker und drücken sich künstlerisch in zwei Bereichen aus: „Wir haben eine bewahrende Aufgabe und spielen klassische Musik. Das ist nicht alles unsere Sprache. Und wir spielen sehr viel zeitgenössische Musik, ja, avantgardistische Musik. Die neue Musik ist unsere Sprache. Diese beiden Bereiche mischen wir gerne in unseren eigenen Programmen. Wir mögen diese Schubladen nicht. Nicht nur in der Musik nicht, sondern auch im Leben nicht. Das Leben ist nicht eingetütet,’’ erklärt Barbara Kuster leidenschaftlich.

 

Damit nimmt sie Dimitrie Miron (Geige) und Daniel Hermes (Gesang, Gitarre), die bei unserem Gespräch den Rest der 6-köpfigen Truppe von Schlagsaite vertreten, die Worte aus dem Mund: „Das ist bei uns genau so. Wenn wir bei einem Festival auftreten sollen, dann wollen auch immer alle wissen, was wir spielen. Reggae, Folk, Chanson, Gypsy oder Liedermacher? Wir spielen alles. Wir mischen. Wir wollen uns nicht festlegen lassen auf eine Richtung. Die Leute wollen einen immer gerne mit anderen Gruppen vergleichen. Die Menschen stecken einen gerne in Schubladen,“ stimmt Daniel Hermes zu. Schlagsaite besteht aus angehenden oder schon tätigen (Musik-)Lehrern. Lediglich Jan hat Musik studiert und ist professioneller Musiker. Sie bringen ihre dritte CD „Handgepäck“ am 31. Oktober heraus. Und das wird im Bürgerhaus Stollwerck gefeiert. Gleichzeitig feiert die Band nämlich auch ihr 10-jähriges Bestehen. Zuerst spielen Los Chupacabras und Schlagsaite. Anschließend kommt die Musik von den DJs.
Wie hat sich ihr Weg bis zum CD-Release gestaltet? „Bei der ersten CD 2008 waren wir noch unbedacht. Bei der zweiten CD haben wir einen zeitlichen Rahmen gehabt, der auch vom finanziellen Rahmen vorgegeben wurde. Und bei der dritten CD wollten wir uns so viel Zeit nehmen wie wir brauchten bis wir alle zufrieden waren,“ erklärt Dimitrie. „Wir hatten Geld gespart aus den CD-Verkäufen von früher und haben uns Geld von Freunden geliehen. So eine CD kostet mehrere Tausend Euro. Wir haben ein Studio in Leverkusen angemietet und die CD in zwei Jahren immer ein bisschen eingespielt.“

Sowohl Asasello auch als Schlagsaite sind am Tag vor unserem Gespräch von Konzert-Touren wieder nach Köln zurück gekommen. Asasello von ihrem Zick-Zack durch Europa und Deutschland. Schlagsaite sind gerade von ihrer Deutschland-Tour zurück. Beide Gruppen waren zuletzt in Hamburg.
„Von unserer Tour sind wir mit einem kleinen Plus zurück. Wir haben Geld für den Tour-Bus ausgegeben, den Sprit und die Räumlichkeiten. Zum Schlafen sind wir fast immer bei Freunden untergekommen,“ erzählt Daniel. Die Herausforderung besteht bei ihnen darin, die Tour-Termine um die Stundenpläne in Schule und Universität herum zu legen. Daher auch Tour und CD-Release in den Schul-Herbstferien.

 

Das Streichquartett Asasello mit Rostislav Kozhevnikov (Violine), Barbara Kuster (Violine), Justyna Sliwa (Viola) und Wolfgang Zamastil (Cello)/ Foto: Wolfgang Burat

Die CD „Echtzeit“ von Asasello ist vom Deutschlandfunk produziert worden. „Die Abteilung Neue Musik hat uns angesprochen und nach unserem nächsten Projekt gefragt. Wir haben ihnen von unseren neuen Stücken zum Thema Zeit erzählt und sie fanden das gut. Sie stellten das Studio und den Tonmeister zur Verfügung. Aus dem Projekt geht auch eine Hörfunksendung heraus. Das Label übernimmt die restlichen Kosten. Für uns sind keine Kosten entstanden, aber wir verdienen auch nur marginal an den Verkäufen. Die Einkünfte, die wir aus unseren Konzerten, Festivalteilnahmen, Förderungen oder gewonnen Preisen erzielen, schmeißen wir in einen Topf und daraus zahlen wir uns selbst ein monatliches Gehalt aus. Alle bekommen das Gleiche. Diesen Beruf wählst du aus Überzeugung, nicht weil du Geld verdienen willst,“ klärt Barbara uns auf. „Wenn wir viele Konzerte geben, verkaufen wir auch viele CDs,“ vergleicht Daniel. „Nach unseren Konzerten haben wir unmittelbaren Kontakt zu unserem Publikum. Wir kommen ins Gespräch und dann finden die Verkäufe statt.“ Das Asasello-Quartett verdient also eher an den Konzerten, die sie spielen, nicht an den CDs. „Trotzdem sind die CDs uns wichtig,“ fährt Barbara fort. „Wenn wir nur das spielen würden, was wir auf der CD eingespielt haben, wären die Aufträge mager. Ein Segment ist bei uns die bewahrende Aufgabe. Und ein Segment ist bei uns, alles von A bis Z selber zu machen. Das ist künstlerisch am Wertvollsten.“

Zwei unterschiedliche Gruppen und unterschiedliche Musikrichtungen, aber die Ansätze sind die gleichen. Beide Formationen lieben ihre Freiheit und Unabhängigkeit. Und beide sind euphorisch über die neueste CD-Veröffentlichung. „Die Fertigstellung einer CD ist ein besonderer Moment. Wir haben zwei Jahre daraufhin gearbeitet. Und in der Endphase ist es noch mal intensiver geworden. Der Liefertermin der CD ist ein sehr aufregender Moment. Bei uns war es jetzt besonders aufregend, weil der Liefertermin zwei Tage vor dem Tour-Beginn lag. Und dann lieferte die Firma nicht! Ich habe dann einen ganzen Tag telefoniert und einen Tag vor unserer Abreise wurden die CDs geliefert. Da standen dann die ganzen Kartons,“ erinnert Daniel sich.
Im November reist Asasello nach Frankfreich für ein Konzert, doch bis dahin wollen sie ihre neue CD-Veröffentlichung genießen. „Unsere CDs sind wie unsere Babys: Sie müssen gepflegt werden, damit sie nicht unter die Räder kommen,“ lächelt Barbara.

„Handgepäck“ von Schlagsaite
Bestellbar per Mail info@schlagsaite.de
Release-Konzert „Handgepäck“
31.Oktober 2013 im Bürgerhaus Stollwerck
Einlass 20 Uhr, Beginn 21 Uhr
VVK: 8 Euro / 11 Euro, AK: 10 Euro / 13 Euro

 

„Echtzeit“ von Asasello-Quartett
Bestellbar hier
Nächstes Konzert in Köln am 6. Dezember 2013
„1:1 – Schon gehört?“
Sancta Clara Keller, Am Römerturm 3, 50667 Köln
 

Text: Aslı Güleryüz

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