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Kolumne

Ein für alle Mal Schluss mit schlechtem Gewissen!

Sonntag, 6. November 2011 | Text: Kathrin Rindfleisch

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Und mal wieder bin ich in die Falle getappt. Die Falle der Ja-aber-ich-dachte-sie-würde-sich-freuen-Mutter. Wo ich doch den ganzen Samstag Vorfreude geweckt habe. Vorfreude auf „Das Blaue Haus“ auf der Severinstraße, in dem es tolles Puppentheater gibt und andere tolle Sachen für Kinder.

Und mal wieder bin ich in die Falle getappt. Die Falle der Ja-aber-ich-dachte-sie-würde-sich-freuen-Mutter. Wo ich doch den ganzen Samstag Vorfreude geweckt habe. Vorfreude auf „Das Blaue Haus“ auf der Severinstraße, in dem es tolles Puppentheater gibt und andere tolle Sachen für Kinder. Wir richten unseren kompletten Samstag quasi danach aus, am Nachmittag dort grandios unterhalten zu werden, also dass Smilla grandios unterhalten wird.

 

Bei unserer Ankunft dort, eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung, also sogar ausnahmsweise mal richtig pünktlich, ist die Freude noch groß und ungetrübt. Ein Mann mit einem Hut auf dem Kopf und einem, in dem lange Luftballons in allen erdenklichen Farben darauf warten, von aufgeregten Kindern ausgewählt zu werden, vertreibt die Wartezeit aufs Vortrefflichste, indem er auf Wunsch aus den Gummischlangen Schwerte, Blumen oder Giraffen zaubert. Smilla wünscht sich ein rosa Schwert und ich denke noch „wie bezeichnend“, da muss ich mit ansehen, wie die Familie vor mir, die denkt, sie könne einfach Karten kaufen und sich ins Haus setzen, auf eine ellenlange Warteliste gesetzt wird. Oh nein, Puppentheater mit Vorverkauf! Und noch schlimmer: Puppentheater mit Eltern, die wissen, dass es einen Vorverkauf gibt!!!

 

Der mitleidige Gesichtsausdruck, mit dem mich das Mädel an der Kasse bei meinem verzweifelten Versuch, der Warteliste eine naive Hoffnung abzuringen, anschaut, trifft mich derweil empfindlich an meinem Rabenmutter-Schlechtgewissen, von dem ich eigentlich dachte, dass ich es nach vier Jahren Mutterschaft mit unzähligen Unsicherheiten, aber ebenso vielen neugewonnenen Selbstsicherheiten, in den Keller meiner Gefühlswelt gepackt hätte, mit in die Kiste der Sommerklamotten. Sollte das Rabenmutter-Schlechtgewissen tatsächlich dort verkramt gewesen sein, die Warteliste, auf der alle stehen, deren Eltern nicht mitgedacht haben, hat es ausfindig gemacht, hervor geholt und ihm mit der Linken so richtig eins versetzt.

Smilla enttäuscht, Mutter innerlich untröstlich, äußerlich meisterlich im Herunterspielen verpasster Attraktionen. Morgen, morgen, au ja! Noch krieg ich sie mit Morgen…

 

Vorbereitung heißt die Devise und darum sitze ich einen Tag später schon vor dem Frühstück vor dem Heilsbringen aller unorganisierten Eltern und durchforste das Kölner-Kinder-Theaterprogramm. „Das Blaue Haus“ zeigt heute „Rotkäppchen“, na wenn das nicht zu grausam ist für das Mädchen mit dem rosa Schwert. Oh toll, was sehe ich da, „Die kleine Meerjungfrau“, Smillas „Lieblingsginzessin“, wird im „Mertropol Theater“ gegeben. Sollte das etwa die Wiedergutmachung für die abgewatschte Mutti sein? „Theater von 4 bis 11 Jahre. Empfohlen ab 5.“ Oh. Das Kind, statt zu bespaßen, am Ende überfordern? Nein, das will ich nun wirklich nicht.
Gerade, als ich schon aufgeben will, halb zerrissen von Smillas enttäuschtem Blick, finde ich Nulli! Und Priesemut! Und freue mich! Denn die gibt´s für Kinder ab 4 Jahre im „Freien Werkstatt Theater“. Puppentheater mit harmlos süßer Geschichte über Freundschaft. Und diesmal mach ich alles richtig: Karten vorbestellen – telefonisch! Früh genug los ziehen, heiter einstimmen und ´nen guten Platz ergattern. Nulli der Hase und Priesemut die Kröte, hüpfen ganze zehn Minuten putzig lustig durch ihre liebliche Bühnenbildlandschaft, gestört weder von Fuchs noch Hex, da klingt´s von meinem Schoße her: „Ich hab Angst.“ Ich sag: „Brauchst Du doch nicht.“. Sie sagt: „Hab ich aber.“ Ich sag: „Da passiert doch nichts.“ Sie dreht sich um und vergräbt den Kopf in meiner Schulter.

 

Am Ende müssen wir schnell raus und sie sagt kein Ton. Weder über Nulli, noch über Priesemut. Und ich denke „Na toll, Kind überfordert aber Hauptsache, die Karten telefonisch vorbestellt.“
Und dann schwöre ich mir, mein Rabenmutter-Schlechtgewissen endlich wegzupacken. In den hintersten Karton im Keller, unter meine Inliner, da ist es sicher, da kommt es nicht mehr raus!

Text: Kathrin Rindfleisch

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