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Politik Wahlen

Ein Rechtsexperte und Bergsteiger will Berlin erobern

Mittwoch, 4. September 2013 | Text: Elke Tonscheidt | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Laut FAZ ist er ein „veritabler Ordinarius“, der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Heribert Hirte. In Hamburg lehrt er an der Uni Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, als Direktkandidat in Köln will er in den Bundestag einziehen. In Sürth hat Hirte seinen Lebensmittelpunkt. Dort geht er bevorzugt einkaufen, regional, da wisse man besser, was in den Waren steckt. Sein Handy ist „uralt“, und die vierköpfige Familie kommt mit einem Auto aus. Elke Tonscheidt befragte den Hochschulprofessor, der häufig auch auf internationalem Parkett unterwegs ist, zu dem, was ihn als Kölner umtreibt. Weil Politiker den Bürgern oft zu lange reden, bat sie ihn um ganz knappe Antworten. Welche politischen Herausforderungen er für die Kölner in Berlin bewältigen will, das steht hier.

Meine Südstadt: Gehen Sie noch einkaufen? Wie oft?

Prof. Dr. Heribert Hirte: Fast jeden Tag. Bevorzugt auf dem Wochenmarkt.

Sie kennen diese Frage: Was kostet der Liter Milch?

Ich trinke keine Milch.

Das Paket Butter?

1,59

Ein normales Brötchen?

Zwischen 20-25 Cent.

Die Tube Zahnpasta?

Die kaufen wir in der Metro, immer dieselbe, Elmex und Aronal, deshalb weiß ich den Preis nicht.

Wieso kaufen Sie Bio-Ware?

Bio ist für sich genommen kein ausschlaggebender Faktor. Nicht alles, was Bio sein soll, ist auch wirklich Bio. Ich bevorzuge möglichst regionale Produkte auf dem Wochenmarkt.

Wann haben Sie mal frei?

Nie wirklich, bei einem Professor gehen Arbeit- und Privatleben ineinander über.

Was tun Sie dann?

Ich sitze sehr häufig vor dem Computer, um z.B. Mails zu beantworten.

Wo machen Sie Urlaub – und warum?

In den Alpen. Wegen der Berge.

Was bewegt Sie gerade?

Die Wahl.

Wie bewegen Sie sich – sprich: Was treiben Sie für Sport?

Ich gehe Bergsteigen.

Welche Ehrenämter üben Sie aus? Warum? Wieviel Zeit verbringen Sie damit?

Da es einige sind, möchte ich nur ein Amt auf internationaler Ebene hervorheben: ich bin stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Amerikanischen Juristenvereinigung. Für mich ist der Austausch mit fremden Kulturen einfach sehr anregend.

Was für ein Auto fahren Sie? Wann nehmen Sie das Taxi, wann das Fahrrad?

Wir haben als Familie nur ein Auto: einen Saab 900 mit 340.000 km, Ersthand. Das Fahrrad nutze ich für Fahrten im Umkreis. Das Taxi ersetzt als Alternative das 2. Auto. Das ist notwendig, weil ich von zuhause zum Kölner Flughafen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht ordentlich hin komme. Die Nahverkehrsverbindung dorthin ist schlicht miserabel.

Was für ein Handy haben Sie?

Ein uraltes.

Wie nutzen Sie die sozialen Medien?

Facebook und Twitter seitdem ich Politik mache.

Wie oft haben Sie persönlich mit Bürgern aus dem Wahlkreis Kontakt?

Täglich.

Wer reagiert wie auf Anfragen aus Ihrem Wahlkreis?

Ich lese alles persönlich, nehme alles, was rein kommt, zur Kenntnis; nach Möglichkeit antworte ich dann auch persönlich.

Schreiben Sie all Ihre Reden selbst?

Ja.

Auf welche weiterführende Schule würde ihr Kind gehen, wenn Sie heute noch mal vor dieser Entscheidung stünden?

Meine Kinder sind 16 und 14. Wahrscheinlich würden sie auf dasselbe Gymnasium gehen.

Was ist Ihnen das Allerwichtigste im Berufsleben?

Die inhaltliche und zeitliche Gestaltungsfreiheit.

Und im persönlichen Bereich?

Eine glückliche Familie.

Bitte ergänzen Sie diesen letzten Satz in unserem Interview: Familienpolitik ist für mich … die zentrale Frage, weil Familie der Kern unserer Gesellschaft ist.

Themen für Köln
Seinen Themen für den Wahlkreis beschreibt er auf seiner Website detailliert. Er möchte diverse „ökonomisch und ökologisch unsinnige Großprojekte in Köln auch hinsichtlich ihrer bundespolitischen Di­men­sion auf den Prüfstand“ stellen, meint hier vor allem den Bereich der Verkehrsanbindung oder der Subventionierung – und spricht konkret den Ausbau des Godorfer Hafens an. Bei knappen Finanz­ressourcen seien Prioritäten zu bilden, auch wenn es „oft schmerzlich“ sei. Köln dürfe nicht „durch Investi­tionsruinen genauso in die Schlagzeilen geraten wie Stuttgart, Berlin oder Hamburg“. Unabhängig davon sei die vermehrte Bereitschaft der Bürger, sich an Planungen zu beteiligen, durch Änderung der planungsrechtlichen Bestimmungen zu berücksichtigen, um eine durchgehende Einbeziehung der Bürger zu ermöglichen.

Ein weiteres Schwerpunktthema ist für Hirte die Sicherheit. Vor allem ältere Mitbürger müssen sich auch abends noch ohne Angst in unserer Stadt aufhalten können. Deshalb gehörten „die bundesrechtlichen Regelungen auf den Prüfstand, nach denen in vielen Fällen nach Straftaten nur geringfügige Geldstrafen möglich sind, weil dafür allein auf das (nachweisbare) Einkommen abgestellt wird.“ Ebenso dürfe das Asylrecht nicht als Ersatz für eine verfehlte Einwanderungspolitik dienen.

Der Schienennahverkehr ist laut Hirte „in unserem Wahlkreis beschleunigt auszubauen“. Dazu gehört für ihn u.a. die S-Bahn-Anbindung des Kölner Südens (mit einer besseren Anbindung von Rondorf an die Kölner Innenstadt über Kalscheuren). Die für die Reparatur der Kölner Rheinbrücken vorhandenen Mittel seien auch einzusetzen – zur Entlastung des südlichen Kölner Autobahnringes. Eine verbesserte Schienenanbindung des Kölner Südens und Westens entlaste auch die Wohnungs­situation. Die Schaffung von Studentenappartements (befristet) müsse steuerlich gefördert werden, leerstehende Gebäude – wie das Haus der Deutschen Welle – sollten auf die Möglichkeit eines Umbaus in studentische Appartements geprüft werden.

Hirte hat zudem Thesen „Für eine bessere Wirt­schafts- und Finanzpolitik“ verfasst. Ihm ist es wichtig, „nicht nur einfache Ja-Nein-Antworten zu finden, sondern der Komplexität der heutigen Fragestellungen gerecht zu werden“. Deshalb könne er auch nicht immer zu jedem Thema sofort eine schnelle Patentlösung bieten. Als Schwerpunkte seiner politischen Arbeit führt er an: Wirtschafts- und Finanzpolitik, Insolvenzrecht, Steuerrecht, Familienpolitik, Wissenschaftspolitik, Verkehrspolitik.

 

Prof. Heribert Hirte wurde in Köln-Hohenlind geboren und verbrachte den größten Teil seiner Jugend in Junkersdorf. Er studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Köln und Lausanne, absolvierte sein Referendariat am Landgericht Köln und promovierte  an der Uni Köln.
1994 habilitierte er sich mit einer Arbeit über Berufshaftung wurde an die Friedrich-Schiller-Universität Jena berufen. Seit 2000 hält er einen Lehrstuhl an der Uni Hamburg, leitet dort als Geschäftsführender Direktor das Seminar für Handels-, Schifffahrts- und Wirtschaftsrecht. Von 1999 bis 2004 wirkte er parallel als Professor am Centre Universitaire de Luxembourg. Gastprofessor war er darüber hinaus in Kyoto und Seoul. Seit 2003 ist er Mitglied des „Collegio dei docenti des Dottorato di ricerca in Diritto dell’Impresa“ an der Wirtschaftsuniversität Luigi Bocconi in Mailand und seit 2006 dort zudem als ständiger Gastprofessor tätig. Seit 1991 lebt Hirte mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Sürth.

Mehr im Netz:
www.heribert-hirte.de
Facebook

Twitter

 

 

Weitere Artikel aus der Serie „Bundestagswahl 2013“
„Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit“ – Interview mit Hans Hermann Stein (FDP)
„Man sieht nur was man weiß…“– Interview mit Volker Beck (Grünen)

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Text: Elke Tonscheidt

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