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Gesellschaft

Einfach nur gute Nachbarn sein

Donnerstag, 21. Mai 2015 | Text: Stefan Rahmann | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Das Aktionsbündnis „#türauf“ ruft für den Weltflüchtlingstag am 20. Juni Bürger, Vereine und Initiativen dazu auf, Gastgeber zu sein für Besucherinnen und Besucher aller Art.

Hans Mörtter zog einen Vergleich, der nachdenklich machte: „Nehmen wir mal an, dass eines unserer altersschwachen Atomkraftwerke in die Luft fliegt und wir in den Süden flüchten müssen. Dann Gnade uns Gott, wenn wir dort aufgenommen werden wie wir hier noch viel zu oft Flüchtlinge aufnehmen.“ Der Pfarrer der Lutherkirche in der Südstadt ist Mitgründer der Initiative „#türauf“.

 

Dahinter verbirgt sich ein neues Aktionsbündnis und gleichnamiges Veranstaltungskonzept zur Förderung einer Willkommenskultur für Flüchtlinge in Köln und weit über die Stadtgrenzen hinaus. Zahlreiche Prominente unterstützen das Bündnis, darunter Hedwig Neven DuMont als Patin, TV-Moderatorin Bettina Böttinger, Philharmonie-Intendent Louwens Langevoort, FC-Präsident Werner Spinner, Opernintendantin Dr. Birgit Meyer und „viele Überraschungsgäste“, so Mörtter. Die werden erwartet am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag. Dann sollen möglichst viele Menschen in der Stadt ihre Türen öffnen und andere einladen.

 

Ziel ist, das vorhandene bürgerschaftliche Engagement zu bündeln und damit ein gemeinsames Zeichen zu setzen. #türauf ruft Privatpersonen, Familien, Organisationen, Vereine und Initiativen, aber auch Unternehmen und öffentliche Einrichtungen auf, an diesem Tag Gastgeber zu sein für Besucherinnen und Besucher aller Art – gerne auch für Flüchtlinge. Man kann zusammen kochen, Musik machen, Karten spielen oder was einem einfällt. „Wir setzen bewusst keine Hürden“, sagt Dr. Robert Fuchs, einer der Sprecher von #türauf: „Ob einzeln oder als Gruppe, jeder mit einer Idee, die im weitesten Sinne Türen öffnet, ist willkommen.

 

 

Neben den privaten Einzelaktionen initiieren wir als Aktionsbündnis aber auch größere Events wie Konzerte oder andere Kulturveranstaltungen. So können sich zum Beispiel Museen, Theater und Kinos beteiligen.“ Einige Veranstaltungen sind bereits auf der Homepage www.tuerauf.org angekündigt. Im Allerweltshaus in Ehrenfeld feiert man ein „Fest ohne Grenzen“, das Comedia lädt zu Gemeinschaftsspielen in das „offene Foyer“. Am 19. Juni wird auf Initiative der Rheinflanke GmbH am Geißbockheim ein Fußballturnier unter anderem mit Flüchtlingen und Spielern des FC angepfiffen. Und am 28. Juni moderieren Bettina Böttinger und Hans Mörtter in der Philharmonie eine Benefiz-Flüchtlings-Matinée. Ein Chor aus Flüchtlingen wird singen. Beteiligt sind auch das Gürzenich-Orchester und der Chor der Oper Köln. Der Eintritt kostet 25 Euro. Karten sind über die Kölner Philharmonie erhältlich. Der Reinerlös ist für die Kölner Flüchtlingshilfe bestimmt.

 

Claus Ulrich Prölß, Geschäftsführer des Kölner Flüchtlingsrates und ebenfalls Gründer von „#türauf“, wies darauf hin, dass nur ein Prozent der vom UN-Flüchtlingshilfswerk weltweit gezählten Flüchtlinge 2014 nach Europa gekommen sind. Prölß kritisierte die zum Teil unzumutbaren Untergringsbedingungen für Flüchtlinge in Köln: „Eine fünfköpfige Familie in einem Hotelzimmer. Auf Feldbetten in einem ehemaligen Baumarkt ohne jede Privatsphäre. Da wird auf die Schutzbedürftigkeit von Kindern, alten Menschen und Familien keine Rücksicht mehr genommen. Anspruch auf medizinische Versorgung haben die Flüchtlinge nur bei akuten Schmerzen. Wer sich hier um Asyl bemüht, bekommt keinen Deutschkurs angeboten, obwohl alle sagen, dass die Sprache erste Voraussetzung für Integration ist. Die Klassen, in denen geflüchtete Kinder auf die Schule vorbereitet werden sollen, sind zu groß. Ein Lehrer für 18 Schüler ist da viel zu wenig.“ Auch diese Missstände werden Themen sein am Weltflüchtlingstag. Und Claudia Roche von der Initiative „Willkommen in Sürth“ brachte es zum Schluß auf den Punkt: „Wir wollen nicht Gutmenschen sondern gute Nachbarn sein.“
 

Text: Stefan Rahmann

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