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Bildung & Erziehung Politik Südkids Wahlen

Erster!

Samstag, 13. Mai 2017 | Text: Judith Levold | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Am 14. Mai ist Muttertag. Und natürlich Wahl. Eine neue (oder veränderte) Landtagsbesatzung wird gewählt. Bis 18 Uhr am Sonntag sind die Wahllokale geöffnet für alle Wahlberechtigten, die nicht schon per Brief- oder Direktwahl abgestimmt haben.?Kinder und Jugendliche waren in Sachen Wahlen „Erster“ – sie haben bereits ihr Kreuzchen gemacht: In der Woche bis zum 5. Mai lief landesweit die U18-Wahl, mehr als 400 Wahllokale gab es in vielen Städten und Gemeinden NRWs, insgesamt 35.000 Kinder und Jugendliche haben sich beteiligt. Die Wahllokale waren meist in Bürger- und Jugendzentren oder offenen Treffs. Koordiniert hatte das Ganze der Landesjugendring NRW, in den Kommunen selbst organisierten das die örtlichen Dachverbände von Trägern der Jugendhilfe.?

?Politische Bildung?
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„Einerseits wollen wir über diese Wahl mit Kindern und Jugendlichen über Politik ins Gespräch kommen, sie politisch bilden“ erzählen Frau Welter und Herr Herschbach vom Kölner Jugendring e.V.am Kartäuserwall. „Und andererseits war das natürlich auch Teil der politischen Kampagne für die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre“, so Herschbach weiter.


Markus Heuel und Jonas Bücker (r.) vor dem Jugendzentrum GOT.

?Mit ganz niedriger Erwartung sei er in diesen Prozess der U18-Wahl eingetaucht, so Jonas Bücker. Im Jugendzentrum GOT auf der Elsaßstraße ist der junge Pädagoge zuständig für Vorbereitung und Durchführung der U18 Wahl mit den BesucherInnen der Offenen Tür. „Ich hab´ gedacht, viele Kinder und Jugendliche wären eher ablehnend, doch das Gegenteil war der Fall. Für mich war das sehr spannend: Die Möglichkeit zu Beteiligung, also dass es drum geht, auch etwas zu sagen zu haben – das hat bei vielen Interesse geweckt.“?

?Milieuwahl oder Themenwahl?
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Am Plakat über der originell gestalteten Wahlurne ist für Kinder und Jugendliche leicht verständlich aufgeschrieben, wofür jede Partei steht, was ihre Ziele sind, was sie durchsetzen möchten. Jonas Bücker und seine Kollegen nehmen sich viel Zeit, mit den Wahlwilligen gemeinsam zu überlegen „Was interessiert Dich, was möchtest Du gerne ändern oder gestalten? Wer kann vielleicht Deine Interessen vertreten?“?Und natürlich auch, am Rande der offenen Angebote dieses Jugendzentrums, wie Sport, Mädchencafé, Hausaufgabenbetreuung und Spiele, zu diskutieren. „Da merkt man, dass es unterschiedliches Wahlverhalten gibt: Manche wählen etwas, weil auch ihre Eltern das so machen, orientieren sich also an ihrem `Milieu´, andere eher an einem Thema, das sie vertreten wissen möchten.“ erzählt Jonas Bücker.
 


?Wer kann vielleicht Deine Interessen vertreten?

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Demokratie lernen??„Was wählst Du denn Jonas?“ fragt ein Knirps, der sich neben Jonas im Eingangsfoyer auf dem Sofa fläzt. „Geheime Wahl natürlich“ antwortet Bücker. „Meine Eltern wollen mir partout nicht sagen, was sie wählen“ mault ein anderer. „Wir haben hier sehr unterschiedliche Kinder und Jugendliche, auch viele BesucherInnen aus den Flüchtlingswohnheimen.“ so Jonas Bücker, „Und das ist eine super Gelegenheit für die, was mitzukriegen: Wie ist das hier organisiert in Deutschland, wie funktioniert das hier“, fügt er hinzu.?

?Elsaßstraßen-Tradition?

?„Für uns war klar, dass wir da als Wahllokal mitmachen“ sagt Markus Heuel, Leiter der Ganz Offenen Tür. Etwa 70% der jungen BesucherInnen hier hätten Migrationsgeschichte oder Fluchtbiografien, außerdem sei das Elsaßstraßentradition, dass hier viele Kinder aus Arbeiterfamilien herkämen – da habe man es nicht so mit rechten Positionen, erklärt er auf die Frage, ob unter den Jugendlichen auch die AfD ein Thema sei. Und Wahl-O-Mat? „Nee, das hatten wir auch überlegt, das mit den Kids durchzuspielen, aber der Wahl-O-Mat ist ja doch mehr auf Erwachsene ausgerichtet, den müsste man sprachlich nochmals für Kinder und Jugendliche überarbeiten“ sagt Jonas Bücker.

??Ergebnisse und Ausblick

??Eine Wahl-O-Mat für Kinder und Jugendliche sei in der Planung, erzählt Sabine Welter vom Jugendring Köln e.V. im Telefonat, „vielleicht klappt das ja bis zur U18-Bundestagswahl am 15. September. Wir sind gespannt!“


Geheime Wahl auch bei der U18.
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Die Ergebnisse der U18-Landtagswahl -in der GOT Elsaßstraße unter strenger Aufsicht der Jugendlichen ausgezählt- dürften die amtierende nordrheinwestfälische Landesregierung freuen: Ginge es nach den Jüngsten, die sich beteiligt haben, so wäre die SPD mit gut 28% stärkste Partei, ihr grüner Partner käme auf 15,5%. Die CDU läge bei 21%, FDP und LINKE zögen beide mit gut 6% in den Landtag www.u18.org/nrw-2017/wahlergebnisse/?Im Wahlkreis Köln I, zu dem auch die Südstadt gehört, gäbe es eine fette Mehrheit für SPD (31,47%), Grüne (18,27%) und LINKE (12,7%).??Die Ergebnisse der U18 Wahl und deren Auswertung in Köln wird der Jugendring e.V. am 20. Juni in der Sitzung des städtischen Jugendhilfeausschusses präsentieren, samt einer filmischen Mini-Doku über das Geschehen in den Wahllokalen für die jüngsten BürgerInnen Kölns.?

 

Text: Judith Levold

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