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Kultur

Ganz, ganz nah! – Anikó Kanthak im Südstadt-Wohnzimmer

Montag, 29. Januar 2018 | Text: Andreas Moll | Bild: Claudia Bousset

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Aufregung in der Südstadt. Vor allem für Clara von Hartz-Möllmann, ihren Mann Sebastian und deren beiden Kinder, denn in ihrem Zuhause findet ein Wohnzimmerkonzert statt. 40 Menschen sind an diesem Abend zu Gast in der Altbauwohnung mit einem wunderschönen, großzügigen Salon, das wie geschaffen scheint für das „Salonfestival“, das Kunst und Kultur im privaten Raum stattfinden lässt. Ganz nah, ganz direkt, ganz ehrlich. Ganz ausverkauft. Spannend ist, dass so viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen. Aufregend auch, weil man anfangs nicht recht weiß, wie man sich verhalten soll. Irgendwie ist es offiziell, dann doch privat. Und doch kommen die Gäste des Abends schnell in Kontakt. Der Mann des Hauses schenkt Getränke aus, der Nachwuchs der Familie kontrolliert die Karten und kümmert sich um die Garderobe der Gäste. Die Gastgeberin erklärt vor dem Konzert, dass seit Gründung des „Salonfestivals“ im Jahre 2014 knapp 500 Salons mit rund 20.000 Gästen zur Aufführung stattfanden. Deutschlandweit finden Konzerte wie an diesem Abend statt, darüber hinaus diskutieren kluge Köpfe mit Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur.

Der Wille finanziert das neue Album!

 
Zu Gast ist an diesem Abend Anikó Kanthak, die Leipzigerin mit ungarischen Wurzeln, die in der Domstadt zu Hause ist. „In Köln habe ich alles, was ich brauche“, sagt sie. Anikó Kanthak ist in der Musikszene absolut keine Unbekannte, hat vor zwanzig Jahren den Wettbewerb „Jugend jazzt“ in NRW gewonnen, arbeitete u.a. mit den Herren Lindenberg, Cicero und Naidoo und ist sowohl in der Jazz- und der Popszene geschätzt und etabliert. In den letzten beiden Jahren hat sie an ihrem Album gearbeitet, das Ende Februar erscheint und käuflich zu erwerben ist. Ohne Label, Manager, Vermarkter, Mitbestimmer und Besserwisser. Und besteht das Ergebnis aus 100 Prozent Kanthak. Alle Texte und Melodien ihrer Songs hat die Wahlkölnerin selbst geschrieben, und um diese einzuspielen, hat sie großartige, international etablierte Musiker gewinnen können. “Alles meins!“, sagt sie stolz. Sie hat alles aus eigener Tasche finanziert, was nicht ganz einfach war. „An anderen Stellen musste ich Abstriche machen – vor allem zeitlich, da gute Dinge, wenn man keinen Sponsor hat, länger dauern in der Umsetzung, letztlich hat mein Wille die Produktion finanziert!“ Entstanden ist ein Album mit einer Musik, die in alter Tradition geschrieben und modern interpretiert wurde. Das Album hat eine andere Wertigkeit, vergleichbar mit einer guten Flasche Wein. Sie findet, dass die Musik thematisch und atmosphärisch lange nachhallen soll. Künstler wie Hildegard Knef, Stevie Wonder, Björk oder Bobby McFerrin betrachtet sie als Teil ihrer Tradition. Im Februar wird also das Album käuflich erhältlich sein. Monatlich werden Konzerte stattfinden, zu denen sie sich ganz unterschiedliche Musiker einladen wird. Die „Edition 1“ des neuen Albums kommt im Februar raus und wird in einer künstlerischen, sehr wertigen Umverpackung erhältlich sein. Die Folge-Edition ist dann zwei Monate später in einer ganz anderen Optik zu haben, und Ende des Jahres erscheint das Album dann noch für die Freude des Vinyls.

Drei Zugaben

Im Südstadtsalon steht dann also die Künstlerin mit ihrem Keyboard und einer Loop-Station und performt alle Songs ihres neuen Album, und zusätzlich spielt sie einige ältere Stücke von sich, die sie „immer noch mitnimmt“. Das klingt natürlich anders, weil sie eben nicht von ihren Musikern begleitet wird, sondern live mit ihrer Stimme Sounds und Beats einspielt, die sie dann unverändert immer wieder abspielt. Das macht sie auf drei Spuren, so dass ein dichter Klangteppich entsteht. Gleichzeitig begleitet sie sich mit dem Keyboard und singt mit ihrer wunderbaren Stimme. Dieses Musikerlebnis ist nicht einfach zu beschreiben – irgendwo zwischen Jazz, R&B, Soul und Chanson angesiedelt. Sehr besonders. Als musikalischen Gast hat sie sich den Christoph Broll eingeladen. Der in der Südstadt lebende Geiger spielt seit über 20 Jahren mit der Weltmuskikband „Szenario“, ist musikalischer Leiter für Messe- und Varietéshows und tritt regelmäßig mit den beiden Powergeigern Mani Neumann und Klaus der Geiger auf. Broll kennt sich aus auf großen Bühnen, umso mehr schätzt er den direkten Kontakt zu seinen Zuhörern, so wie auf diesem Südstadt-Wohnzimmer-Konzert. Gefühlvoll und mit viel Energie umschmeichelt er die Stücke von Anikó Kanthak, die er als Sängerin verehrt und deren „neuestes Projekt er sehr schätzt“. Für die Künstlerin ist auch diese Zusammenarbeit eine ganz besondere, denn sie erinnert Christoph Broll an ihren Großvater, der früher als Geiger seine Familie mit seiner Kunst ernährte und seiner Enkelin das Talent in die Wiege legte. Das Publikum ist begeistert und lässt die beiden nicht gehen, ohne dass drei Zugaben gespielt werden. Und nach dem Konzert haben die Gäste genügend Zeit, bei einem Getränk ihre Eindrücke zu schildern und ihre Fragen direkt an die Künstler zu stellen. Wer die Möglichkeit hat, Anikó Kanthak demnächst einmal live zu erleben, sollte unbedingt die Chance nutzen und sich eine Karte sichern.

Text: Andreas Moll

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