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Kultur

Kasalla rockt mal eben das Wohnzimmer in der Brasserie aller Kolör

Mittwoch, 10. April 2019 | Text: Evelyn Maria Denda | Bild: Kay-Uwe Fischer/Brasserie aller Kolör

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Was tun am Sonntagabend im (heimischen) Wohnzimmer? Tatort oder Polizeiruf schauen, chillen, einen Wein oder ein Bierchen auf der Couch trinken? Alles schöne Optionen… aber dann gibt es ja auch die ganz besonderen Sonntage: An einem von denen konnte ich für meine-suedstadt.de beim Wohnzimmerkonzert von Kasalla in der Brasserie aller Kolör, dem für mich schönsten zweiten Wohnzimmer im Veedel, am vergangenen Sonntag  dabei sein. Für alle die, die bis jetzt nur die eigenen Gefilde kennen – das „Wohnzimmer“ sind die Räumlichkeiten der Brasserie im Untergeschoss, die mit einer Bar sowie mit Wohnaccessoires, die wir alle aus Oma‘s Wohnzimmer kennen, für das besondere Gefühl von d’rheim sin sorgen.

„Ein toller Ort mit einer schönen Atmosphäre“

„Es ist ein toller Ort mit einer schönen Atmosphäre, um den Urlaub nach dem Karneval zu beenden und auch mal ganz neue Sachen auszuprobieren“, stellt Basti Campmann, Frontsänger der Band, direkt zu Beginn fest. Und er behält recht, denn die Stimmung unter den rund 100 Besuchern ist von der ersten Minute an großartig. Tickets im Vorverkauf gab es nicht; sie wurden zur Hälfte an einige Glückspilze verlost oder gingen an Freunde der Brasserie und der Band. Bereits zum dritten Mal kommt die Band hierher, um nach der Erholung von dem wilden Fastelovensritt aus dem Wohnzimmer heraus mit leisen und lauten Tönen wieder voll durchzustarten.

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Mehr als zwei Stunden singen und schunkeln wir zu bekannten und weniger bekannten, älteren und neuen Liedern der Band. Wir bekommen einige Songs in ganz neuem Gewand oder in seltenen Versionen zu hören, mit Acapella-Einlagen oder als Jazz-Version – letztere sorgt dann für noch ein bisschen mehr Gänsehaut-Heimatgefühl, wenn „Home es wo d’r Dom es“ durch den Raum schallt. Und jeder, der an diesem Abend sehr lange durchhält, ist am nächsten Morgen spätestens beim Gedanken an „Schöne jode Morje, Kölle“ hellwach und gut drauf, oder summt die leichten Töne von „Dat Beste an mir bes Du“, die sich in dem beschaulichen Konzertraum ganz besonders einprägen.

Laute, aber auch ganz leise Töne

Einen Unterschied zum heimischen Wohnzimmer gibt es aber in jedem Fall – statt geruhsam auf den Beginn vom Tatort zu warten, freut sich die Band über ein lautes Mitsingen, das die Bilderrahmen nicht nur bei bei „Alle Jläser huh“ und „Alle su yeah“ zum Wackeln bringt. Und dann gibt es auch die leisen Töne wie bei „Nit vun Kölle“ – das Lied, das Basti in Erinnerung an seinen Vater singt, der ihm mit auf den Weg gegeben hat, dass es immer auf den Menschen ankommt, den man vor sich hat – daran kann gerade in der heutigen Zeit nicht oft genug erinnert werden.

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Auch Klassiker wie „Marie“ fehlen an diesem Abend genauso wenig wie der diesjährige Loss-mer-singe-Hit „Der Ress vun dingem Levve“. Dass alle Besucher nach den letzten Tönen von „Mer sinn uns widder“ lautstark nach einer Zugabe fordern, versteht sich von selbst. Spätestens bei „Stadt met K“ gibt auch der Letzte die wohnzimmertypische Sitzhaltung auf und hüpft und klatscht ausgelassenen mit. Dieser Abend war durchgehend „e janz besonder Exemplar“.

Von Umzügen, Berufswünschen und der Pflege von Alpenveilchen

Interview-Fragen, die ich der Band im Anschluss gestellt hätte, braucht sie nicht. Die Bierdeckel, die die Band im Publikum verteilt, damit dieses Fragen an Kasalla stellen kann, geben Aufschluss über Dinge, die wir alle schon einmal wissen wollten. Die Band beantwortet sie zwischen den Songs stets mit einem Augenzwinkern. Anstelle von Anmoderationen zwischen den einzelnen Liedern vermitteln sie das Gefühl, dass alle gemeinsam in einem Wohnzimmer sitzen. Dabei erfahren wir nicht nur von Bastis Wegzug aus der Südstadt. Die Band tauft auch spontan den Saugroboter eines Besuchers auf den Namen S-A-T-O-X. Die Jungs verraten sogar ihre alternativen Berufswünsche, nämlich unter anderem Astronaut und Müllmann: „Der kommt nur einmal die Woche, also muss man auch nur einmal die Woche arbeiten“ – das dachte sich der kleine Rene, bevor er dann schließlich Keyboarder bei Kasalla wurde. Und nicht zu vergessen und sehr wichtig: Auch Tipps für die angemessene Pflege von Alpenveilchen kommen zur Sprache.

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Es gibt noch etwas, das das Konzert so besonders macht: Da Musik auch für Menschen mit Hörschädigung oder Gehörlosigkeit gemacht ist, übersetzt die Gebärdendolmetscherin Aline Ackers das Konzert komplett in Gebärdensprache. „Musik kann man auch fühlen und lesen“, macht Basti zu Beginn des Konzerts klar. Unter den Besuchern sind auch Mitglieder der KG Jecke Öhrcher. Der Verein macht es sich zur Aufgabe, dass Menschen mit und ohne Hörschädigungen zusammen fröhlich sein und feiern können. Ein Besuch der Website lohnt sich auf jeden Fall unter.

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„Der schönste Ort ist im Moment hier“

„Der schönste Ort ist im Moment hier“, stellt Bassist Sebi als Antwort auf die Frage, ob Kasalla lieber vor einem Arena- oder Wohnzimmerpublikum spielt, fest – und bringt damit auf den Punkt, was den durchweg fröhlichen Gesichtern nach zu urteilen alle Besucher gedacht haben. Bereits zum dritten Mal finden die Wohnzimmerkonzerte in der Brasserie immer im Frühjahr statt. Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Konzertreihe kam Veranstalter Daniel Rabe „nach ein paar Bieren mit befreundeten Künstlern, als es hieß, es gäbe wenig schöne Möglichkeiten aufzutreten. Und wir haben eine 30 Jahre alte Konzession, die uns Konzerte im Keller ganz legal erlaubt,“ stellt er klar. Nach fünf Worten gefragt, die die Wohnzimmerkonzerte ausmachen, nennt Daniel „intim, berührend, musikalisch, gemütlich, Freude bereitend“ – treffender hätte man auch das Konzert am Sonntag nicht beschreiben können.
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Danke Brasserie – und natürlich danke Kasalla für einen tollen Abend, bei dem ich dabei sein durfte. Falls ihr auch Lust auf ein neues zweites Wohnzimmer bekommen habt: Bis zum 20.04. gibt es fast täglich Konzerte. Und mit viel Glück ergattert ihr noch ein Ticket. Mehr Infos gibt es hier. Uns bleibt nur zu sagen: „Mer sinn uns widder“.

Text: Evelyn Maria Denda

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