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Lükes Liebes Leben

Gülle-Cuvée – Lükes liebes Leben

Montag, 18. Juli 2016 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Ich bin ja jetzt nicht so der große Handball-Fan. Trotzdem hab´ ich mitgefiebert, als unsere Jungs am 31. Januar ebenso überraschend wie eindrucksvoll bei der WM in Polen die favorisierten Spanier im Finale mit 24:17 aus der Mehrzweckhalle in Krakau gepustet haben. Aber wer konnte damals schon ahnen, dass sich dieser Titel ein halbes Jahr später böse rächen sollte. Und das in einer Ballsportart, in der Hände eigentlich nix zu suchen haben. Zumindest nicht am Spielgerät. Erst bescherte uns unser aller Lieblingsnachbar Boateng mit einer rätselhaften Ballett-Einlage eine komplett überflüssige Verlängerung gegen die Italiener, dann warf uns Schweini wenige Tage vor seiner Eheschließung gegen die Gastgeber mit ausgestreckten Fingern aus dem Turnier. Aus. Das war´s dann aber mit dem Handball-Fluch. Mitnichten. Am 11. Juli standen sich bei der U19-WM der Nachwuchskicker in Stuttgart die Buben aus Deutschland und Italien gegenüber. Ausgang der Partie: 1:0 für die Azzurri. Die Entscheidung fiel durch einen, ähm, Handelfmeter, verursacht von Mittelfeldmann Max Besuschkow, der sich damit nachhaltig für die Aufnahme in Jogis Senioren-Truppe empfahl. Nix für ungut, liebe Handball-Weltmeister, aber lasst es demnächst bei euren Turnieren ruhig mal was langsamer angehen.

Zeichen. Aber für was?
Stand ich letztens am Zebrastreifen am Chlodwigplatz. Vor mir zwei nicht mehr ganz junge Frauen, wie man sie sich unterschiedlicher kaum vorstellen kann. Die eine vom Typ Sonnenstudio-Stammkundin mit geledertem Mohrrüben-Teint, blondiertem Langhaar, pinkfarbenem T-Shirt, Blue-Jeans mit Strass-Besatz und weißen Söckchen mit Rüschenabschluss. Die andere: praktischer Kurzhaarschnitt mit Seitenscheitel, Übergangsjacke, dunkelblauer Rock und Mephisto-Treter. Typ: engagierte Katholikentags-Besucherin. Zwei Damen also, die außer ihres Geschlechtes eigentlich absolut nichts gemein hatten. Auch weltanschauungsmäßig. Da bin ich mir sicher. Und dennoch war da etwas, was beide verband. Sammlungen kleiner Stofftier-Anhänger an ihren Rucksäcken! Schwer zu sagen, was diese minimale Schnittmenge ausgemacht haben könnte. Beide auf ihre Art irgendwie Kind geblieben?

Ich gebe zu, ich schaue Damen in aller Öffentlichkeit auf die Brüste. Nicht allen, aber jenen, die irgendwelche Worte oder gar ganze Sprüche vorn auf ihren Shirts oder Pullovern tragen. Ich kann nicht anders, ich muss die immer lesen. Irgendwas wollen die Trägerinnen damit doch offenbar sagen. Gerade unter fidelen Seniorinnen im Viertel stehen ja so Pailletten-Botschaften nach wie vor hoch im Kurs. Sowas wie „Las Vegas“, „Hollywood“ oder so. Manchmal auch einfach nur „Love“. Wobei das „o“ gern in Herzchenform erstrahlt. Was sie mir und dem Rest der Welt damit kundtun wollen? Keine Ahnung. Ich wär´ eigentlich gern irgendwo anders? War im Angebot? Aber vermutlich handelt es sich hier einmal mehr nur um den Ausdruck unbändiger Lebensfreude. Eher bei Männern unausrottbar sind ja auch diese T-Shirts mit „Hard Rock-Cafe“ drauf. Wobei dann stets noch der Name der örtlichen Filiale auf den jeweiligen Exemplaren prangt. Besonders beliebt scheinen mir unter den weltweit 170 Läden die in L.A und Hong Kong zu sein. Aber auch Moskau ist mir schon mehrfach untergekommen. Selbst Cologne geht scheint´s ganz gut. Zumindest bei Touristen. „Hardrock-Cafe Bebra“, „Kaiserslautern“ oder „Soest“ würden hingegen vermutlich nur wenige Menschen tragen wollen. Was natürlich nur bedingt etwas über die Lage des Hardrocks in diesen Orten aussagt, über die ich allerdings auch nichts Näheres weiß.  In früheren Zeiten dienten diese Leibchen ja dazu, ihre Träger als weitgereiste Zeitgenossen auszuweisen. Oder zumindest als solche, die jemanden kannten, der dort gewesen war und ihnen so ein Teil mitgebracht hatte. Schließlich waren die Dinger nur in den örtlichen Shops zu haben. Aber heutzutage werden die Shirts mit entsprechenden Aufdrucken aus aller Welt an Urlaubsorten doch auf jedem Wochenmarkt feilgeboten. Und im Internet gibt’s sie auch an jeder Ecke. Alles Fälschungen? Mag sein. Aber als Beleg für gelebtes Kosmopolitentum sind diese Hemdchen jedenfalls nicht mehr tauglich. Womit sie nur noch für schlechten Geschmack stehen. Aber das sagt den Leuten ja keiner.

Beschissen. Fliegende Windeln
Neulich bin ich mit dem Auto seit langer Zeit mal wieder über Land gefahren. Irgendwann hing ich hinter einem PKW fest, der da sehr betulich über die Landstraße zockelte. Am Heck prangte ein Aufkleber, den ich lange nicht mehr gesehen hatte: „Baby an Bord“. Ehrlich gesagt, hab´ ich noch nie verstanden, was die Halter solcher Fahrzeuge mir damit sagen wollten. Ein schlichte Anzeige, um der Freude Ausdruck zu verleihen, dass man sich vermehrt hat? Schön und gut. Aber warum ist der Text dann von einem dreieckigen Warnschild umgeben, das mich als Verkehrsteiler in der Regel dazu auffordert, besondere Vorsicht walten zu lassen. Bei „Achtung, Wildwechsel!“ weiß ich ja noch halbwegs, was zu tun ist, aber wie soll ich meine Fahrweise dem Umstand anpassen, dass im Auto vor mir was Kleines mitfährt? Mehr Abstand halten? Ich halte immer Abstand. Schon aus gänzlich egoistischen Motiven. Nicht hupen! Baby könnte schlafen? Aber ich hupe ja auch so nicht einfach zum Spaß rum. Außerdem handelt es sich ja um ein Warnschild, dass mich doch offenbar auf drohende Gefahren aufmerksam machen möchte. Welche Gefahren könnten mir von einem Baby an Bord eines vorausfahrenden Autos drohen? Dass ich damit zu rechnen habe, dass da gleich eine beschissene Windel aus dem Seitenfenster fliegt und mir auf die Frontscheibe klatscht? Das wird’s sein.
Als das Windel-Auto endlich abgebogen war, gab´s neues Ungemach, das zu riechen war, lange bevor es ins Sichtfeld geriert. Irgendein Landwirt, der Scheiße auf seinem Acker verteilte. Dann sah ich ihn schließlich, wie er auf seinem roten Schlepper einen Tankwagen hinter sich her zog, aus dem die braune Brühe spritzte. Riecht nicht gut, muss aber offenbar sein. Kann ich als Stadtbewohner mit leben. Was mich dazu brachte, vom Gas zu gehen, war indes der Aufdruck auf dem Tank: „Premium-Gülle“ stand da zu lesen. Nun ist mir dieses hanebüchene Gütesiegel ja von allerlei Produkten von Bier über Garagentore bis Hundefutter durchaus geläufig, aber in Verbindung mit tierischen Ausscheidungen war es mir bis dahin nun wirklich noch nicht untergekommen. Das Internet kennt sich auch diesbezüglich besser aus. Ein Zeitungsartikel weiß unter dem Stichwort Premium-Gülle zu berichten, dass ein „Zaubertrank aus Rindergülle, Schweine- und Jungrinder-Mist sowie Hühnertrockenkot“ das Beste für den Acker ist. Also eine Gülle-Cuvée aus besten Zutaten. Aber ob mein Landmann die nun im Tank hatte, ob sowas überhaupt kontrolliert wird und wenn ja, von wem – keine Ahnung. Aber offenbar wollte der Bauer ja zumindest mitteilen, dass er da nicht irgendeinen Scheiß versprüht. Vielleicht wollte er sich aber auch nur wichtig machen. Man weiß es nicht.

Text: Reinhard Lüke

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