×
In eigener Sache

Dir gefällt unsere Arbeit?

meinesuedstadt.de finanziert sich durch Partnerprofile und Werbung. Beide Einnahmequellen sind in den letzten Monaten stark zurückgegangen.
Solltest Du unsere unabhängige Berichterstattung schätzen, kannst Du uns mit einer kleinen Spende unterstützen.

Paypal - danke@meinesuedstadt.de

Aufgeschnappt: Hoher Besuch im Vringstreff – das Dreigestirn kütt +++ Auch 2022 heißt es wieder „eins zum anderen“ +++ Gotland für Gotland e.V. in Direktvergabe +++ Neueröffnung: Aus Kabul wird S-Bar +++ Neueröffnung: Café SchnickSchnack +++

Kolumne

Gülle in Hülle und Fülle?!

Mittwoch, 15. Juni 2011 | Text: be süd

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Da haben wir schon wieder den Salat!  Genau genommen seit über zwei Wochen keinen mehr! Absolut nichts, kein einziges Blatt! Ich befinde mich zurzeit auf Salatentzug, und das bei diesen sommerlichen Temperaturen. Kein Blatt, keine Tomaten, vergiss die Gurken!

Da haben wir schon wieder den Salat!  Genau genommen seit über zwei Wochen keinen mehr! Absolut nichts, kein einziges Blatt! Ich befinde mich zurzeit auf Salatentzug, und das bei diesen sommerlichen Temperaturen. Kein Blatt, keine Tomaten, vergiss die Gurken! Not macht bekanntlich erfinderisch, also versuche ich, meine Lust auf Salat zu kompensieren, in dem ich Mozzarella mit eingelegten Tomaten  esse, ohne Basilikum. Besonders prickelnd und erfrischend ist das nicht!

 

Mir reicht es also. Nach zwei Wochen (so lange habe ich durchgehalten!) muss ich es tun. Ich  kann nicht anders – ich bin ein Salat-Junkie. Ich laufe in den leeren Gemüseladen meines Vertrauens. Der Verkäufer sitzt müde hinter der Theke. „Was sagen Sie zu EHEC?“, frage ich. „Alles Unsinn! Wir essen unsere Produkte selbst, uns geht es gut“. „Verkaufen Sie noch Salate?“ „Nein, keiner will sie haben.“ Der Gemüsemann sieht traurig aus, er tut mir leid, also nehme ich meinem ganzen Mut zusammen und bestelle einen Salatkopf. Habe ich das wirklich getan? Wer hätte gedacht, dass man heutzutage Mut braucht, um einen Salatkopf zu kaufen?

 

Was haben wir nicht alles schon gehabt. Rinderwahn, Vogelgrippe, Schweinepest, und jetzt sind die Vegetarier dran, mit EHEC! Wahnsinn! Niemals hätte ich geglaubt, dass man sich vor Gemüse fürchten muss. Heutzutage ist man nicht mal mehr als  Vegetarier sicher. Während der Gemüseverkäufer gen Salattheke schreitet, beginne ich zu zweifeln. Meine allzu spontane Art lässt plötzlich die Schweißperlen auf meine Stirn treten. Darf ich, soll ich wirklich einen Salatkopf kaufen? Ich frage vorsichtig: „ Wo kommt er denn her, der Salat?“ Jetzt ärgere ich mich über mich selbst!  Wieso habe ich vorher nicht selbst nachgeschaut? Musste ich so spontan sein? Der Mut verlässt mich peu á peu!  Was ist, wenn er sagt…  bitte sag nicht Spanien, oder Norddeutschland, oder …. Meine Gedanken überschlagen sich.  Wie soll ich reagieren? Was passiert, wenn ich ihn nicht kaufe? Ändert das unsere Gemüsemann-Verbraucher-Beziehung? Bekomme ich dann keine Tipps mehr, zur Essensvorbereitung? Ist es vorbei mit „Jetzt einkaufen und später bezahlen?“   Darf ich dann, im Vorbeigehen, keine Kirsche mehr nehmen?

 

Übertreibe ich, oder bin ich ein Massenmedienverblödungsopfer, verdooft von der sensationslüsternen Angstgesellschaft? Wem soll ich noch trauen? Das Jahr 2011, das Jahr, als die spanische Gurke zu Unrecht ihre Unschuld verlor.   

 

Wie haben Sie reagiert? Haben Sie es getan – haben Sie sich getraut, Salat zu essen? Ich habe anfangs den Salat mit heißem Wasser gewaschen. Vor meine Augen sank der Rucola in sich zusammen zu einer Art Spinat. Ich hasse Spinat. Dann habe ich den Salat in Wechsel- Salatbädern gesäubert, nach der Warm-Kalt-Kneipp-Methode. Sehr zeitintensiv. Wie viele Bäder braucht der Salat überhaupt, bis er erregerfrei ist?

 

Wie haben die anderen Südstädter reagiert? Während die einen mir erzählten, sie kauften „nur beim Bauernhof ihres Vertrauens“, züchteten die anderen ihre eigenen Tomaten auf dem Balkon. Super. Ich habe keinen Balkon. Das bringt mich auf eine Idee: Wir sollten unser eigenes Südstadt-Gemüse und Obst wachsen lassen, nur zum Eigenbedarf! Die Südstadtgärten! Es wird übrigens gemunkelt, am 3. Juli nachmittags um 3 gebe es eine Pflanzaktion an der Dombrauerei-Brache in Bayenthal….

 

Bis dahin sollten wir weiterspekulieren, oder? Schließlich hat sich der Verdacht konkretisiert, dass der Erreger über Sprossen eines niedersächsischen Betriebes verbreitet wurde. Aber wie gelang das Bakterium auf den Hof?

 

Zuerst hieß es, lasst die Finger von spanischen Gurken, Tomaten ade, Salat bye-bye… Jetzt glauben die Experten, dass die „EHEC-Welle“ möglicherweise auf den Genuss von Brokkoli-, Bockshorn-, oder Knoblauchsprossen zurückgeht. Und ich habe heute ausgerechnet Broccoli gegessen!

 

Sind es die Sprossen? Ist das die Entwarnung  für Tomaten, Gurken und Salat? Dürfen wir wieder, oder dürfen wir nicht? Was kann man denn noch mit gutem Gewissen essen? Werden wir demnächst, wie in Science-Fiction-Filmen, nur Pillen essen müssen? Alles nur eine Farce? Ist es jetzt endlich vorbei? Schauen wir optimistisch durch unsere Lollo-Rosso-Brille? Oder haben wir gerade erst die Spitze des Eisbergsalats erreicht?

 

Text: be süd

In eigener Sache

Dir gefällt unsere Arbeit?

meinesuedstadt.de finanziert sich durch Partnerprofile und Werbung. Beide Einnahmequellen sind in den letzten Monaten stark zurückgegangen.

Solltest Du unsere unabhängige Berichterstattung schätzen, kannst Du uns mit einer kleinen Spende unterstützen.

Paypal - danke@meinesuedstadt.de

Artikel kommentieren

Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen. Ich stimme zu, dass meine Angaben und Daten zur Beantwortung meiner Anfrage elektronisch erhoben und gespeichert werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an kontaktnoSpam@meinesuedstadt.de widerrufen.

Meine Südstadt Partner

Alle Partner

Meine Südstadt Service


Parkstadt Süd

Parkstadt Süd – Info-Homepage der Stadt ist online

Eifelwall wird für Autoverkehr gesperrt

Parkstadt Süd: Stadtteilbüro öffnet

Aufgeschnappt

Hoher Besuch im Vringstreff – das Dreigestirn kütt

Auch 2022 heißt es wieder „eins zum anderen“

Gotland für Gotland e.V. in Direktvergabe

Die Südstadt auf Instagram.