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Kultur

Ich bin die Buntspecht-Krippe

Montag, 1. Dezember 2014 | Text: Alida Pisu | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Seit dem 24. November und bis zum 6. Januar 2015 wird in Köln Krippenkunst auf höchstem Niveau gezeigt. Von den insgesamt über einhundertzehn Stationen führen fünfundzwanzig durch die Südstadt. Die Krippen sind in den Fenstern oder den Innenräumen der Teilnehmer zu bewundern.

 

„Meine Südstadt“ hat sich exklusiv mit einer der Krippen unterhalten. Sie steht im Schaufenster von Stadtrad auf der Bonner Straße. Mit dem Rücken zum Betrachter sieht man ein vertrautes Bild: die Heiligen Drei Könige, Palmen, Hirten mit ihren Schafen, Kamele, einen Elefanten, alle ausgerichtet auf den Stall. Über ihm wachen Engel und das Christuskind liegt in der Krippe. Rechts und links von ihm Maria und Josef und wie alle anderen Figuren auch, bieten sie einen farbenprächtigen, aber schlichten  Anblick.

Meine Südstadt: Schön, dass Sie sich die Zeit für ein Gespräch genommen haben. Wo kommen Sie her und wie heißen Sie?
Krippe: ?Ich bin die Buntspecht-Krippe und komme aus Creglingen im beschaulichen Taubertal. Das liegt in Baden-Württemberg.

Sie sehen nicht unbedingt so aus, wie man sich eine traditionelle Krippe vorstellt.
Genau das war meinen Schöpfern, AnnMarie Burger und Guido Hertlein auch wichtig. Sie wollten stilisierte Figuren mit einem Minimum an Formgebung. Jedes Lebewesen hat ja eine gewisse Grundhaltung. Bei den klassischen Krippen heben Schäfer beispielsweise die Hand und flehen oder winken, bei mir stehen sie nur als Menschenfigur da und der Betrachter gibt ihnen durch sein Betrachten Lebendigkeit. Das kann er am besten, wenn es eine einfache Grundform gibt. Meine schlichte Einfachheit verleiht mir Beseeltheit. Auch durch das Auge des Betrachters.

Wie sind Sie denn eigentlich entstanden?
Vor fünfunddreißig Jahren bin ich in der Werkstatt der kleinen Buntspecht-Manufaktur entworfen und auch gebaut worden. In Handarbeit und aus bestem Holz der umliegenden Wälder. Beim Bau wurde auf jedes Detail geachtet. Stimmt die Ohrform der Schafe? Sind die Hirten-Hüte richtig geschliffen und poliert? Ist das „Farbkleid“ der Figuren so gut gelungen, dass die Farbe ihnen etwas Einmaliges und Schönes gibt? Und sehen sie so aus, wie sie aussehen sollen: lebendig, sinnlich, farbenfroh, handschmeichelnd?

Was ist das ganz Besondere an Ihnen?
Ich bin eine Krippe für Erwachsene und für Kinder. Erwachsene lieben alles an mir, was gut ist: gute Verarbeitung, gute Qualität der Materialien, schöne Oberflächen. Es gibt viele Sammler, die stolz darauf sind, mir ein Zuhause geben zu können. Aber ich bin für Kinder eben auch „bespielbar“. Es gibt doch nichts Schlimmeres, als wenn Kinder sagen: „Wir haben so eine schöne Krippe, aber wir dürfen sie nicht anfassen, weil sie so kostspielig war und zu Bruch gehen könnte.“ Ich darf und will angefasst werden! Dafür bin ich geschaffen worden. Meine einfachen Formen entfalten sich am besten in der Begegnung mit den menschlichen Sinnen: dem Sehen, Tasten und Berühren. Ich bin glücklich, wenn Kinderhände nach mir greifen und sich an mir erfreuen.

Stichwort Zuhause. Sie sind ja nun bereits einige Tage in der Südstadt: fühlen Sie sich schon Zuhause?
Hm, ich weiß nicht… Es ist natürlich eine Abwechslung zum beschaulichen Taubertal. Da kriege ich nur Weinhänge, Burgen und Kirchen zu Gesicht. Hier stehen rings um mich Fahrräder und ich hätte schon Lust, mit ihnen mal eine Radtour zu machen. Aber das geht ja nicht. Obwohl ich sagen muss, dass ich auch viel zu sehen kriege. Auf der Bonner Straße ist immer was los, die Autos, die Menschen. Und wenn die vor dem Schaufenster stehen bleiben, die Augen aufreißen und „Guck mal, wie schön!“ rufen, also, das hat schon was. Ja, wirklich.

Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen noch eine gesegnete Adventszeit.

 

Die Buntspecht-Krippe steht bei Stadtrad, Bonner Straße 53-63, 50677 Köln.

 

Mehr im Netz
Alle Stationen des Südstadt-Krippenweges finden sich hier.
Die Buntspechte: www.buntspechte.de
 

Text: Alida Pisu

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