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Kolumne

Jedem Jeck sing Pappnas!

Sonntag, 5. Februar 2012 | Text: be süd

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Es kann irgendwie ganz nett sein, wenn einem etwas vor die Füße läuft, womit man absolut nicht gerechnet hätte. Wenn man plötzlich für eine kurze Zeit aus dem Alltag gerissen und in eine andere Welt hinein geschleudert wird. Kürzlich wurde ich Zeuge zweier sehr interessanter Ereignisse. Obwohl sie so unterschiedlich waren, hatten sie doch eins gemeinsam: Sie fanden in der Südstadt statt.

Es kann irgendwie ganz nett sein, wenn einem etwas vor die Füße läuft, womit man absolut nicht gerechnet hätte. Wenn man plötzlich für eine kurze Zeit aus dem Alltag gerissen und in eine andere Welt hinein geschleudert wird. Kürzlich wurde ich Zeuge zweier sehr interessanter Ereignisse. Obwohl sie so unterschiedlich waren, hatten sie doch eins gemeinsam: Sie fanden in der Südstadt statt. Eins steht fest, bei uns gibt es viel mehr zu entdecken, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Getreu dem Motto „Jedem Jeck sing Pappnas“…

Ich laufe nichtsahnend und gedankenverloren durch die Straße, als ich über einen roten Teppich auf dem Bürgersteig stolpere und, tollpatschig wie ich bin, regelrecht in eins der bestgehütesten Geheimnisse der Südstadt einfalle. Ich stehe starr am Eingang. Es wird gemunkelt, dass hinter dieser Türe sonderbare Sachen passieren. Meine Neugier packt mich und zieht mich mehrere Treppen hinunter ins Ungewisse.

Heute findet eine Vernissage statt. Der Raum ist voll. Die Menschen sind gut angezogen. Es werden lebhafte Gespräche geführt. Man scheint sich zu kennen. Es ist wie bei anderen Vernissagen in der Südstadt und doch irgendwie anders. Zwischen den Gästen läuft ein Mann mit einem roten Chirurgenanzug herum. Ist die Farbe nicht eigentlich grün? Eine zierliche Frau in einem latexschwarzen, ultrakurzen Minirock, extrem ausgefallenen, hochhackigen Schuhen und einer Peitsche in der Hand, zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. Bin ich etwa bei der „Rocky Horror Picture Show“ gelandet? Kommt gleich Frank-N-Furter und singt uns „I´m a sweet Transvestite“? Von Frank-N-Furter keine Spur.

Dafür aber sehe ich sie, die Gastgeberin. Umgeben von Männern, steht sie an der Bar. Sie scheint aus einem Superhelden-Comic Heft hinausgesprungen zu sein. Eine dunkelhaarige, großgewachsene Frau, mit großen dunklen Augen, schwarz anliegenden Leggings und einem bis zum Boden reichenden, roten Ledermantel. Wo bin ich denn hier gelandet? Ich bin fasziniert. Der erste Raum verrät eine zweite, tiefere Etage. Mitten im Raum steht ein sehr moderner, hochglanzpolierter, mit vielen Extras ausgestatteter, gynäkologischer Stuhl? Sehe ich richtig? Bei meinem Versuch, einen näheren Blick zu erhaschen, laufe ich schnurstracks gegen eine Plexiglaswand. Bumm, autsch! Da stehe ich, ziemlich unvorteilhaft, offenen Mundes und mit weit aufgerissenen Augen, meine Nase platt ans Glas gedrückt. Ein sicher unvergessliches Bild für die Gäste, die mit einem Lächeln zu mir hoch schauen. Ich bin aufgefallen! Ich befinde mich mitten in der Südstadt, in einem Dominastudio! Als ein Gast mir, etwas aufgeregt, mit der Frage ankommt, „Täter oder Oper?“ antworte ich spontan: „ „Nicht die Frage ist indiskret, sondern die Antwort!“ Oscar Wilde. Jedoch nehme ich meine Beine in die Hände und schlage die Flucht ein! Anderer Tag, ein paar Straßen weiter… Mein Weg führt mich weiter durchs Viertel, und so gelange ich ins Vringsveedel. Es ist schon abends und gerade dunkel und sehr kalt. Ich befinde mich auf dem Severinskirchplatz und lausche der Karnevals-Musik, die mir ans Ohr dringt. Ach richtig, es ist ja bald Karneval, und heute ist eine Sitzung im Gemeindesaal.  Ich verweile dort ein wenig, bis sich eine ältere, kölsche Dame zu mir gesellt. Wir stehen zwar draußen in der Kälte, aber wir freuen uns über die Musik und singen lautstark „Viva Colonia“ mit.

Wir kommen ins Gespräch. Sie erzählt mir stolz, dass sie hier im Veedel aufgewachsen ist und als Kind auf der heutigen Nord-Süd-Fahrt Rollschuh gelaufen ist. So plaudern wir ein wenig, bis plötzlich das Lied, der Lieder ertönt. Wir haken uns, Arm in Arm ein, und während wir schunkeln, singen wir „… in unserm Veedel, denn he hält man zosamme, ejal wat och passeet, in unserm Veedel.“

Plötzlich gehen die Türen des Gemeindesaals auf und ab diesem Zeitpunkt gibt es kein Zurück mehr: Dat Dreigestirn läuft gut gelaunt gerade an uns vorbei! „So nah war ich noch nie am Prinzen!“, jubelt die Dame. Sonst sieht man ihn nur aus der Ferne. Wie ein verliebter Teenager springt sie, naja, eigentlich springen wir, denn unsere Arme befinden sich noch in Schunkel-Position, begeistert hoch und runter. Wir rufen: „Der Prinz kütt!“ Kurz bevor er ins Auto steigt, dreht er sich zu uns und wirft der Dame ein Bützchen zu. Sie fällt fast in Ohnmacht! „So ein schöner Prinz!“ Sie überreicht mir ein Taschentuch und wir verabschieden uns gebührend mit „Bye, bye my love, auf Wiedersehen…!“ Ich denke mir: Das ist eben Südstadt !

Text: be süd

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