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Verkehr

Kölns Schulwege sind eine Katastrophe!

Dienstag, 19. Oktober 2010 | Text: Nora Koldehoff | Bild: Redaktion

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Seit gestern ist es offiziell: Kölns Schulwege sind, was die Sicherheit für Kinder angeht, eine Katastrophe. Der „Autoclub Europa“ (ACE) hat stichprobenartig Strecken getestet und für Köln festgestellt, dass 90 Prozent der Schulwege leichte bis gravierende Mänmgel aufweisen. Damit liegt Köln deutlich über dem Bundesdurchschnitt von etwa 66 Prozent.

Wer sich die Situation in der Südstadt ansieht, kann das Ergebnis nachvollziehen. Das im Zusammenhang mit U-Bahn-Bau und Straßensanierung umgesetzte Verkehrswegekonzept, das mit dem Argument durchgesetzt wurde, es bringe angeblich gerade für Kinder mehr Sicherheit, ist grandios gescheitert. Einige Beispiele.

Damit die Buslinien 106, 132 und 133 trotz Einbahnstraßenregelung in der Bonner Straße einigermaßen den Fahrplan einhalten, wurde die Fußgängerampel am Maternuskirchplatz wegrationalisiert. Nicht mal mehr ein Zebrastreifen ist dort noch vorhanden; man wolle die Kinder zu erhöhter Aufmerksamkeit erziehen und nicht in falscher Sicherheit wiegen, lautete seinerzeit das verkehrspädagogische Argument. Tatsächlich rasen seither PKW, vor allem aber auch die Gelenkbusse der KVB nun mit bis zu doppelter Geschwindigkeit durch die Tempo 30-Zone. Die verbliebene winzige Fußgängerinsel, die am ehemaligen Ampelübergang noch geblieben ist und wenigstens zu kurzem Abbremsen zwingt, umfahren sie häufig verkehrswidrig auf der linken Seite – weil’s so eine Zehntelsekunde schneller geht. Mehr als einmal kam es dort bereits zu haarsträubenden Situationen – mit Kindern.

Der Umstand, dass vom ehemaligen Dom-Brauerei-Gelände kommende Autofahrer nicht mehr nach rechts in die Mainzer Straße abbiegen und so in Höchstgeschwindigkeit den Weg zur Rheinuferstraße abkürzen dürfen, scheinen Autofahrer bestenfalls als netten Vorschlag zu verstehen – um ihn überwiegend zu ignorieren. Dort steht das nicht zu übersehende rote Schild mit weißem Querbalken. Wer gegen dieses Zeichen verstößt, muß eine Geldbuße zahlen. Gerade Anwohner tun es trotzdem regelmäßig. Am Morgen zwischen 8 und 9 Uhr und abends zwischen 17 und 18.30 Uhr hätte hier die Stadt eine sinnvolle Möglichkeit, die Stadtkasse aufzufüllen. Kinder, die aus den beiden an dieser Stelle gelegenen Kindergärten kommen und die Straße überqueren wollen, rechnen nämlich nicht mit Autos, die von rechts kommen – schließlich ist von dort die Durchfahrt verboten.

Die Radwege an der Bonner Straße, die weder farblich markiert sind, noch auf andere Weise von der Fahrbahn abgesetzt,  werden von Autofahrern offenbar nur noch als netter Bodenschmuck wahrgenommen. Wer mit dem Rad vom Großmarkt zum Chlodwigplatz oder vom Chlodwigplatz den Ubierring entlang zum Rheinufer fährt, stellt fest, dass die markierten Radwege regelmäßig als Fahrbahn oder als Parkplatz genutzt werden. Polizei? Abschleppwagen? Fehlanzeige. Die Entscheidung, die Radwege zu Gunsten überflüssig breiter, wahrscheinlich aber für die Geschäftsinhaber umsatzfördernder Gehwege auf die Fahrbahn zu verlegen, war eben so falsch wie der Verzicht auf Zebrastreifen und Ampeln. Das gilt auch für die neuen Kreisverkehre an Teutoburger, Bonner und Alteburger Straße. Das hier keine Überwege markiert wurden, lässt die Möglichkeit zu, mit hoher Geschwindigkeit ampelfrei die Straßen zu kreuzen. Und die Kinder?

Der eklatante Mangel an dringend benötigten freien Parkplätzen in der Südstadt schließlich führt dazu, dass – beispielsweise am Eierplätzchen – wichtige Fußübergänge und Sichtachsen regelmäßig zugeparkt werden. Nicht umsonst beginnen die Parkzonen erst einige Meter hinter den Straßeneinmündungen – damit hier Kinder problemlos die Seiten wechseln können. Die Idee, die Menschen durch wenig Parkraum, der dann auch noch Geld in die durch Misswirtschaft (Messehallen, U-Bahn, …) chronisch leeren Stadtkassen spülen soll, zum Verzicht aufs Auto zu zwingen, ist schon vor Jahren gescheitert. In der Südstadt ist diese Erkenntnis aber offenbar noch nicht angekommen. Und was noch an Parkraum zur Verfügung steht, wird nicht ausreichend kontrolliert. Wer einmal von einem Überweg abgeschleppt wurde, überlegt sich gut, ob er dort ein zweites Mal parkt.

Und das Problem der Eltern, die jeden Morgen den Gehweg vor der Grundschule Mainzer Straße zuparken, hat auch noch niemand gelöst. Warum eigentlich nicht? Vielleicht, weil den Lehrern dort reservierte Parkplätze zur Verfügung gestellt werden, sie also unmittelbar vor der Schule parken dürfen, während andere Arbeitnehmer dieses Privileg in der Südstadt nicht genießen?

Gefragt sind also Bezirksvertretung und Rat der Stadt. Sie sollten sich, gerade nach der aktuellen ACE-Studie, endlich eingestehen, dass ihr Verkehrskonzept in der Südstadt gescheitert ist. Und dass die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg wichtiger ist als es püntliche Busse oder breite Bürgersteige für glückliche Ladenbesitzer sind.

 

Text: Nora Koldehoff

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