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Kultur

Körper an die Waffe, Geist in die Freiarbeit

Freitag, 28. Juni 2013 | Text: Susanne Finken | Bild: Stine Marie jacobsen

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Schützen. Performance Trilogie von Cecilie Ullerup Schmidt und Matthias Meppelink aufgeführt im Freien Werkstatt Theater im Rahmen der „Impulse“ Theater Festival.

Im Theater kann man bekanntlich immer was lernen, prodesse et delectare, es möge nutzen und erfreuen,  wusste schon der gute alte Bertolt Brecht. Was soll ich sagen: Heute, beim ersten Impulse-Abend, hab ich auf jeden Fall was gelernt. Arabisch nämlich. Nur ein paar Floskeln, es blieb auch nur eine halbe Stunde Zeit. Und ich musste mir zugegebenermaßen Spickzettel schreiben. Ob morgen noch etwas davon im Kopf geblieben ist- eher unwahrscheinlich.

Ich hätte den Arabisch-Unterricht natürlich auch auslassen und mich stattdessen mit ferngesteuerten Hubschraubern beschäftigen können. Hat mein Sohn aber zu Hause, brauch ich also nicht im Theater zu üben. Oder ich hätte mich ums Essen kümmern können, Tischdecken und so, auch dafür gab es eine Art Arbeitsgruppe, aber da kann ich ja gleich zu Hause bleiben. Arabisch war insofern genau die richtige Entscheidung.

Und wieso ausgerechnet Arabisch bei einem Theaterabend? Das ist keine sooo willkürliche Bespaßung am Ende eines zu kurz geratenen Theaterabends (und er ist wirklich etwas kurz), wie man vielleicht vermuten mag. Nein, die drei angebotenen Beschäftigungen ergeben durchaus Sinn. Schlagen wir erst mal einen Bogen zurück zum Anfang…

Da steht da diese junge blonde Frau, die Haare brav hochgesteckt mit einer großen weißen Schleife, auf einer absolut leeren Bühne, lächelt ins Publikum und erklärt den weiteren Verlauf des Abends: Cecilie Ullerup Schmidt, Darstellerin und Choreografin des Abends. Sie tigert erst mal eine Runde um die Bühne, kommentiert in diesem ersten Teil alle ihre Handlungen, kommuniziert fortlaufend mit dem Publikum und wechselt dafür sehr schnell ins Englische. Hinter diesem Abend, lässt sie uns wissen, steht die Frage: „What kind of bodies do weapons produce?“ Um das herauszufinden, hat sie sich als erstes bei der Berliner Schützengesellschaft von 1882 Schießtraining geben lassen. Ein bisschen sollen die Zuschauer hier mitarbeiten: Augen schließen, den Atem kontrollieren. Wie Schützen, aber auch wie Yogajünger. Echte Waffen, wie beruhigend, wird es auf der Bühne keine geben, das Theater bleibt als geschützter Raum erhalten, die Gewalt ist rein symbolisch. Dann führt Cecilie einen Tanz aus dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet vor, den man dort den Taliban-Tanz nennt. Und Cecilie verrät uns noch eine weitere interessante Verbindung zwischen Yoga und moderner Kriegsführung – aber alles soll in einem Theaterbericht ja auch nicht verraten werden.

 

Nach diesem ersten Teil,  „Ready, Aim“ , der Blick auf den Schützen, der sich an der Waffe bereit macht und zielt, beschäftigt sich der zweite Teil folgerichtig mit dem Schuss an sich. Mitwirkende hierbei: eine AK 47, das bewährte Guerilla-Sturmgewehr. Wenn auch nur akustisch, im Endlos-Loop: Matthias Meppelink, für den Sound verantwortlich, ist, wie wir erfahren, eifriger Nutzer eines kanadischen Geräuscharchivs…

Und was passiert nach dem Schuss? Dieser dritte, letzte, vielleicht entscheidende Teil der Trilogie entstand nach einer Aufführung in Israel. Weil die israelische Gesellschaft mit der Stille nach dem Schuss umgehen muss; mit den Erfahrungen, die die Wehrdienstleistenden dort sammeln und verarbeiten müssen. Es geht um Traumatisierungen und Beschäftigungstherapie – und da sind wir dann wieder beim Arabisch lernen angelangt.

Ein origineller Abend, der den „Impulsen“ gut steht: Aus schweren Themen zieht er überraschende,  klar darstellbare Momente und bringt bei allem Ernst des Themas etwas Beschwingtes, Leichtes, Gutgelauntes mit.

Weitere Vorstellungen im Freien Werkstatt Theater am  Freitag, 28.Juni, 19.30 Uhr; Samstag, 29. Juni, 17.30 Uhr (!)
 

Text: Susanne Finken

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