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Kolumne

Konstantin am Eiffelturm

Donnerstag, 31. Oktober 2013 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Bin diesmal spät dran. Ganze Woche. Ging nicht anders. Musste mal raus. Paar Tage Paris. Familienausflug. War super gewesen. Bei dem Wetter! Da Junior überhaupt noch nie da war, natürlich sämtliche Pflichtbauten und Parkanlagen abgeklappert. Eiffelturm am Abend – zu Fuß, logo- Parc de la Vilette, Montmartre, Passagen, La Defense. Was man in Paris eben so macht. Und seit 2006 haben sie da auch ein neues Völkerkunde-Museum. Nennt sich Musee de Quai Branly und ist architektonisch ein Knaller. Wie die Franzosen -zumindest in Paris- beim Bauen weit mutiger und konsequenter zu Werke gehen als das in unseren Breiten üblich ist. Die Kranhäuser im Rheinauhafen sind diesbezüglich ja ein schlechter Witz. Egal, ob man sie grundsätzlich gelungen oder missraten findet, aber bei einem Dreier-Ensemble ein Haus mit Balkonen auszustatten, während die beiden anderen mit glatter Fassade in der Gegend rumstehen – das ist purer Provinzialismus. Und während sich die Pariser eine freie, sechseinhalb Kilometer lange Sichtachse vom Arc de Triomphe zum großen Marmor-Bogen in La Defense leisten, verbaut man in Köln den freien Blick von der Bonner Straße aufs Severinstor mit einem popeligen U-Bahn-Aufzug. Irre.

 

Frau am Steuer
Was noch neu ist in Paris? Radfahrer. Wo ich Pedaleure auf den Champs-Elysées noch vor Jahren allenfalls vom Schlusstag der Tour de France kannte, ist aus den Hauptstädtern inzwischen ein Volk von Radlern geworden. An nahezu jeder Ecke gibt es Depots für elektronisch gesicherte Miet-Drahtesel und die großen Boulevards haben inzwischen allesamt Radwege. Beim nächstes Besuch leih´ ich mir ein Velo, drehe ein paar Runden um den Triumphbogen und klingele dabei wie wild.

Bin diesmal spät dran. Ganze Woche. Ging nicht anders. Musste mal raus. Paar Tage Paris. Familienausflug. War super gewesen. Bei dem Wetter! Da Junior überhaupt noch nie da war, natürlich sämtliche Pflichtbauten und Parkanlagen abgeklappert. Eiffelturm am Abend – zu Fuß, logo- Parc de la Vilette, Montmartre, Passagen, La Defense. Was man in Paris eben so macht. Und seit 2006 haben sie da auch ein neues Völkerkunde-Museum. Nennt sich Musee de Quai Branly und ist architektonisch ein Knaller. Wie die Franzosen -zumindest in Paris- beim Bauen weit mutiger und konsequenter zu Werke gehen als das in unseren Breiten üblich ist. Die Kranhäuser im Rheinauhafen sind diesbezüglich ja ein schlechter Witz. Egal, ob man sie grundsätzlich gelungen oder missraten findet, aber bei einem Dreier-Ensemble ein Haus mit Balkonen auszustatten, während die beiden anderen mit glatter Fassade in der Gegend rumstehen – das ist purer Provinzialismus. Und während sich die Pariser eine freie, sechseinhalb Kilometer lange Sichtachse vom Arc de Triomphe zum großen Marmor-Bogen in La Defense leisten, verbaut man in Köln den freien Blick von der Bonner Straße aufs Severinstor mit einem popeligen U-Bahn-Aufzug. Irre.

 

Frau am Steuer
Was noch neu ist in Paris? Radfahrer. Wo ich Pedaleure auf den Champs-Elysées noch vor Jahren allenfalls vom Schlusstag der Tour de France kannte, ist aus den Hauptstädtern inzwischen ein Volk von Radlern geworden. An nahezu jeder Ecke gibt es Depots für elektronisch gesicherte Miet-Drahtesel und die großen Boulevards haben inzwischen allesamt Radwege. Beim nächstes Besuch leih´ ich mir ein Velo, drehe ein paar Runden um den Triumphbogen und klingele dabei wie wild. Auch dem Sohnemann ist was aufgefallen: Mehr Frauen am Steuer und Männer auf dem Beifahrersitz. Hab´ dann selbst mal drauf geachtet und ich glaube, der junge Mann liegt nicht ganz falsch. Sieht man solch eine Konstellation in einem PKW bei uns, ist es in der Regel später Abend und Männe hat derart gebechert, dass Mutti ihn chauffieren darf/muss. Kommt diese Erscheinung am helllichten Tag vor, handelt es sich entweder um einen Fahrlehrer bei der Arbeit oder es drängt sich prompt der Verdacht auf, dass der Gatte –warum auch immer- vorübergehend seinen Lappen abgeben musste. Ich kenne Männer, bei denen ich mir sicher bin, dass sie lieber den Bus nehmen würden, als an der Seite ihrer Frau im eigenen Auto auf dem Sozius Platz zu nehmen. Warum das bei den Franzosen offenbar anders ist, weiß ich auch nicht. Könnte aber womöglich damit zu tun haben, dass Autos da schon immer weniger Statussymbole als Fortbewegungsmittel waren. Wo hier ein Kratzer im Lack mit einen noch weit größeren im Ego des männlichen Wagenhalters einhergeht, waren bei den Nachbarn Beulen immer schon schlichte Gebrauchsspuren und Stoßstangen willkommene und eifrig genutzte Ein- und Auspark-Hilfen. Ich hab´ vor ein paar Wochen beim Rangieren mal den Wagen einer Frau mit der (Kunststoff-) Stoßstande gaaanz leicht touchiert, woraufhin diese ihre Auto geschlagene fünf Minuten lang akribisch nach eventuellen Schäden abgesucht hat. Selbst an Stellen, die ich nun beim besten Willen nicht getroffen haben konnte. Letztlich hat sie keinen Schaden gefunden. Auf meine Frage nach dem Grund für ihre Panik erklärte sie mir, ihr sei so ein Kratzer ja eigentlich völlig egal, aber das Auto gehöre nun mal ihrem Mann und der sei in diesem Punkt überaus empfindlich. Hoffen wir für die gute Frau mal, dass seine Empfindsamkeit nicht nur von Stoßstange zu Stoßstange reicht.

 

DuMont rettet Berliner Flughafen
Wenn ich weg bin, werden mir Deutschland und die Welt ganz schnell immer fürchterlich gleichgültig. Ich muss im Urlaub keine Zeitung lesen, keine Nachrichten hören oder mich per Handy auf dem Laufenden halten. In der Regel reicht es mir, mich nach der Rückkehr einigermaßen auf den neuesten Stand zu bringen. Der Dom steht noch, Angela ist nach wie vor Kanzlerin, die Katholen haben ihren Komiker-Bischof in Limburg beurlaubt und die Kölner Nord-Süd-U-Bahn ist immer noch nicht betriebsbereit. Kurzum: Nix passiert. Doch dann entdeckte ich in der Presseschau eine Meldung, die mich doch entzückte. Konstantin Neven DuMont hat sich mit Klaus Wowereit angelegt. Wir erinnern uns: Bei dem Herrn Neven DuMont handelt es sich um jenen Verleger-Spross, der nach einer viel beachteten E-Mail-Affäre im Zusammenhang mit BILD-Blogger Stefan Niggemeier bei Big Daddy in Ungnade fiel und einigermaßen unsanft aus dem Zeitungswesen geschubst wurde. Danach kündigte der Junior innovative, journalistische Großtaten auf eigene Faust an. Heraus kam dabei „Evidero“. Eine Ratgeber-Plattform für besseres Leben, die jedoch letztlich sehr wie eine digitale „Apotheken-Umschau“ wirkte. Von diesem publizistischen Geniestreich hat sich Konstantin Neven DuMont inzwischen getrennt. Die Zeit sei wohl einfach noch nicht reif gewesen für das visionäre Projekt, hat er verlauten lassen. Dagegen könnte man getrost einwenden, dass „Evidero“ zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd reif für die Zeit war, aber egal. Zumindest hat Neven DuMont Jr. im Zusammenhang mit seiner journalistischen Bankrotterklärung öffentlich angekündigt, künftig nur noch in Immobilien machen zu wollen. Was Klaus Wowereit in einer Rede beim Kongress der Zeitungsverleger zu folgender Äußerung veranlasst hat: „Wenn ein Verlegersohn in Interviews verkündet, erst einmal lieber in Immobilien zu investieren und irgendwann vielleicht mal wieder in eine Zeitung, dann ist in dieser Familie etwas schiefgelaufen“. Sowas lässt ein Konstantin Neven DuMont natürlich nicht unkommentiert. In einem offenen Brief attestierte er dem OB zunächst freundlich ein paar Qualitäten als „Chef-Vermarkter unserer Hauptstadt“, schrieb dann jedoch:

„Ich muss mit Ihnen aber auch schimpfen.“ Nämlich über Wowis Versagen im Zusammenhang mit dem Flughafen-Fiasko: „Außerdem finde ich es unmöglich, wie dilettantisch Sie sich gegenüber den Baufirmen des Flughafens Berlin Brandenburg verhalten haben. Wenn ich so etwas machen würde, wäre ich schon längst pleite.“ Mit Verlaub, ohne die Millionen von Papi wäre der kölsche Nachwuchs-Unternehmer vermutlich ohnehin längst auf Hartz IV – zumindest könnten das böse Zungen behaupten. Aber es kommt noch dicker. Konstantin an Wowi: „Wenn es bei Ihnen das nächste Mal um Immobilien, Medien oder Familienunternehmen geht, wenden Sie sich direkt an mich. Dann wird bestimmt alles gut.“ Das Tragikomische dabei: Der Immobilien-Fachmann Konstantin Neven DuMont meint das wahrscheinlich ernst und versteht partout nicht, warum Klaus Wowereit und BER-Manager Hartmut Mehdorn auf sein generöses Hilfsangebot bislang noch nicht eingegangen ist. Genau wie damals, als er sich um den Job des WDR-Intendanten bewarb, aber dann noch nicht mal um Vorstellungsgespräch geladen wurde. Weshalb ich Herrn Neven DuMont hier seinerzeit kompletten Realitätsverlust attestiert habe. Woraufhin er so nett war, sich in einem Leserbrief aufs Allerdrolligste zu empören und juristische Schritte wg. Beleidigung und so anzudrohen. Machen wir einen neuen Versuch: Lieber Konstantin Neven DuMont, wir bekommen in letzter Zeit so erschreckend wenig Leserbriefe. Seien Sie doch so nett und erweisen Sie uns noch mal die Ehre. Wir würden uns freuen. Ganz ohne Scheiß.           
 

Text: Reinhard Lüke

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