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Gesellschaft

Leben zwischen Kitas und Spielplätzen

Dienstag, 26. März 2019 | Text: Markus Küll | Bild: Markus Küll

Geschätzte Lesezeit: eine Minute

Alexandra Helmig, Schauspielerin, Drehbuchautorin und Sängerin aus München hat ihr Theaterstück „Frau Mutter Tier“ aus dem Jahr 2011 zu einem Kinofilm weiterbearbeitet. Gemeinsam mit ihrer Freundin Annette Frier hat sie den Film im Odeon-Kino vorgestellt und mit Meine Südstadt gesprochen.

Burn-Out am Klettergerüst

Am Anfang schwenkt die Kamera über München. Sehr bald aber wird klar, dass die Spielplätze, auf denen der Großteil der Handlung der Komödie zu spielen scheint, auch der Volksgarten oder die Gärten der zahlreichen Kitas in der Südstadt sein könnten. Denn um Kitas und Sandkästen dreht sich das Leben der Protagonistinnen. Sie alle versuchen einen Spagat zwischen der Verantwortung für die Kinder, der Anstrengung, eine Karriere zu organisieren und den verzweifelten Versuchen, Reste eines Privatlebens zu behalten.

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„Man sieht das Tolle und die Einsamkeit“ reflektiert Alexandra Helmig in der anschliessenden Diskussion. Ihr war wichtig, die Form der Komödie zu nutzen, um das „Thema zu setzen, weil die Komödie erlaubt, zu überspitzen“. In der Tat sind das einige der stärksten Momente des Films: immer dann wenn die allzu bekannten Szenen aus Kita, Küche und Sandkiste ins Absurde und Groteske kippen und sich die Figuren lustvoll aus den Stereotypen kippen, um zum Beispiel gemeinsam mit ihren Kindern im Sand zu buddeln oder mit Spaghetti zu werfen.

Ein Abend unter Freundinnen

Für Anette Frier war es eine Herzensangelegenheit, im Film ihrer Freundin mitzuspielen: „Ich habe gesagt: ich will mitmachen, auch wenn ich eine Männerrolle spiele!“ Die Freundinnen, die sich immer wieder zu gemeinsamen Projekten zusammenfinden, waren direkt von einer Lesung auf der LitCologne ins Odeon gekommen. Zu jeder der neun Aufführungen von „Frau Mutter Tier“ in deutschen Großstädten wurde Alexandra Helmig von einem weiteren Ensemble-Mitglied begleitet. Für die Kölner Aufführung im Odeon hatte es der bekennende Südstadt-Fan Annette Frier nicht weit.

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Die anschließende Diskussion wurde von einem der wenigen Männer im Kinosaal mit dem Verweis auf etliche „eigene Deja-Vu’s“ eröffnet. Wenig später kam aber auch die Frage, „warum denn die Männer so schlecht wegkommen“. Spätestens da war klar, dass Filme wie „Frau Mutter Tier“ bei allem komödiantischem Spiel den Nerv einer gesellschaftlichen Diskussion weiterhin treffen.

Der Film „Frau Mutter Tier“ wird noch heute, 26. März, ab 18.30 Uhr und morgen, 27. März, ab 17 Uhr im Odeon-Kino, Severinstraße 81, gezeigt.

Text: Markus Küll

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