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Bürgerbeteiligung Parkstadt Süd Politik

Lob und Kritik der Bürger und nur ein kleines bisschen Wut

Dienstag, 23. Juni 2015 | Text: Stefan Rahmann | Bild: Stefan Rahmann

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Am Samstag erhielten fünf Planungsteams die Aufgabenstellungen für die Entwicklung der Parkstadt Süd – hervorgegangen aus der seit Wochen laufenden Bürgerbeteiligung. Zwischennutzungen auf dem Großmarktgelände sind ausdrücklich erwünscht.

Ganz zum Schluss kam doch noch Leben in die Bude. „Wenn Sie es nicht schaffen, die Bürger ordentlich einzuladen, dann erkundigen Sie sich doch mal beim US-Lügenministerium, wie das geht“, schleuderte eine Anwohnerin der Raderberger Brache den Moderatoren Simon Hubacher und Klaus Overmeyer entgegen. Hubacher mahnte: „Ich bitte doch um einen etwas ruhigeren Ton.“ Da war er bei der Frau an der falschen Adresse: „Wie soll das denn gehen. Ich rege mich doch gerade auf.“ Die Bürgerin hatte moniert, dass noch nicht einmal mit Postwurfsendungen für die Veranstaltung „Parkstadt Süd konkret – Aufgabenstellung für die Planungsteams“ geworben worden war. „Deshalb ist die Zahl der Leute, die an diesem Bürgerbeteiligungsverfahren teilnehmen, auch überschaubar.“ Kritiker und Befürworter des Verfahrens nutzen die letzte Stunde der Veranstaltung in der Europaschule am Samstag, um Lob und Tadel zu verteilen. Wir haben vier Meinungen in bewegten Bildern festgehalten.

 

Dr. Ju?rgen Mu?nch from Meine Südstadt on Vimeo.

Kritik hatte es während des bisherigen Verfahrens immer wieder an der Anonymität des sogenannten Begleitgremiums gegeben. Auch ich als Vertreter des NeuLand-Gemeinschaftsgartens habe moniert, dass die Begleiter in der Öffentlichkeit bislang „gesichtslos“ geblieben sind. Das Gremium ist dafür da, den Planungsprozess für die Entwicklung der Parkstadt Süd zu begleiten, den Planern Hinweise zu geben und am Ende auch Entscheidungen zu treffen. Die Tagungen des Gremiums sind nichtöffentlich. Auch am Samstagmorgen hatte sich das Gremium getroffen. Am Samstagnachmittag geschah das Unerwartete: Overmeyer präsentierte das Begleitgremium dem Publikum. Mitglieder sind Politiker, Verwaltungsvertreter und externe Experten. Angesichts des Vorwurfs, die Arbeit des Gremiums sei intransparent, versprach Baudezernent Franz-Josef Höing, darüber nachzudenken, ob die Tagungen in Zukunft öffentlich sein könnten. Oder ob Vertreter der Bürger ohne Stimmrecht daran teilnehmen können.

 

Ottmar Lattorf from Meine Südstadt on Vimeo.

Danach leitete Overmeyer über zu den Aufgabenstellungen für die fünf Planungsteams. Zunächst merkte er an, dass die Teams, die bis November Zeit haben, ihre Entwürfe zu planen, nicht in Konkurrenz zueinander stehen: „Es wird am Ende keinen Gewinner geben. Es geht um die Konkurrenz der besten Idee.“ Dann nannte der Moderator neuralgische Punkte, denen besondere Beachtung zu schenken sei. Dazu zählen die „Lange Halle“ auf dem ehemaligen Güterbahnhof, „die ein Riesenpotenzial für Zwischennutzungen hat“, so Overmeyer, die Verbindung von Fortuna-Sportpark und Volksgarten, die Markthalle, das Bolder-Gebäude, der Hochbunker und die Bürogebäude am Rheinufer. Vorgabe ist der Bebauungsplan Eifelwall. Das heißt, dass das neue Stadtarchiv an dieser Stelle nicht in Frage gestellt werden darf.

 

Gerhard Oels from Meine Südstadt on Vimeo.

Der Masterplan vom Büro Albert Speer hat Leitfadencharakter. Der Grünzug, den das Entwicklungskonzept Südliche Innenstadt-Erweiterung in der Mitte des Sanierungsgebietes zwischen überwiegender Bürobebauung am Bahndamm und Wohnbebauung am Bischofsweg vorsieht, darf von den Planern verschoben werden. „Aber das muss gut begründet sein“, gab Overmeyer ihnen mit auf den Weg. Zwischennutzungen sollen nach Maßgabe von Eigentumsrechten und Verfügbarkeiten möglich sein. Die Planungen sollen „kompakte Schulstandorte“ vorsehen. Der Katalog der Aufgabenstellung für die Planer umfasst zehn Punkte. Die sind überschrieben mit Kooperative Entwicklung, Stadt durch Teilhabe, Inklusion, Städtebau, Lebendige Quartiere und Nachbarschaft, Grüngürtel als Grundgerüst, Nachhaltige Mobilität, Bestand als Startkapital, Balance von Sozialverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit, Konzept vor Höchstpreisvergabe. In ihnen finden sich die meisten Forderungen wieder, die die Bürger an den Themenabenden zusammen mit Verwaltungsmitarbeitern und den Impulsreferenten erarbeitet haben.

 

Hans Peter Arenz from Meine Südstadt on Vimeo.

Baudezernent Höing stellte im Anschluss in einer improvisierten Pressekonferenz nochmal aus seiner Sicht dar: „Unsere Profession steht hier unter Beobachtung. Deshalb wollen wir alles in diesem Verfahren auf offener Bühne machen. Der Kölner Süden hat seine eigene Logik. Die müssen wir beachten. Wir haben ja bisher in kleineren Dimensionen und nur auf der grünen Wiese gebaut. In der Parkstadt Süd müssen wir uns mit Bestehendem auseinander setzen. „Es wird Reibungswiderstand geben bei diesem Prozess“, prognostizierte Klaus Overmeyer: „Aber es wird ein besseres Leben geben in der Stadt, wenn wir uns dieser Reibung aussetzen.“ Die Bürgerforderung, mit dem Bau des Inneren Grüngürtels am besten sofort zu beginnen, unterstützte schließlich Professor Gerd Aufmkolk, Mitglied des Begleitgremiums, mit einem pragmatischen Hinweis: „Investoren wollen ja nicht in eine Wüste bauen, wenn der Großmarkt abgeräumt ist. Ich habe an einem ähnlichen Projekt mitgearbeitet, da drehten sich die Baukräne erst, als das Grün da war. Und mit dem Grün steigt ja auch der Wert der benachbarten städtischen Grundstücke.“ Da nickte der Dezernent.
 

Text: Stefan Rahmann

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