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Kultur

Meine Lieblingsbücher im September

Dienstag, 7. September 2010 | Text: Stephan Martin Meyer | Bild: meinesüdstadt.de

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Schon zum zweiten Mal fragten wir Hans Schumandl aus der Buchhandlung am Chlodwigplatz nach seinen Lieblingstiteln. Einige sehr komische Bücher hat er uns ans Herz gelegt, aber auch einen Thriller für den gemütlichen Herbstabend unter einer Wolldecke. Und nicht zuletzt einen Autor, den er selber bereits in seiner Jugend las und der ihn immer wieder fasziniert. Lassen wir uns von ihm verführen!


«Was hast du dabei, Cedar?», fragte Rachel. «Babykaulquappen», sagte ich. «Das sind keine Kaulquappen. Das ist Spucke.»?Kat Daniels trat hinzu und strich sich ein paar Strähnen aus dem Gesicht, bevor sie sich über das abgenutzte Mittelstufenmikroskop beugte. Während sie hineinblickte, verstrich ein endloser, nervenaufreibender Moment zwischen ihr, mir und Millionen von Fortpflanzungszellen. Sie war für einen Augenblick still. Ich konnte sehen, wie sie begriff. Dann blickte sie auf und sagte: «Cool.»?Danach war es mir egal, wie widerlich mich meine Klassenkameraden fanden. Kat glitt zurück an ihren Arbeitsplatz, um einGänseblümchen zu untersuchen. Unsere Lehrerin blickte gerade lange genug in das Mikroskop, um das Wesen meiner Probe auszumachen, und zeigte dann in Richtung Tür. «In Mr. Warners Büro. Auf der Stelle.»

Dies ist die wunderbare Liebesgeschichte von Kat und Cedar. Die beiden waren vor 20 Jahren ein Paar, nachdem er sein Sperma mit in die Schule brachte und sie gerade stolz auf ihren ersten Eisprung war. Ein unglaublich komische Geschichte mit viel Tiefgang.

 

Ryan Boudinot
Sperm & Egg: Eine Liebesgeschichte
Rowohlt
12 Euro

 


Wie aus dem kleinen Bruder Frank der große Herr Lehmann wurde.?Berlin-Kreuzberg, November 1980: Im Schatten der Mauer gedeiht ein Paralleluniversum voller Künstler, Hausbesetzer, Kneipenbesitzer, Kneipenbesucher, Hunde und Punks. Bier, Standpunkte, Reden, Verräterschweine, alles ist da. Nur eines fehlt: jemand, der alles mal richtig durchdenkt – Frank Lehmann aus Bremen. Nachdem dessen WG dort vom Gesundheitsamt geschlossen wurde, macht Frank sich auf nach Berlin zu seinem großen Bruder Manni. Doch der ist verschwunden. Es beginnt eine abenteuerliche Suche quer durch die nächtliche Stadt …??Sven Regeners dritter großer Herr-Lehmann-Roman, chronologisch zwischen „Neue Vahr Süd“ und „Herr Lehmann“ angeordnet. Wir erleben das anarchische Berlin, das heute längst untergegangen ist.

 

Sven Regener
Der kleine Bruder
Goldmann
9,95 Euro


»Der Blutdurst der Jäger. Wie würden sie es machen? Ein einzelner Schuss? Nein. So gnädig waren die nicht, diese Teufel, so waren sie nicht …«?Ein Leichenfund in einem Sommerhaus in Rørvig. Zwei Geschwister sind brutal ermordet worden. Der Verdacht fällt auf eine Gruppe junger Schüler eines exklusiven Privatinternats, die für ihre Gewaltorgien bekannt sind. Einer von ihnen gesteht.
Zwanzig Jahre später. Nachdem Carl Mørck aus dem Urlaub zurückkommt, stößt ihn sein Assistent Assad mit der Nase auf die verstaubte Rørvig-Akte. Doch von oberster Stelle werden ihnen weitere Ermittlungen verboten. Carl und Assad ist klar, dass hier etwas zum Himmel stinkt: Die Spuren führen hinauf bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft, in die Welt der Aktienhändler, Reeder und Schönheitschirurgen – und sie führen ganz weit nach unten, in die Abgründe der Gesellschaft, zu einer Obdachlosen: äußerlich hart wie Granit, doch mit einer blutenden Seele …
Adler Olson ist ein legitimer Nachfolger von Stig Larsson, denn seine Bücher sind sehr politisch. Zusätzlich beherrscht er aber auch den Witz und schreibt wahnsinnig spannend. Die Bücher von ihm machen süchtig.

 

Adler Olson
Schändung
DTV
14,90 Euro

 

 


Euro??Keith Stapperpfennig ist beim Großvater aufgewachsen, mit vier Geschwistern und einer Reihe immer jüngerer Großmütter. In die aktuelle ist er selbst verliebt. Zum Achtzigsten schenken die Enkel dem alten Herrn eine Reise an ein Ziel seiner Wahl. Er wünscht sich China, und Keith soll mit. Doch der weigert sich, verjubelt das Reisegeld und lässt den Großvater allein ziehen. Dann bekommt Keith einen Anruf, der Großvater sei im Westerwald gestorben. Er muss nun eine Geschichte aus dem Hut zaubern, die den Geschwistern glaubhaft macht, die Reise habe stattgefunden – und erfindet sein eigenes China. Und was für eines.

Eine witzig und wahnsinnig komisch erzählte Geschichte, die an die Lügenmärchen von Münchhausen erinnert.

 

Tilman Rammstedt
Der Kaiser von China
Rowohlt
8,95


Wenn P. G. Wodehouse von „autobiographischen Ausschweifungen“ spricht, sollte man keine konventionelle Biographie erwarten. Auf altbekannte Weise erzählt der Autor statt dessen von Knebelbärten in Kalifornien, Türspionen in New York, von Gürteltieren und vom Schnirkelschneckensammeln und überrascht mit schlagenden Argumenten gegen körperliche Ertüchtigung und für lebenslanges Rauchen. Ganz nebenbei erfahren wir auch einiges von seinen Anfängen als Bankangestellter, von seinen ersten Schreibversuchen und seinem literarischen Durchbruch, doch sollte nicht alles für reinen Wein gehalten werden, was P. G. Wodehouse uns hier einschenkt.

P. G. Wodehouse (1871-1975) war ein Vielschreiber. Einige seiner Titel sind jetzt neu übersetzt worden und offenbaren dadurch erst heute die ganze Tiefe seines Humors. In seinen Büchern findet man keinen Humor auf dem Niveau von Tommy Jaut. Wodehouse provoziert kein krachledernes Schenkelklopfen, denn sein Witz ist um vieles feinsinniger und durchdachter. Eine klassische Screwball-Comedy.

 

P. G. Wodehouse
Reiner Wein: Autobiographische Abschweifungen
Suhrkamp
7,90 Euro

 

Viel Vergnügen beim Lesen!

Text: Stephan Martin Meyer

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