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Kultur

„Sie sind doch Künstler …“

Dienstag, 22. Juni 2010 | Text: Nora Koldehoff | Bild: Stephan Schmitz

Geschätzte Lesezeit: eine Minute

Wie die Grundschule Zugweg zu einer einzigartigen Kunstsammlung kam. Über die Aura des Originals in der Kunst ist viel nachgedacht worden, seit Walter Benjamin 1936 seinen legendären Aufsatz über das „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ veröffentlichte. Natürlich gibt es inzwischen hervorragende Drucktechniken, in denen die Bilder großer Maler wiedergegeben werden können. Natürlich wirbt Apple für sein neues iPhone mit einer Bildschirmoberfläche, die der menschlichen Netzhaut so nah kommt wie nie zuvor. Und dennoch hat eine echte Zeichnung, eine echte Plastik, ein echtes Gemälde irgendetwas, das keine noch so gute Reproduktion wiedergeben kann.

Warum also nicht schon Kinder im Grundschulalter an die Qualität und an die Aura originaler Kunstwerke gewöhnen? dachte sich der in der Südstadt lebende Bildhauer und Maler Cornell Wachter und startete eine entsprechende Initiative für die Grundschule am Zugweg. Auslöser erzählte der heute 48-Jährige der Zeitschrift „Kunstforum“, sei die Frage eines Drittklässlers gewesen: „Herr Wachter, Sie sind doch Künstler. Haben Sie schon die rote Stange auf dem Verteilerkreis gesehen ?“ Wachters Kollege Lutz Fritsch hatte im September 2008 auf den Verteilerkreisen der A 555 in Bonn und Köln zwei fünfzig Meter hohe Stahlstelen aufgestellt. Eigentlich sollten sie die Verbundenheit der beiden Städte an Anfang und Ende der ältesten deutschen Autobahn symbolisieren. Dem fragenden Kind fiel aber noch etwas anderes auf: „Ist doch komisch, die Autos wirken jetzt viel kleiner“. Dieses ganz eigene, kindliche Bewusstsein für Kunst zu fördern, ist das zweite Ziel der vielleicht ungewöhnlichsten Kunstsammlung der Stadt.

Dass er über ausgezeichnete Kontakte verfügt, belegte Wachter schon vor sieben Jahren, als er für das „Kölner Signal gegen den Irak-Krieg“ unter anderem Günter Grass, Walter Jens und Dieter Wellershoff als Unterstützer gewann. Für die Kunstsammlung Zugweg nahm Wachter Kontakt zu Künstlern wie Robert Wilson, Klaus Staeck und dem ebenfalls im Süden der Stadt lebenden Gerhard Richter auf. Mit Erfolg: Richter stiftete einen signierten Entwurf zum berühmten Domfenster, Staeck fünf seiner Plakate, Wilson eine Zeichnung. Weitere Arbeiten steuerten angesprochene Sammler und Galeristen bei.

Andreas Blühm, Direktor des Wallraf-Richartz-Museums, eröffnete die über das gesamte Schulgebäude verteilte Sammlung im Februar. Der Grafikdesigner und Fotograf Sebastian Linnerz zeigte gleichzeitig seine Aufnahmen von Engelsskulpturen auf dem Nord-, Süd- und Melaten-Friedhof. „Flügelbilder“ hieß diese erste Ausstellung, „Votivbilder“ die Zweite, in der Susanne Waltermann im Juni ihre Werke gemeinsam mit Arbeiten zeigte, die in einem gemeinsamen Workshop mit Schulkindern entstanden sind. Weitere Ausstellungen sollen folgen.

 

Votivbilder ist noch bis zum 24. Juni in der KGS Zugweg zu sehen.

 

Kath. Grundschule Zugweg
Zugweg 42 – 44
50677 Köln
 

Bild: Susanne Waltermann

Titel: „Das Schicksal hat wieder“ aus dem Jahr 2008
 

Text: Nora Koldehoff

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