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Kultur

Vom Liebesglück zum Liebesleid

Mittwoch, 4. Mai 2016 | Text: Alida Pisu | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Zum 15. Mal findet das „Sommerblut“-Festival in Köln statt. Dem diesjährigen Schwerpunktthema „Liebe“ in all ihren Facetten widmen sich auch zwei Ausstellungen in der Südstadt. Dreht sich in „Love Letters“, der Schau der Künstlergemeinschaft im KAT18 und der Kreativwerkstatt Bürgerspital Basel eher um das Gelingen der Liebe, so zeigt „Museum Of Broken Relationship“ (Altes Pfandhaus) die Geschichten enttäuschter Hoffnungen und in die Brüche gegangener Beziehungen.

„Bei den Künstlern, die hier vertreten sind“, so Jutta Pöstges, künstlerische Leiterin im KAT18, „geht es nicht um konzeptionelle Kunst, verbunden mit einer konkreten Idee, einem konkret geplanten Vorgehen und mit der Reflexion, was ausgedrückt werden soll. Sondern das ist immer intuitiv, aus dem Inneren heraus gespürt und dann ausformuliert.“

Im Entstehungsprozess sind beeindruckende und eigenwillige Objekte entstanden, hier seien nur einige herausgegriffen: Phillip Livaja etwa, der sich in seiner Arbeit mit der Gottesliebe, seinen kroatischen Wurzeln und Bildmotiven der dortigen Kirchenkunst auseinandersetzt, hat eine kleine, sehr berührende Serie von Kruzifixen geschaffen. Darunter ein Kruzifix mit vertrockneten, auf dem Weg ins Atelier gesammelten Osterglocken, einem Symbol der Vergänglichkeit, das einen interessanten Kontrast zum Gedanken der Wiederauferstehung bildet.

 

Oder Andreas Maus, der bevorzugt mit dem Kugelschreiber und einem reduzierten Farbspektrum von Rot, Schwarz und Blau arbeitet, mit Farben, die nicht knallig, sondern eher zart, dennoch kraftvoll und lebensfroh wirken. Er zeigt die Liebe zwischen Mensch und Tier. Das hat Charme und Witz, sogar sexuelle Assoziationen stellen sich ein bei Objekten wie: „Sie liebt ihre Möpse.“ Mops müsste man sein, um so hingebungsvoll geküsst zu werden…

Wunderschön und eine Hommage an die legendären Cartoons „Liebe ist…“, sind die Stickarbeiten aus der Kreativwerkstatt Basel. Wie die Originale zeigen auch sie jeweils nur ein einziges Bild: Pärchen in Pose, aber sie haben eine weitaus stärkere Leuchtkraft durch das verwendete, edel glänzende Material.

 

Das Bild „Love Letters“ von Susanne Kümpel, das der Ausstellung den Titel gab, zeigt eine Art innerer Wohlfühl-Situation. Anders gesagt: was brauche ich, um glücklich und zufrieden zu sein? Auf jeden Fall eine überdimensionierte Weste, in die ich mich einkuscheln kann und dazu noch all die Dinge, die die Künstlerin selbst gerne mag. Sie werden durch Accessoires gezeigt: Fernseher, Kopfhörer, Malkasten. Man könnte es fast philosophisch nennen, was Susanne Kümpel damit ausdrückt: ich warte nicht darauf, dass jemand kommt, der mich liebt, ich bin durchaus in der Lage, mich selbst zu lieben und diese Liebe auch auszudrücken.

Ganz anders die Objekte im „Museum Of Broken Relationship“. Zeigen sie doch Gegenstände und Texte, die die Brüchigkeit von Liebesbeziehungen dokumentieren. Denn dass Liebe ewig währt, ist eine Fabel, die ins Reich der Phantasie verbannt werden muss.

Olinka Vištica und Dražen Grubiši?, die Initiatoren des Projektes, haben nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren weltweit knapp 3.800 Gegenstände als ungeliebte Überbleibsel zerbrochener Beziehungen gesammelt. Kai Kullen, der die Ausstellung für Köln organisiert hat, sprach in seiner Begrüßung davon, dass beim Ehebruch besonders deutlich wird, wie stark die Liebe eigentlich ist. Und das der Wert von Gegenständen nicht am sächlichen oder finanziellen Wert festzumachen ist. Sondern an den schönen, intensiven oder dramatischen Geschichten, die mit ihnen verbunden sind.

 

Und davon gibt es in der Ausstellung mehr als genug. Manche kommen dem Klischee von gescheiterter Liebe sehr nahe. Wie ein Glas, gefüllt mit Asche und dem Einzeiler: „Ein Ende mit Schrecken – Brautkleid verbrannt.“ Gleich nebenan ein Brautkleid und die beinahe heiter stimmende Frage: „Bekomme ich es zurück, wenn ich beschließe, wieder zu heiraten?“

Weitaus banaler und alltäglicher sind Gegenstände wie Kamm, Fön oder Standspiegel. Brachial dagegen eine Axt, die sich ein treulos Verlassener zulegte, um sich täglich einem Möbelstück der Verflossenen widmen zu können. So unterschiedlich wie die Gegenstände und Texte ist schließlich auch der Umgang mit dem Verlassen oder Verlassenwerden.

Wer mag und seine eigene Geschichte zu dem Thema beitragen will, der kann dies im eigens geschaffenen „Raum der Begegnung“ tun. Weiße, noch unbeschriebene Blätter harren darauf, beschriftet zu werden mit all dem, was Liebesleid und Liebesschmerz ausmachen.

 

Beide Ausstellungen sind noch bis zum 15. Mai zu sehen. Und wie es sich für das Thema gehört, liegen Liebesglück und Liebesleid buchstäblich nur einen Steinwurf auseinander, genauer gesagt: man kann vom KAT18 mit den „Love Letters“ kommend, um die Ecke ins Alte Pfandhaus gehen und sich ansehen, was von der Liebe übrig bleibt.?

 

 

 

„Love Letters“

Kunsthaus KAT 18 / Kreativwerkstatt Bürgerspital Basel, Kartäuserwall 18
Künstler/innen: Nicole Baginski, Tanja Geiß, Susanne Kümpel, Ursula Lüthi, Sarah Maiocchi, Andreas Maus, Nico Randel, Oliver Reigber, Anna Rossa, Janine Müller, Irene Stamp, u.a.
Zeichnungen, Malerei, Stickbilder, KAT18 / GALERIE, 30.04. – 15.05.2016
Öffnungszeiten: Di. – Sa. 11 – 19 Uhr, So. 15 – 19 Uhr

„Museum of Broken Relationships“
Altes Pfandhaus, Kartäuserwall 20, 30.04. – 15.05.2016
Öffnungszeiten: täglich von 16 – 19 Uhr

Text: Alida Pisu

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