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Gesellschaft

Watt fott es, es fott?

Freitag, 29. Juni 2018 | Text: Judith Levold | Bild: Martin von Bongardt

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

SüdstadtbewohnerInnen, vor allem aus der Nachbarschaft rund um den Volksgarten, organisieren gerade unter dem Motto „Wir wollen unser Mosaik zurück!“ Widerstand gegen eine aus ihrer Sicht skandalöse „Geschichtsvergessenheit“ und die Beseitigung eines Kunstwerks, das ihrer Ansicht nach längst hätte unter Denkmalschutz gestellt werden müssen.

Was ist passiert?

Das Haus Kleingedankstraße 11, Ecke Volksgartenstraße, ist das ehemalige Wohnhaus des renommierten Kölner Architekten Wilhelm Koep (1905-1999), dessen Fassadenanbau er mit einem Groß-Mosaik gestaltet hatte – seit den 50er Jahren einzigartige künstlerische „Landmark“ im Viertel. Viele Gebäude Wilhelm Koeps stehen unter Denkmalschutz, wie die Sartory-Säle, das 4711-Blau-Gold-Haus am Dom, das Barthonia Forum in Ehrenfeld oder das Senats-Hotel Unter Goldschmied, um nur einige zu nennen. Das Mosaik jedoch schaffte es nicht auf die Denkmal-Liste und verschwand jüngst unter Wärmedämmplatten.

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Neuer Eigentümer und Bauvorschriften

Ein Immobilienunternehmen, an das die Tochter Wilhelm Koeps das Haus verkaufte, hat gemäß Bauvorschriften die Fassade mit Wärmedämmplatten abgedeckt, ein Zeugnis „kultureller Barbarei…, ein Schildbürgerstreich erster Güte.“, wie Rolf Stärk, Nachbar und ehemaliges Grünen-Ratsmitglied, findet. Auch Martin von Bongardt, Silberschmied und seit Jahrzehnten im Viertel ansässig, schließt sich dieser Meinung an und spricht von dem Mosaik als einem „einmaligen Blickfang“. Gemeinsam mit anderen wollen sie erreichen, dass man ins Gespräch kommt – mit Bauamt, neuen Eigentümern und dem Denkmalamt. Ziel ist, die Wärmedämmung rückzubauen, das Mosaik zu reparieren und als Denkmal zu schützen.

Vom Denkmalamt übersehen?

Denn, so Stärk, das sei ja, als „klebe man Rathaus oder Dom für die Wärmebilanz zu“. Diese Dämmungsverordnungen seien bei Denkmälern nicht anzuwenden und ein eben solches müsse das Mosaik werden, wie er meint. Niemand im Viertel habe sich vorstellen können, dass es das nicht längst sei. Die Reaktionen auf seine Bemühungen, die Denkmalbehörden dafür zu mobilisieren, empfindet Stärk als enttäuschend – allerorten bedaure man den Vorfall zwar, stelle die Sache aber als irreversibel dar. So schrieb ihm das Amt des Stadtkonservators/Denkmalschutz und-pflege: „Da leider keine Informationen vorlagen, die Anlass für eine Prüfung des konkreten Denkmalwerts des Mosaiks hätten geben können, war es bedauerlicherweise nicht möglich, vor Entfernung des Objekts die Sachlage zu prüfen und gegebenenfalls den Abbruch zu verhindern. Auch eine Dokumentation des Bestandes war aus diesem Grund leider nicht möglich.“ Und weiter: „Für eine potentielle Denkmaleigenschaft des in der Nachkriegszeit vermutlich in den 1950er Jahren am Gebäude errichteten Treppenhauses mit dem Fassadenmosaik gab es laut Aktenlage leider keine Anhaltspunkte oder Hinweise. Insofern war das Objekt als bauliches Zeugnis der Nachkriegsjahre hier nicht erfasst… Daher kann ich die von Ihnen geschilderte Entfernung des Mosaiks und den unwiederbringlichen Verlust leider nur mit Bedauern zur Kenntnis nehmen.“

Fehler?

Dies sei schlicht falsch, so Stärk, denn ihm selbst sei es in Nullkommanix gelungen, im Netz bei bilderbuch-koeln im Denkmalkatalog die Mosaikfassade unter der Nummer 23455 zu finden, aus dem Jahr 2008 übrigens. Und unwiederbringlich sei das Mosaik ebenfalls nicht, so Stärk, denn „das Kunstwerk ist zwar vermutlich erheblich beschädigt, aber immer noch nicht verloren. Man kann die Abdeckung wieder entfernen und die Bohrlöcher verschwinden lassen.“ Doch man wolle den Fehler wohl nicht wirklich zugeben bzw. nicht daran arbeiten, ihn zu korrigieren, mutmaßt Stärk. Vergleichbare Reaktionen habe er nämlich auch vom Rheinischen Verein für Denkmapflege bekommen, in dem Fall von Kölns ehemaligem Stadtkonservator Ulrich Krings. Stärk und seine Mitstreiter wollen sich aber dennoch weiter engagieren.

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Dazu müsse man aber noch mehr Menschen mobilisieren und mit den Behörden und den neuen Eigentümern direkt und persönlich diskutieren. Die Koep-Mosaik-Liebhaber planen jetzt Unterschriftensammlungen, Diskussions-Veranstaltungen und eine Aktionen, wie beispielsweise per Beamer ein Bild des Mosaiks auf die jetzt helle Wärmedämmfassade zu projizieren – aber natürlich erst, sobald das Baugerüst demontiert sein wird. Was bislang aber schon steht und stehen bleibt, ist ihre Facebookseite.

Text: Judith Levold

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