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Umwelt

Wenn das Gemüse an der Haustür klingelt

Dienstag, 30. August 2011 | Text: Sonja Alexa Schmitz | Bild: Wikimedia Commons

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

„Du bist doch die Richtige, die ich danach fragen kann. Wie funktioniert das mit den Gemüse-Abos hier in Köln?“, fragte mich neulich ein Freund. Puh, mehr als, dass mir diese braunen Tüten, auf denen buntes Gemüse und die Worte „Gemüse Tüte“ draufgedruckt sind, schon mal aufgefallen sind, konnte ich dazu nicht sagen.

Ich tat, was alle in meinem Fall tun würden: Ich google die Worte „Gemüse Abo Köln“. Es gibt mehrere Anbieter, von denen man Obst und Gemüse zu sich nach Hause kommen lassen kann. Ich gehe erst mal auf die Seite der Gemüse-Tüte. Die Seite scheint etwas alt, die Preise sind von 2007. Wenn sie bis heute nicht gestiegen sind, dann sind die günstig. Die Große Gemüse-Tüte für  3–4 Personen kostet 10,95 Euro. Obst und Gemüse als Kombi 12,95 Euro. Ist die Frage, wie viel die für 3–4 Personen in die Tüte packen?
Diese Gemüse-Tüte kommt aber nicht einfach so zu mir nach Hause. Ich kann sie zwar bestellen, muss die aber bei einem Händler in meiner Nähe abholen. Nee, da kann ich mir ja gleich eine eigene Tüte dort zusammenstellen. Oder ich gründe eine Gemeinschaft von mindestens fünf Leuten, dann schicken sie eine Tüte an einen Ort, den die Gemeinschaft bestimmt. Dann muss derjenige aber vormittags zu Hause sein. Wenn man sich für ein Abo der Gemüse-Tüte entscheidet, dann kann man die in der Südstadt beim Reformhaus Bacher (Severinstraße 16) oder in der Kornstube (Merowingerstraße 18), abholen.

Ich google weiter und finde auch Gemüsekiste. Die erste auf der Liste ist Bioland Apfelbacher. Hier kann man sich die Kiste entweder nach Hause oder an den Arbeitsplatz schicken lassen – vorausgesetzt er liegt im Einzugsgebiet. Was aber bei Köln City wohl der Fall sein wird. Gerne kann man auch einen Schlüssel einreichen, so dass der Fahrer die Kiste in den Hausflur stellt. Muss halt jeder wissen, ob das mit den Nachbarn „kompatibel“ ist. Ansonsten hat man vielleicht einen netten Kiosk in der Nachbarschaft oder sonst einen Laden, die die Kiste annehmen können.

 

Die Kisten gibt es in den Größen 12,-, 16,- und 21,- Euro. Auch hier kann man eine spezielle Kiste ordern. Zum Beispiel die Mutter – und Kindkiste, die Rohkost-, Gemüse-, Schnelle Küche-, 100% Regional- oder die Individualkiste. Brote kann man bei Apfelbacher auch dazu bekommen, zudem Wein, Apfelsaft und Käse. Was mir gefällt ist, dass man hier so eine Art Wundertüte bekommen kann. Nicht nur, dass man sich bei Obst und Gemüse überraschen lässt (was ja bei jedem Anbieter der Fall ist), sie bieten zum Beispiel das „jede Woche ein anderes Brot“-Paket an, oder man wählt sonst ein Produkt im Wechsel. Das kann Schokolade, Wein, Trockenfrüchte, oder ähnliches sein.
Besonders sympathisch, und geschäftstüchtig ist dieser Bioland Apfelbacher, denn sie haben mit der Kölner ASTA ein Abkommen. Studenten können ein Gemüse-Abo machen und ihre Kiste einmal wöchentlich im Asta-Gebäude abholen – sie bekommen die Kiste 2 Euro günstiger.

Ich möchte noch mehr erfahren und vergleichen können und komme auf die Seite der IDA. Im Grunde funktionieren die ganz ähnlich, nur dass man hier die Preise nicht so ausführlich erfährt. Eine Schnupperkiste kostet 15 Euro, und ich vermute die Folgekisten im Abo kosten dasselbe. Dafür erfahre ich aber genau, was in einer Kiste, je nach Saison, drin sein kann. Zum Beispiel: 1 Kopfsalat, 400g Strautomaten, 300g Paprika rot/gelb, 500g Lauch, 1 Blumenkohl, 8 Aprikosen, 3 Äpfel, 4 Bananen.
Das soll für 2–3 Personen sein? Finde ich ein bisschen wenig für eine Woche.

 

Aber bei IDA kann man auch „Spezialanfertigungen“ ordern. Man kann gewisse Gemüse ausschließen, oder eines, dass immer dabei sein sollte nennen. Zudem liefert IDA auch Molkereiprodukte, Eier, Brot, Fleisch- und Wurstwaren in Bioqualität. Wofür der Name IDA steht bekomme ich nicht heraus.

Wenn ich Abo höre, dann werde ich etwas skeptisch. Abo macht man nicht gerne. Abo gleich verpflichtende Ausgaben für Dinge, die man irgendwann nicht mehr will. IDA beruhigt mich: Ich kann das Abo jederzeit, drei Tage vor Lieferung kündigen. Und natürlich auch mal aussetzen, wenn ich in Urlaub bin, oder gerade eine Mc Donalds-Phase habe. Soweit ich es herausfinden kann, scheint das auch für die anderen Anbieter zu gelten.

Über die Produkte: Die kommen alle von Biohöfen, größtenteils aus der Region. IDA bezieht seine Waren vom Biohof Bursch aus Bornheim und von Haus Bollheim aus Zülpich. Das sind übrigens die beiden Betriebe, die auf den Wochenmärkten am Rudolfplatz und Severinskirchplatz regelmäßig stehen. Da kann man ja schon mal probieren, ob’s schmeckt. Die Gemüse Tüte hat hauptsächlich den Biohof Bursch in der braunen Tüte. Aber ich lese in der Lieferanten-Liste auch Eu-Bio Spanien.

Bioland Apfelbacher produziert selber, und für das, was sie nicht schaffen können, haben sie verschiedene Anbieter. Auf ihrer Internetseite werden sie alle einzeln vorgestellt. Es sind teilweise ganz kleine Betriebe, wie zum Beispiel der von Elisabeth Hillebrand-Guessant im Vorgebirge. Sie macht Trockenfrüchte, und wenn man die Beschreibung liest, hat man das Gefühl, sie liebt jedes einzelne Früchtchen.

Es gibt noch viele andere Anbieter der Gemüse-Abos. Hier noch eine Liste: www.umstellung.info

 

Meine Freundin Brigitte hatte vor Jahren mal ein Abo der Gemüsekiste. Als ich ihr von dem Artikel erzählte, strahlten gleich ihre Augen und sie erinnerte sich, wie schön das eigentlich damals gewesen sei. So praktisch und gut. „Die haben auch immer Rezepte dazu gelegt, die habe ich heute noch,“ sagt sie und beweist es mir gleich, indem sie einen recht zerfledderten Ordner mit alten Rezepten aus der Schublade zieht. „Warum mache ich das eigentlich nicht mehr?“ fragt sie sich. Frage ich mich auch! Dieser Freund hat jetzt Geburtstag, und da fiel mir ein, ich schenke ihm so eine Gemüsetüte und die dazugehörigen Infos. Beim Geburtstagskind wird demnächst eine Gemüsekiste mit Grußkarte an der Tür klingeln.

 

 

 

Text: Sonja Alexa Schmitz

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