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„Wir suchen Kooperation!“

Mittwoch, 12. Oktober 2016 | Text: Judith Levold | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

– sagt Sven Nowak nachdrücklich und zeigt auf seinem Grundriss-Plänen des flachen Gebäudes an der Koblenzer Straße 11 auf die so genannten Kombi-Räume. „Die wollen wir flexibel nutzen, da können auch externe Nutzer was machen, arbeiten, ausstellen – da kann alles Mögliche drin stattfinden.“ erklärt er.

Wo früher die Firma Otto Wolff mit Draht- und Drahterzeugnissen handelte, wird jetzt mit dem Einzug von „Jack in the Box“ ein Zentrum für Upcycling entstehen – auch wenn heute noch alles leer und renovierungsbedürftig aussieht. „Wir müssen uns erst mal verorten, Wasser und Heizung checken und so, dann geht´s los“, so Martin Schmittseifer, Geschäftsführer des Vereins und mit diesem bis jetzt am ehemaligen Güterbahnhof Ehrenfeld zu Hause.

Hier in der Südstadt, genauer ja schon Bayenthal, sei das ein richtiger Neu-Anfang, findet Sven Nowak, Schmittseifers Kollege. Gerade erst feierte Jack in the Box 10jähriges Jubiläum, Nowak hatte gut drei Jahre pausiert und ist vor zwei Wochen wieder eingestiegen „Ich freu´ mich drauf“, meint er. Die Gegend hier rund um die Südstadt sei spannend und jetzt gelte es, „massiv zu netzwerke(l)n.“

 

Martin Schmittseifer, Sven Nowak und Christos Dassios vor den neuen Räumen in der Kölner Südstadt.

„Meine Südstadt“ traf die beiden und den bei ihnen angebundenen Filmkünstler Christos Dassios in ihrem neuen Refugium.

Meine Südstadt: Warum geht Ihr aus Ehrenfeld weg mit Jack in the Box?
Martin Schmittseifer: Unser Mietvertrag wurde zum 31.10. gekündigt. Auf dem Gelände, das der Aurelis gehört, entstehen Wohnungen. Wenn wir weg sind, wird da auch ziemlich schnell abgerissen werden.

Traurig?
Martin Schmittseifer: Schon, da geht ja ein Kapitel zu Ende, aber ich bin auch gespannt, wie es sich hier entwickelt, hier entsteht ja auch so eine Pionierphase für das gesamte Gebiet. Das passt zu uns.

Läuft denn Euer „Geschäft“ noch wie vor zehn Jahren – und legt Ihr ohne Pause hier los?
Martin Schmittseifer: Ja, klar, ab dem ersten November nehmen wir unsere Geschäfte hier auf. In der Beschäftigungsförderung sind wir einzige Anlaufstelle in Köln für Langzeit-Erwerbslose mit künstlerischen, kreativen Interessen und Fähigkeiten – die schickt das Jobcenter alle zu uns, wir hätten eigentlich 120%ige Auslastung…

Sven Nowak: …das wird hier richtig so eine kreative Zelle, wir machen dann erst mal nicht mehr so stark in Veranstaltungen, sondern bauen im Keller und im Erdgeschoss die Werkräume und Feinwerkräume für Upcycling und Kunst aus. Und haben im Parterre endlich mal einen amtlichen Empfang, Büros und Platz für Ausstellungen. In der ersten Etage kann Christos seine Filmkünstler und andere Kreative unterbringen.

Was ist denn so ein typisches Upcycling-Produkt von Euch?
Sven Nowak: Also der Klassiker sind ja die Jack-Boards, Sitzauflagen für Getränkekisten, aus denen wir schon ganze Theken, aber auch Tische und Regalsysteme gebaut haben. Manche Künstler machen aber auch eher Skulpturen aus gesammeltem Abfall, wir arbeiten viel mit Ton und haben eine komplette Fotografie-Ausstattung. Und wie gesagt: Kooperationspartner sind sehr willkommen.

 

Martin Schmittseifer (li.) und Sven Nowak.

Und was ist mit dem Umbau von See-Containern?
Martin Schmittseifer: Das haben wir ja schon seit 2012 nicht mehr im Programm, das war einfach immer nur ein Zubrot und hier hätten wir eh keinen Platz dazu, denn wir dürfen ja nur das Gebäude nutzen, die Freiflächen und Hallen sind anderweitig vermietet.

Könnt Ihr Euch denn auch eine längere Nutzung vorstellen, also über 2018 hinaus, wenn bis dahin hier noch nicht gebaut wird?
Martin Schmittseifer: Vorstellen kann man sich alles, aber wir arbeiten ja auch daran, ein eigenes Grundstück zu erwerben und zu entwickeln, wir haben einen Investor und Partner, mit denen wir an einem Gesamtkonzept für die so genannte Ostspitze, also die Güterhalle und Umgebung am ehemaligen Güterbahnhof Ehrenfeld, arbeiten und mit dem Eigentümer verhandeln. Aber das ist alles noch nicht spruchreif. Wir legen jetzt hier los.

Was machen denn die Jungs vom Street Food Festival und den Nachtflohmärkten, die bislang in Eurer riesen Halle in Ehrenfeld ihre Events hatten?
Martin Schmittseifer: Die Street Food-Leute ziehen in die dqe-Hallen in der Heliosstraße und der Nachtflohmarkt wird dann an wechselnden Orten stattfinden, etwa in der Abenteuerhalle Kalk oder in Ehrenfeld, in der Halle der Jugendzentren Köln gGmbH, in der Christianstraße.

Vielen Dank für das Gespräch – und: auf gute Nachbarschaft!

 

Mehr im Netz
koelnerbox.de
 

Text: Judith Levold

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