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Kultur

„Wir wollen für unsere Bilder einstehen“

Donnerstag, 27. Oktober 2022 | Text: Nora Koldehoff | Bild: laif Genossenschaft

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Die Fotoagentur laif hat in diesem Jahr ihr mehr als 40jähriges Bestehen mit einer Ausstellung im Museum für angewandte Kunst gefeiert. Doch seit August ist laif nicht mehr nur eine Agentur, sondern auch eine Genossenschaft – und damit als solche selbst Eigentümerin der Agentur. Dazu entschlossen sich die Mitglieder, nachdem der bisherige Besitzer, die Bildagentur ddp images, von Action Press gekauft wurde. „Unsere Bilder sind es wert“, schreibt Fotograf und Vorstandsmitglied Andreas Herzau in einer Pressemitteilung dazu. Im Gespräch mit Meine Südstadt erklärt er, warum dieser Schritt notwendig war – und welche Reaktionen die Genossenschaft seitdem bekam.

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Meine Südstadt: laif ist jetzt eine Genossenschaft. Ist das ein back to the roots? Entstanden ist laif ja eigentlich genau so: als Zusammenschluss von einigen Fotografen…
Das klingt immer so ein bisschen sehnsüchtig, back to the roots. Aber eigentlich ist es eher das Gegenteil: forward to the future. Die Genossenschaft ist jetzt das Dach der Marke laif und hat die GmbH gekauft.
Die Agentur selbst mit ihren mehr als 300 Fotografinnen und Fotografen und internationalen Netzwerken arbeitet genauso weiter wie vorher. Der einzige große Unterschied ist, dass wir durch die Genossenschaft eine sehr demokratische Form der Unternehmensführung gewählt haben. Bei einer Genossenschaft ist egal, wie viel Geld jemand in die Firma einzahlt – man hat nur eine Stimme.
Die Genossenschaft versteht sich als eine Art Inkubator. Ihr Ziel ist es, weiterhin die Marke laif zu stärken und den unabhängigen Fotojournalismus zu ermöglichen. In einer Zeit, in der die Medienlandschaft wirtschaftlich ziemlich ächzt und leidet, ist das besonders wichtig. Die Genossenschaft tritt an, um als Besitzerin, Beraterin, aber eben auch als Entwicklerin für die Marke laif zu agieren.

Wer hatte denn die Idee? Wie kam die auf?
Nachdem bekannt wurde, dass die Agentur ddp images, bisherige Besitzerin von laif, verkauft wird, haben sich einige Fotografinnen und Fotografen gefragt: Wie geht es weiter? Was bedeutet das für uns? Dann haben wir uns zusammengesetzt und darüber diskutiert. Dabei kam der Plan auf, eine Genossenschaft zu gründen und die Agentur zu kaufen – eine ungewöhnliche und auch einzigartige Idee. Wir sind, soweit wir wissen, die einzige Agentur, die als Genossenschaft agiert. Zumindest in Deutschland gibt es das kein zweites Mal.

Die Agentur hat sich auch immer dadurch ausgezeichnet, dass die Fotograf*innen ein hohes Mitspracherecht haben, was mit den Bildern passiert, richtig?
Anders als bei anderen Agenturen können wir relativ gut beeinflussen, wo die Bilder eingesetzt werden, und als Fotografen und Fotografinnen Absprachen mit der Agentur treffen. Ein großer Unterschied ist auch, dass laif noch sehr viele ausgebildete Bild-Redakteurinnen und Bild-Redakteure hat, die Printmedien oder auch andere Medien beraten. Viele andere Agenturen haben das nicht mehr. Die haben nur noch sehr wenig Personal und können auf spezielle Nachfragen, die die Umstände oder auch die Verifizierung von Bildern betreffen, gar nicht mehr reagieren. Dort kann man einfach nur noch Bilder runterladen und fertig.

In Ihrer Presseerklärung hieß es, dieser Schritt sei nötig geworden, um die Werte der Agentur weiter zu tragen. Liegt das daran, dass ddp von Action Press übernommen wurde?
Genau. Wir wollten nicht, dass laif in die Zwänge einer Aktiengesellschaft gepresst wird. Das kann zur Folge haben, dass Geld, das durch die Bilder der Fotografinnen und Fotografen verdient wird, im Zweifelsfall einfach abgeschöpft wird – und nicht mehr unbedingt der Agentur zugute kommt. Ob das passiert wäre, wissen wir nicht. Aber wir wollten dem vorbeugen.

Die Zusammenarbeit mit ddp selbst war aber offensichtlich über die Jahre eine gute.
Wir sind sehr freundschaftlich zusammengekommen und auch freundschaftlich wieder auseinandergegangen. Es lag tatsächlich nicht daran, dass es mit ddp in irgendeiner Weise geholpert hätte. Durch diesen Verkauf mussten wir einfach sehr genau und sehr langfristig über den Weiterbestand der Agentur nachdenken. Und dann bot sich eben die Lösung der Genossenschaft an. Die taz, die tageszeitung aus Berlin, hat vorgemacht, wie man so etwas machen kann. An deren Modell haben wir uns ein bisschen orientiert, haben uns aber auch andere Berater*innen dazugenommen.

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Kann sich eine Bildagentur heutzutage überhaupt noch behaupten – in einer Zeit, in der es eigentlich üblich ist, dass man etwa auf Social Media die Rechte an den eigenen Bildern abtritt?
Da können wir uns behaupten. Laif ist ja eine gesunde Firma, deren Markenkern die hohe Qualität der Fotografien ist. Und der besonders hoch qualifizierte Service, den laif als Agentur anbietet, neben all den guten Themen und Fotografien. Es ist eine Battle, gar keine Frage: Es wird sehr viel gefeilscht. Aber ich glaube, laif kann eben auch vermitteln, warum ein Bild von laif-Fotograf*innen im Zweifelsfall mehr kostet und auch mehr wert ist als andere.
Das ist eine Haltung. Gleichzeitig muss man natürlich zugeben, dass das Geschäft schwierig ist. Gerade dafür ist auch die Genossenschaft da: Wir planen, mit ihrer Schwarmintelligenz neue Geschäftsfelder zu erschließen, die unsere Wirtschaftlichkeit auch langfristiger sichern wird. Laif wird weiterhin eine lebendige Genossenschaft sein. Wir werden auch weiterhin Mitglieder suchen und auch finden, um Kapital dafür zu sammeln und Innovationen zu finanzieren.

Sind alle Fotograf*innen Mitglieder geworden?
Nein, es gibt keinen Zwang. Nicht alle konnten sich das leisten, nicht alle wollten das. Viele sind Mitglied geworden. Aber knapp ein Drittel der Mitglieder sind Personen, die keine laif-Fotografinnen und -Fotografen sind. Sie kommen aus der Kunst und Kulturszene und geben ihr Geld dafür, dass der unabhängige Fotojournalismus weiter besteht.

Und ein verlässlicher Bildjournalismus…
Es gibt diesen alten Satz: In Kriegen stirbt die Wahrheit zuerst. Und natürlich haben der Fotojournalismus oder die Fotografie auch eine Verantwortung. Dieser Verantwortung nachzukommen, ist natürlich unter schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen, wie im Verlagswesen oder auf dem Bildermarkt, nicht einfach. Wir aber wollen an unseren Ansprüchen festhalten – und wir wollen weiterhin für unsere Bilder einstehen. Wir wollen behaupten und überprüfen können, dass die Bilder echt und authentisch sind – keine Fake News. Dass unsere Bilder authentisch sind und mit hohem handwerklichem Sachverstand auch handwerklich erarbeitet werden. Dafür steht laif. Unser Anliegen ist es, das zu unterstützen, worum es letztendlich in der Meinungs- und Pressevielfalt geht.

Ihre Genossenschaft hat ihre Arbeit schon vor ein paar Monaten aufgenommen. Gab es zum Start Überraschungen?
Es war eher erwartbar, weil wir uns vorher darüber informiert haben, auf was wir uns da einlassen. Und haben eine gesunde Agentur mit Entwicklungspotenzial vorgefunden.
Wir wurden dafür sehr gelobt, dass wir in einer affenartigen Geschwindigkeit diese Genossenschaft gegründet und umgesetzt haben. Die eigentliche inhaltliche Arbeit wird dann vermutlich am Ende des Jahres beginnen. Wir waren bislang unheimlich eingespannt mit den ganzen Formalien, um alles rechtswirksam anzumelden, eintragen und notariell bestätigen zu lassen. Wir sind sogar jetzt noch dabei. Das nächste große Event wird dann die Genossenschaftsversammlung im nächsten Jahr in Köln sein.

Gab es Fotograf*innen, die skeptisch waren, ob das mit einer Genossenschaft so klappt – oder war das Feedback im Allgemeinen gut?
Im großen Ganzen war es überwältigend. Mahner und Zweifler gibt es immer – und es ist ja auch richtig, dass man über die Dinge nachdenkt. Aber wir waren doch sehr erstaunt, vor allem über den Zuspruch von externen Personen, die Anteile an der Genossenschaft gezeichnet haben. Da haben wir gemerkt, dass wir zur richtigen Zeit die richtige Idee hatten.

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Titelfoto (Bild: laif Genossenschaft):  Vorstand und Aufsichtsrat der laif Genossenschaft und laif Agentur (v. l.): Ingmar Björn Nolting, Christoph Bangert, Silke Frigge (GF laif Agentur), Andreas Herzau, Dagmar Schwelle, Manfred Linke, Berthold Steinhilber, Bettina Flitner und Jörg Gläscher.

Text: Nora Koldehoff

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