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Gesellschaft Kultur

Wo Menschen wie wild Schokolade ziehen

Donnerstag, 20. Dezember 2012 | Text: Elke Tonscheidt | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Zwanzig Jahre alt wird das Schokoladenmuseum Köln in diesem Jahr. Seit zwei Jahrzehnten zieht der imposante Bau an der Spitze des Rheinauhafens viele Blicke auf sich, ein Schiff aus Glas und Metall. Früher „saß“ hier das Hauptzollamt. Innen beschäftigt sich das Museum auf 4000qm mit der Geschichte und aktuellen Entwicklungen zu den Themen „Schokolade und Kakao“. Das Sammeln, Bewahren und Forschen gehört ebenso zum Aufgabenbereich wie die Präsentation attraktiver Ausstellungen. Erst im letzten Jahr wurde die kulturgeschichtliche Abteilung neu eröffnet. Wer vor Jahren im Museum war, wird heute nicht mehr viel wieder erkennen. Und es kommen viele Menschen, 2013 werden „kölsche“ elf Millionen Besucher seit Gründung des Schokoladenmuseums angepeilt. Elke Tonscheidt sprach mit der Museumsdirektorin Maria Mrachacz. Die 49jährige gebürtige Oberschlesierin zog bereits als Teenagerin in die Kölner Region und ist seit 14 Jahren für das Museum, das Gewinne erwirtschaftet, verantwortlich.

Meine Südstadt: Frau Mrachacz, das 1993 in Köln eröffnete Schokoladenmuseum gilt in dieser Form als einzigartig, was heißt das konkret?
Maria Mrachacz: Nach dem Film Chocolat ist das Thema Schokolade ganz massiv aufgekommen, ja, es ist unglaublich „in“ geworden. Es gibt einige Museen weltweit, die sich mit dem Thema beschäftigen, aber wir hier in Köln bereiten es sehr facettenreich auf, arbeiten wissenschaftlich, bilden sowohl die Kulturgeschichte als auch die Produktionstechnik ab. Unsere große Sammlung mit Originalen aus allen Kulturkreisen ist einzigartig. Im Ergebnis sind wir ein Erlebnismuseum für alle Menschen, ob groß oder klein und aus allen Bildungsschichten, rund um das wunderbare Thema Schokolade.

Wie viele Besucher kommen denn jährlich? Das Focus Magazin hat Sie mal auf der Top Ten Liste der meistbesuchten Museen gelistet.
Mit Recht, seit Beginn haben uns weit mehr als zehn Millionen Menschen besucht, etwa 675.000 im Jahr, das ist ein ganz hohes Level. Wir sind das am meisten besuchte Museum in ganz Köln. Und interessanterweise besuchen uns vor allem Erwachsene.

Besucher werden in dreizehn Sprachen betreut, viele internationale Gäste sind hier. Wie würden Sie z.B. einem Japaner das Museum in zwei Sätzen beschreiben?
Wir sind das Kompetenzzentrum für Schokolade, bieten Genuss und Kultur an. Man kann die Produktion der Schokolade bis zur fertigen Tafel verfolgen – es ist ein sinnliches Erlebnis bei uns zu sein.

 

Es gibt eine Fülle an Führungen. Besonders beliebt sind Workshops, bei denen Kinder und Erwachsene selber Schokoladenkreationen erfinden.
Wir richten uns damit zum einen an den Hobby-Chocolatier, der in unseren Pralinenkursen handgefertigte Köstlichkeiten nach seinem Geschmack herstellen kann. Der große Bereich der Verkostungen bietet tiefergehende Informationen rund um Schokolade und die Kinderangebote vermitteln vor allem, wie schwer es ist, eine gute Tafel Schokolade überhaupt zu produzieren, dass sie z.B. nicht bröselt etc. Wir geben Kindern hier an die Hand, wie man genießt! Es geht nicht um Fast, es geht um Slow Food, also dass man lieber auf Qualität achtet und dafür weniger isst. Über 500 Aromen sind in der Kakaobohne und somit in der Schokolade enthalten. Es gibt im Bereich Süßes nichts Tolleres zu essen als Schokolade.

Gibt es in diesem Jahr etwas, was Ihnen ganz besonders wichtig ist?
Wir werden zwanzig. Ein Datum, um das herum wir viele Programme und Aktionen erstellen werden. Schon unsere kulturgeschichtliche Abteilung wurde vergangenes Jahr neu konzipiert und eröffnet. Wir werden aber noch mehr Neues kreiieren, auch einige Ausstellungen sind aktuell in der Planung. Ich möchte jetzt nicht zu viel ankündigen, aber das ist ein ganz wichtiges Jahr mit vielen Angeboten für Jung und Alt.

Wie viele Mitarbeiter sind im Schokoladenmuseum beschäftigt?
Derzeit liegt unsere Mitarbeiterzahl bei 65, wenn man das ganze Museum mit Gastronomie und Shop berücksichtigt natürlich fast die doppelte Anzahl.

Entschuldigung, nur 65 für so viele Angebote? Ich bin perplex!
Ja, wir sind tatsächlich ein ganz kleiner Stab von 65 Menschen, darin enthalten ist der Museumsdienst mit Experten, die die vielen Führungen machen, aber auch der gesamte Produktionsbereich, der personalintensiv ist, wo viel Handwerk geleistet wird. Besonders unsere Verwaltung ist mit nur sechs Angestellten extrem schlank.

Beeindruckend, v.a. wenn man dann noch berücksichtigt dass Sie keine Zuschüsse erhalten, oder?
Richtig, wir bekommen keinerlei Zuschüsse, wir sind ein Unternehmen, eine GmbH, die alle Kosten deckt und sogar kleine Gewinne erzielt. Das ist deutschlandweit auch einzigartig, ich kenne zumindest kein Museum, das Gewinne macht. Wir finanzieren uns ausschließlich durch Eintrittsgelder und, siehe schlanke Verwaltung, wirtschaften ‚einfach‘ gut.

Der Gründer des Schokoladenmuseum, Dr. Hans Imhoff, lebt leider nicht mehr, aber seine Gattin, Gerburg Klara Imhoff. Spielt sie noch eine aktive Rolle?
Ja, Frau Imhoff bestimmt als Geschäftsführerin der Schokoladenmuseum Köln GmbH die Geschicke des Hauses. Sie achtet darauf, dass Gewinne reinvestiert werden, ihr liegt sehr am Herzen, dass wir als Museum eben auch eine wichtige Kulturstätte sind.

Zurück zu Ihnen, Frau Mrachacz. Haben Sie im Museum einen Lieblingsplatz?
(Sie überlegt ein paar Sekunden) Tatsächlich bei den Schokoladenautomaten, denke ich, ja. Sie sind wirklich etwas ganz Besonderes, einen haben wir sogar rekonstruiert, dort kann man für einen Euro Schokolade ziehen und Sie werden es nicht glauben, die Menschen ziehen da wie wild Schokolade, das ist einfach toll.

Wie oft essen Sie Schokolade?
Jeden Tag.

Gerade zur Weihnachtszeit ist das Thema Schokolade ja nicht überall beliebt, Eltern machen sich Sorgen um die richtigen Mengen usw. Wie stehen Sie dazu?
Natürlich ist es wichtig, auf seine Ernährung und vor allem die der Kinder acht zu geben. Aber da Schokolade ein wunderbarer Genuss ist, sollte man den meines Erachtens auch seinen Kindern nicht vorenthalten. Wenn man lernt, damit vernünftig umzugehen, wenn man Kindern beibringt, was Genießen ausmacht, dann kann ein kleines Stück Schokolade ausreichend sein. Wir sagen: Nehmt lieber die qualitativ hochwertige Schokolade und dafür weniger, dann ist man auf dem richtigen Weg.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

Das Schokoladenmuseum Köln finden Sie im Rheinauhafen:

Am Schokoladenmuseum 1a?

50678 Köln?

Termine und Informationen über alle Veranstaltungen finden Sie unter Telefon: 0221 – 931 888-0 oder im Internet unter: www.schokoladenmuseum.de

Text: Elke Tonscheidt

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