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Auf ein Kölsch mit... Kultur

Auf einen kalten Minztee mit Nicolas Evertsbusch

Montag, 28. Mai 2012 | Text: Kathrin Rindfleisch | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Ein Jahr KKDu-Schow im Café am Römerpark, was liegt da näher, als sich dort mit ihm zu treffen, mit dem Macher und Kabarettisten Nicolaus Evertsbusch. ?Es ist schwül an diesem Mittwochmittag und mit der Begrüßung „Du trinkst Tee? Bei dem Wetter?!“, hat sich mein Interviewpartner dann auch gleich geoutet. Als Beobachter und – eine wohl notwendige Eigenschaft seiner Zunft – immer noch zu überraschender Zeitgenosse. Und so war er dann auch konsequenter Weise doppelt überrascht, dass man seinen Minztee auch kalt bestellen kann. Doch, das geht. In diesem Café, dass er sich vor gut einem Jahr ausgesucht hat, um ein neues Projekt zu starten, die KKDu-Show. Die Abkürzung hat dabei nichts zu tun mit dem bunten Vogel auf den grünen Plakaten, die im letzten Jahr monatlich mit neuer Show warben, die Abkürzung KKDu steht vielmehr für Kabarett, Kleinkunst und Du.

Was magst Du an diesem Ort?
Ich hatte gleich den großen, schönen Raum mit den vielen Fenstern vor Augen. Gepaart mit dem Charme des Unperfekten, schien es mit der richtige Ort zu sein für meine Idee eines regelmäßigen Abends mit Kabarett und Kleinkunst. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Klavier, das ich für meine Auftritte brauche und das es hier im Römerpark Café gibt. Und dann ist das ein tolles Team, das meine wechselnden Künstler und mich immer toll bewirtet und uns so das Gefühl gibt, sehr willkommen zu sein.

Was genau erwartet denn die Zuschauer bei Deiner KKDu-Show?
Einmal im Monat – an einem nicht weiter festgelegten Donnerstag – lade ich zwei Künstler hier ins Café Römerpark, und so entstehen immer neue Konstellationen, die spannende, lustige und auch mal nachdenklichen Abende versprechen. Als Kabarettist nehme ich selber an vielen solcher Mixed-Shows teil und lerne so andere Künstler kennen. Und immer dann, wenn ich mich gut unterhalten fühle, lade ich ein, bei der KKDu-Show dabei zu sein. Und das immer mit dem eigenen Programm, so ist der einzig rote Faden in der Show: meine Anmoderation der Gäste, die ich allerdings gerne mit aktuellen Themen verknüpfe, meine persönliche Herausforderung für diesen Abend, sind meine Soloprogramme doch mehr oder weniger statisch und eben nicht tagesaktuell.

Wie kommst Du zum Kabarett? War das immer Deine Passion?
Nein, überhaupt nicht. Meine Passion war schon immer die Musik. Ich habe mit fünf Jahren angefangen, Klavier zu spielen. Ich komme aus einer Musikerfamilie, da war es für mich selbstverständlich, mich an das Instrument zu setzen. Später habe ich dann meine Ausbildung an der Folkwang-Schule in Essen absolviert, wusste aber schon sehr bald, dass ich nicht zum klassischen Konzertpianisten geeignet bin. Als ich dann mit 30 in der ehemaligen Südstadtkneipe „Rotlicht“ nach einer meiner spontanen Einlagen am Klavier eingeladen wurde, Begleitpianist eines Kabarett-Duos zu werden, kam ich auf den Geschmack. Und zwar so sehr, dass ich seit drei Jahren mit meinem mittlerweile zweiten Soloprogramm auftrete, „Die Quadratur des Kreislers“, einer Hommage an den großen Kabarettisten Georg Kreisler, der neben Gerhard Polt und Horowitz, zu meinem größten Idol zählt.

Warum wohnst Du in der Südstadt?
Ich mag das Veedel sehr, mit seinen schönen Kneipen und den Menschen hier. Es gibt aber auch Phasen, da reicht´s mir, dann zum Beispiel, wenn ich schon das zehnte Mal über die Severinstraße gelaufen bin. Dann muss ich auch mal raus hier. ?Und dann gibt es in der Südstadt meine beiden Lieblingsorte in ganz Köln: den Friedenspark und die Südbrücke. Besonders nachts war ich häufig, als das noch möglich war, mit Freunden oben beim Adler. Das Fort wirkt so verwunschen, das mag ich sehr. Außerdem feiere ich leidenschaftlich gerne Karneval! Daher auch mein Stück „Aschermittwoch“, das wie all meine Geschichten und Lieder vom Leben inspiriert ist. Ich finde, Gerhard Polt hat das ganz treffend beschrieben: „Wenn man will, kann man jeden Tag staunen.“ Ich mag diese kindliche Seite eines Künstlers, denn wenn man staunen kann, kann man Menschen mit Gefühl überzeugen.

Was bewegt Dich derzeit?
Grundsätzlich frage ich mich, wo das alles noch hin gehen soll. Die Katastrophen werden offensichtlich nicht weniger und die Frage nach Gerechtigkeit in der Welt ist eine, die mich umtreibt.

Magst Du angesichts dieser vielen von Menschenhand gemachten Katastrophen Menschen dann eigentlich?
Ja, auf jeden Fall, ich bin doch selber einer von ihnen. Ich gehe nicht auf die Bühne und stelle mich allwissend über mein Publikum. Das ist nicht das, was ich empfinde, außerdem hätte ich dann ganz schnell kein Publikum mehr.

Also geht es Dir nicht darum, in den Köpfen der Menschen etwas zu verändern?
Ich denke, es ist immer gut, erst mal über Sachen zu schreiben, die einen bewegen. Wenn man dann wirklich etwas verändert, ist das natürlich gut. Ich sehe da aber auch bei mir selber eine Entwicklung. Ich sitze derzeit an meinem dritten Soloprogramm und nach meinem eher unpolitischen Start vor drei Jahren, wird es in meinen neuen Liedern und Texten immer öfter politisch, werden die Stücke bissiger, nachdenklicher ja, substantieller.? Man kann Humor als Waffe nutzen, um Leute anzugreifen, aber ich finde, immer nur lachen ist auch keine Lösung!

Nicolas Evertsbusch lebt in der Südstadt und arbeitet als Klavierlehrer und Kabarettist. Für seine vorerst letzte KKDu-Show am 31. Mai 2012, bevor es nach der Sommerpause im September weiter geht, sind noch Karten erhältlich: im Café Römerpark oder unter www.kkdu-show.de. Eintritt 7 Euro, Beginn 20 Uhr.? Eine Einstimmung des Abends bietet der Auszug aus seinem ersten Soloprogramm „Gewächse aus dem Evertsbusch“. Außerdem ist Nicolas Evertsbusch mit seinem aktuellen Programm „Die Quadratur des Kreislers“ am 9. und 30. Juni 2012 und am 4. und 18. September 2012 jeweils um 20.30 Uhr im Atelier Theater in der Roonstraße zu sehen.
 

Text: Kathrin Rindfleisch

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