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Gesellschaft Politik

Außen Grün!

Mittwoch, 16. Mai 2012 | Text: Wassily Nemitz | Bild: Stadt Köln

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Der Äußere Grüngürtel soll in den nächsten Jahrzehnten stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt und entsprechend attraktiver gestaltet werden. Das geht aus einem neuen Entwicklungskonzept hervor, das die Kölner Grün-Stiftung soeben vorstellte.

Das Konzept wurde in den letzten acht Monaten im Auftrag der Grünstiftung unter starker Einbeziehung der Bürger erstellt und sieht mehr als hundert Einzelmaßnahmen vor, die den Äußeren Grüngürtel attraktiver machen sollen.
Koordiniert wurde die Planung vom Nürnberger Landschaftsarchitekturbüro WGF („Werkgemeinschaft Freiraum“) und -einmal mehr- durch das Büro Albert Speer & Partner aus Frankfurt (Main). Letzteres hatte bereits federführend den städtebaulichen Masterplan für Köln entworfen.
Um die Ergebnisse besser nachvollziehen zu können, müsse die Geschichte des Äußeren Grüngürtels betrachtet werden, erläuterte der zuständige WGF-Planer Prof. Gerd Aufmkolk. Nach der Schleifung der preußischen Festungsanlagen, wie es der Versailler Vertrag gefordert hatte, setzte sich der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer für eine Begrünung des Festungsrings ein. In heute unvorstellbarem Tempo wurde der Plan umgesetzt und schon nach wenigen Jahren war der Grüngürtel als solcher erkennbar.
Seit der Nachkriegszeit pflegt er ein Schattendasein – große Verkehrsachsen durchkreuzen ihn, an vielen Stellen wurde großflächig bebaut oder der Grüngürtel anderweitig zweckentfremdet, wie beispielsweise mit überdimensionierten LKW-Parkplätzen.
Nichtdestotrotz ist der Grüngürtel eine nicht zu vernachlässigende grüne Lunge für Köln: Mit einem Umfang von 42 Kilometern und einer Fläche von 2800 Hektar ist er achtmal so groß wie der Central Park in New York.
Um weitere Fehlentwicklungen zu vermeiden und die Arbeiten am Gürtel zu koordinieren, gab die Grün Stiftung (deren Gründer Paul Bauwens-Adenauer ist, Anm. der Redaktion) im letzten Jahr den Plan in Auftrag. Geschäftsführerin Beatrice Bülter betonte, dass von Seiten der Stiftung 400.000,- Euro in die Planungen investiert worden seien. Dafür bedankte sich der Leiter des städtischen Grünflächenamtes, Dr. Joachim Bauer.

Im Rahmen des Planungsverfahrens wurden insgesamt sechs „Bürgerwerkstätten“ abgehalten. Prof. Aufmkolk von der WGF betonte: „Wir haben den Bürgern nicht nur irgendwelche Planungen vorgestellt, sondern uns völlig unvoreingenommen ihre Ideen angehört.“ Insgesamt seien etwa 250 Bürger an der Planung beteiligt gewesen, manche davon hätten an allen sechs Werkstätten teilgenommen. Aus den Anregungen sei dann der Planungsentwurf entstanden.

Die wichtigsten Ansätze lauten:

1)    Freiräume erhalten, ausbauen, vernetzen
Dieser Leitsatz sei besonders von den Bürgern verfochten worden, erläuterte Prof. Aufmkolk. Insbesondere der Erhalt bestehender Grünflächen sei vielen ein Anliegen gewesen. Die bestehenden Flächen sollen miteinander verknüpft werden und bislang nur schwer überwindbare Hürden wie Autobahnen oder Eisenbahnlinien einfacher zu queren sein.

2)    Einen Weg finden
Bislang ist es nur mit guter Ortskenntnis möglich, den Grüngürtel einmal zu umrunden. Das soll sich ändern: Ein neuer, beschilderter Rundweg soll Fußgängern und Radfahrern die Richtung weisen. Diese Maßnahme lässt sich nach den Worten von Prof. Aufmkolk recht kurzfristig umsetzen, auch ohne neue Brücken oder Tunnel.

3)    Verschiedenheit anerkennen
Der Grüngürtel präsentiert sich derzeit recht unterschiedlich – teilweise prägen Wälder, teilweise Landwirtschaft das Bild. Eine künstliche Angleichung ist nicht geplant.

Besonders betonten die Planer, dass es sich bei dem Konzept um keine konkrete Planung, sondern vielmehr um einen „informellen“ Plan handele. Die Maßnahmen könnten unabhängig voneinander und zu verschiedenen Zeitpunkten umgesetzt werden. Daher könne man auch keine Gesamtkosten angeben.
In einer Liste haben sie jeder empfohlenen Einzelmaßnahme eine Priorität und einen Umsetzungszeitraum zugeordnet. Der Aufwand der einzelnen Projekte ist dabei ganz unterschiedlich: So handelt es sich teilweise um aufwändige Brücken-Neubauten oder die Verlegung einer Mini-Golfanlage, teilweise aber nur um den Abbau eines Stromkastens und einer Litfasssäule.

In der Südstadt steht vor allem das Gebiet um den Verteilerkreis und das Areal an der Rodenkirchener Brücke im Vordergrund.

Die Politik muss den Plan noch absegnen – nach Erwartung von Beatrice Bülter, der Geschäftsführerin der Kölner Grün-Stiftung, wird das, nachdem alle anderen Gremien beteiligt wurden, im Rat etwa im November der Fall sein.

Läuft der Plan nicht Gefahr, nur als Absichtserklärung gesehen zu werden und langsam in einer Schublade zu verstauben?
Bülter meint: „Nein. Wir haben in den Plan viel Geld investiert und werden natürlich darauf hin wirken, dass er auch zumindest partiell umgesetzt wird.“ WGF-Planer Prof. Aufmkolk nahm die Bürger in die Pflicht: „Natürlich müssen die Bürger immer wieder signalisieren und zeigen, dass ihnen der Äußere Grüngürtel und dessen Entwicklung wichtig sind.“ Dann werde die Politik auch handeln.

Die Pläne für den linksrheinischen Abschnitt werden am 22.Mai um 19 Uhr im Bürgerhaus Stollwerck präsentiert. Daran teilnehmen wird unter anderem der Gründer der Kölner Grün Stiftung, Paul Bauwens-Adenauer. Dort besteht auch die Möglichkeit, sich zu den Planungen zu äußern.

Die Protokolle und Ergebnisse der Bürgerbeteiligungsverfahren lassen sich hier abrufen (in Kürze auch die Liste der Einzelmaßnahmen)
http://www.koelner-gruen.de/CMS/Gruenguertel__Impuls_2012.mfpx?ActiveID=1371

Text: Wassily Nemitz

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