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Politik

Baudezernenten-Wechsel-Dich

Dienstag, 20. Februar 2018 | Text: Judith Levold | Bild: Stefan Rahmann

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Nachfolger von Franz Josef Höing wird mit Beschluss des Kölner Rates am 26. Februar Markus Greitemann. Laut Beschlussvorlage für die Sondersitzung des Rates wählte dieser ihn „zum Beigeordneten für Stadtentwicklung, Planen und Bauen der Stadt Köln für die Dauer von acht Jahren.“ Sein Geschäftskreis wird laut Vorlage das Dezernat VI mit den Ämtern für Stadtentwicklung und Statistik, Stadtplanung, Bauverwaltung, Bauaufsicht und dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen sein. Ebenfalls zum Geschäftskreis gehören Wohnungsbauleitstelle und Gebäudewirtschaft der Stadt Köln.

Baudezernenten Markus Greitemann - Meine Südstadt

Markus Greitemann – Quelle: Stadt Köln

Der 57jährige Sauerländer Greitemann, der angekündigt hatte, im Falle seiner Wahl sein CDU-Mandat im Kreistag Olpe niederzulegen, wechselt demnach von der Spitze des einen in die eines anderen Baudezernats – seit 2010 leitet er nämlich das der Universität zu Köln, dort ist er auch verantwortlich für sämtliche universitären Liegenschaften.

 

Ahnung von Großprojekten

Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte sich bezüglich der Wahl von Greitemann zum neuen Baudezernenten der Empfehlung eines Personalberatungsunternehmens „direkt angeschlossen“, er bringe die „nötige Kompetenz für eine erfolgreiche planerische und bauliche Weiterentwicklung der Stadt Köln mit“ und habe unter Beweis gestellt, dass er das vielfältige Management des Bau- und Planungssegments beherrsche.
In seine Zeit als Baudezernent der Kölner Uni fallen die Umsetzung des universitären Masterplan 2025 (Hochschulstandortentwicklungsplan 2011-2025) und in dem Zusammenhang Neubauten wie die des Seminargebäudes hinter dem Hörsaalgebäude, die Sanierung von Philosophikum und der Neubau naturwissenschaftlicher Institute zwischen Zülpicher- und Luxemburgerstraße. Eine Neuheit nach Münsteraner Vorbild, die Greitemann mit auf den Weg brachte, ist der Bau einer großen Fahrrad-Station: unter dem Platz zwischen Philosophikum und Hörsaalgebäude wird ab 2019 unterirdischer Parkraum für mehr als 1000 Fahrräder entstehen, die Maßnahme wird vom Bund im Rahmen des Förderprogrammes „Klimaschutz durch Fahrradverkehr“ gefördert.
Im Bereich Wohnungsbau, insbesondere dem Bau bezahlbaren Wohnraums, sei Markus Greitemann dagegen wenig erfahren, wie der Linken-Fraktionsgeschäftsführer Michael Weisenstein nach Bekanntwerden der Personalie Anfang Februar in der Kölnischen Rundschau kritisierte.
In Sachen Stadtentwicklung ist Greitemann aber mit mindestens einem Kölner Groß- und Leuchtturmprojekt schon länger vertraut: Der Entwicklung der Parkstadt Süd rund um den -nach jüngster Planung 2023- scheidenden Großmarkt. Und der vorgesehenen Vollendung des inneren Grüngürtels auf geplant 150m Breite vom Eifelwall bis zur Südbrücke entlang der Bahntrasse.

Plangebiet Sportpark Süd - Meinen Südstadt

Stand November 2016 Sportpark Süd – Quelle: Stadt Köln

In der letzten öffentlichen Bürgerbeteiligungsveranstaltung des städtischen Baudezernats zur Parkstadt Süd am 8. November 2016 in der Michaeli-Schule, waren die Vorstellungen der Uni bezüglich ihrer neuen Sportstätten im zukünftigen Grüngürtel -Höhe Fortuna-Sportpark und in Kooperation mit den Fortuna-Vorhaben – schon in die offiziellen städtischen Pläne gezeichnet. Zu Erstaunen und Ärger vieler BürgerInnen, die in den Beteiligungs-Events ab April 2015 davon noch nichts gehört hatten. Wie Greitemann selbst betont, seien das aber nur „Entwürfe“ gewesen, visualisierte Ideen quasi und „wenn die Stadt das nicht will, haben wir Plan B“. Mit seiner Wahl zum neuen Baudezernenten Kölns ist Markus Greitemann ab Amtsantritt nun selbst Mitglied der städtischen Verwaltung.

„Baby“ Urbanes Gärtnern

Als positives Signal könnte die Wahl Greitemanns zum Beigeordneten für Stadtentwicklung, Planen und Bauen für die Urban Gardening Szene in Köln gedeutet werden. Mitglied des Gartennetzwerkes Gemeinschaftsgärten Köln ist u.a. auch der von Studierenden gegründete Campusgarten auf dem Universitätsgelände – das sei „Das Baby vom AStA und uns“ gewesen, erzählte Greitemann im Januar anlässlich eines Gesprächs zur damals geplanten Räumung eben jenes Campusgartens.

Campusgarten Uni Köln - Meine Südstadt

Campusgarten Köln – Quelle: www.campusgarten.uni-koeln.de

Und wirkte deshalb mit daran, dass aus der kurzfristig drohenden Räumung wegen eines Uniklinik-Bauvorhabens nun nur ein Umzug weg vom ursprünglichen Standort wurde – der Campusgarten durfte sich auf einem wenige Meter entfernten Gelände ansiedeln, ebenfalls auf dem Uni-Campus. Aus gärtnerischer Sicht ist die neue Fläche allerdings nicht nur um zwei Drittel kleiner als die alte, sondern auch wg. Verschattung, Feuchtigkeit und der unmittelbaren Nachbarschaft zu einem Schadstoff emittierenden Parkplatz zumindest umstritten. Den nachhaltigen Bestand des Gartens könnte das bedrohen, wie langjährige Campusgärtner befürchten. Was ein Rückschlag wäre für den Prozess „Essbare Stadt“, einem aktuellen, vom Bund geförderten Prestigeprojekt der Stadt, zusammen mit dem Ernährungsrat Köln. Mit diesem Projekt wird Markus Greitemann in seiner zukünftigen Rolle ganz sicher noch zu tun haben – Stadtentwicklung ist schließlich Querschnittsaufgabe.

Text: Judith Levold

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