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Kolumne

Berliner Weihnachtskonfetti – Lükes liebes Leben

Montag, 20. Oktober 2014 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Das Jahr läuft ab. Der Einzelhandel jubiliert mal wieder und blickt selbst nicht mehr durch. Wie jedes Jahr. Ich verstehe das. Nach Ostern ist schließlich für Monate Saure-Gurken-Zeit. Rein themenmäßig. Und um Themen geht’s ja beim Verkaufen immer. Sind in der Herbstmode jetzt Streifen oder Karos, helle oder eher gedeckte Farben ein Thema? Weiß ich nicht. In den Supermärkten tut sich jedenfalls, wenn die letzten Eier und Häschen, nach dem Fest auch gern zum halben Preis, vertickt sind, immer ein riesiges Loch auf. Tote Hose. Und ich sehe sie bildlich vor mir, all die tadellos frisierten Marketingstrategen, wie sie sich in Meetings das Hirn zermartern und sich fragen: „Was können wir anbieten?“ (Um mal einen meiner All-Time-Favourite-Spots für Chantré zu zitieren.

Das Jahr läuft ab. Der Einzelhandel jubiliert mal wieder und blickt selbst nicht mehr durch. Wie jedes Jahr. Ich verstehe das. Nach Ostern ist schließlich für Monate Saure-Gurken-Zeit. Rein themenmäßig. Und um Themen geht’s ja beim Verkaufen immer. Sind in der Herbstmode jetzt Streifen oder Karos, helle oder eher gedeckte Farben ein Thema? Weiß ich nicht. In den Supermärkten tut sich jedenfalls, wenn die letzten Eier und Häschen, nach dem Fest auch gern zum halben Preis, vertickt sind, immer ein riesiges Loch auf. Tote Hose. Und ich sehe sie bildlich vor mir, all die tadellos frisierten Marketingstrategen, wie sie sich in Meetings das Hirn zermartern und sich fragen: „Was können wir anbieten?“ (Um mal einen meiner All-Time-Favourite-Spots für Chantré zu zitieren. „Dr. Ott kommt zu Besuch“) Drängt sich aber dummerweise nix auf. Sommerloch. Doch kaum sind die großen Ferien vorbei, geht’s los. Aber sowas von. Dass Anfang September Lebkuchen und Dominosteine in den Regalen auftauchen, ist seit Jahren Usus. (Mit Schoko-Lausis hält sich der Handel hingegen noch für ein paar Wochen schamhaft zurück.)  Kann mich alles nicht schocken. Schließlich genieße ich alljährlich auch den Vorweihnachtsverkauf bei QVC am 24. Juni. Da verkleiden sich die Teleshopping-Verkäufer dann immer als Weihnachtsmänner oder Engelchen und präsentieren mächtig schwitzend in einem Studio mit Tannenbäumen, (flammenlosen) Kerzen, Kunstschnee und sonstigem Dekoplunder Geschenkideen zum Fest. Was offenbar prima ankommt. Jedenfalls rufen da immer betagte Damen an, die ihrer Dankbarkeit Ausdruck verleihen, dass der Sender sie vor dem Super-GAU bewahrt, womöglich ein halbes Jahr vor Weihnachten noch immer kein Geschenk fürs Enkelchen zu haben.

Vampir im Dirndl

Also ich hab´ mit Printen im Spätsommer eigentlich kein Problem. Drollig find´ ich aber, dass sich da im deutschen Herbst  inzwischen gleich drei bis vier Ereignisse oder „Events“, wie man heute sagt, Konkurrenz machen. Jedenfalls war ich vor einigen Wochen in einem Supermarkt, in dem auf ein paar Metern Verkaufsfläche Marzipanbrote mit Bretzeln, eingedosten Haxen und Weißwürsten konkurrierten. Unweit warteten an einem Kleiderständer auch noch Dirndl und Krachlederne (in Stoff-Imitation) auf Kundschaft. Damit nicht genug, lugten auf dem selben Areal auch Plastik-Kürbisse und Fledermäuse aus dem Sortiment. Weihnachten, Oktoberfest und Halloween auf einen Streich – das stellt doch jeden noch so findigen Dekorateur vor beinharte Probleme. Und kaum sind Brezel und Haxen endlich raus, müssen die redlichen Konsum-Kreativen auf derselben Fläche in Bälde Luftschlangen, Konfetti und Piratenkostüme unterbringen. Der 11. 11. naht mit Macht und die Stunksitzungs-Premiere ist am 16. Dezember. Was zieht man da an? Dirndl, Lappenclown, Vampir-Einteiler oder Weihnachtsmann-Mütze? Wobei man sagen muss, dass Halloween ja trotz jahrelanger Bemühungen des Handels hierzulande nicht wirklich ein Kracher ist. Rein umsatztechnisch gesehen. Ein paar Kürbisse, ein bisschen Deko-Kram und hier und da eine (private) Halloween-Party. Mehr ist da nicht. Gehört hier einfach nicht hin, könnte man meinen. Keine Tradition. Is Ami-Kram. Aber daran kann´s eigentlich nicht liegen. Wie man an der erstaunlichen Popularität der Oktoberfest-Sausen diesseits des Weißwurstäquators sehen kann. Dabei ist der Bajuware mit seinen Riten dem Rheinländer doch mindestens so fremd wie Uncle Sam. Aber Oktoberfeste laufen inzwischen selbst in westfälischen Gemeindehallen wie Bolle. Ich fürchte, die Gründe dafür sind denkbar simpel. Es gibt Bier, man hockt auf Bänken an Holztischen und erfreut sich an Liedgut, zu dem sich prima schunkeln lässt. Da simma dabei. Mehr braucht´s nicht, um im trüben Herbst sogar in Nordlichtern die Frohnatur zu wecken.

Weltstadt mit Hüttenbauten

War ich unlängst in Berlin und was tobte auf dem Alex? Genau. Mit Bretterbuden hatte man eine kuschelige, original bayrische Dorfatmosphäre (inklusiv Wassermühle) auf den tristen Beton gezaubert. Und das (teils verkleidete) Volk reckte die Maßkrüge in den blauen Himmel und hatte sichtlich Freude. Peinlicherweise hatte ich unserer Bundeshauptstadt seit Ewigkeiten keinen Besuch mehr abgestattet und dementsprechend gespannt war ich darauf, all die (nicht mehr ganz so) neuen Bauten mal in echt zu sehen. Wenn man aus Köln kommt, ist man ja in puncto Architektur nicht sooo verwöhnt. Umso irritierter war ich dann angesichts des planlosen Turmbau-Ensembles am Potsdamer Platz. Ist doch unglaublich: Da gab es die große Chance, auf einem komplett freien Terrain mitten in der Stadt etwas Kühnes, Durchdachtes zu schaffen und herausgekommen sind dabei ein paar protzige Einzelbauten, die einzig den Grund, auf dem sie stehen, verbindet. Das auch noch mit der Zentrale der Deutschen Bahn als traurigem (im Wortsinn) Höhepunkt des Ganzen. Peinlichste Provinz-Architektur. Da mus man sich für den Rheinauhafen nun wirklich nicht schämen. Und dann erst der pseudomoderne Glaspalast des neuen Hauptbahnhofs. Was empfängt den Bahnreisenden, wenn in der Weltstadt Berlin ankommt, auf dem weitläufigen Bahnhofsvorplatz? Eine krude Ansammlung von Imbissbuden und Getränkehütten! Will er sich dann schleunigst von dem Ort des Schreckens entfernen und folgt den Hinweisschildern Richtung U-Bahn, muss er entdecken, dass vom Bahnhof nur eine einzige Linie abgeht. Die fährt gerademal zwei Stationen bis zur Haltestelle „Bundestag“. Dann ist Ende. Na und? Steigt man da halt um. Von wegen. Umsteigen is nicht. Ab „Bundestag“ geht’s nur an die frische Luft. Oder zurück zum Bahnhof. Überhaupt, die U-Bahn. Auch wenn man sich da als Kölner eigentlich geschlossen halten sollte, aber dass dieses Verkehrsmittel in der Hauptstadt unter der Woche nach wie vor kurz nach Mitternacht den Betrieb einstellt und man nach Nachtbussen Ausschau halten muss, ist doch auch ein Witz. Aber wahrscheinlich fahren die schon seit ein paar Jahren auch zum neuen Flughafen.
 

 

Foto Titel: Jorge Lascar / CC-BY-SA-2.0

Text: Reinhard Lüke

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