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Kultur

„Das Konzert“ von Radu Mihaileanu – Mein Film des Jahres!

Dienstag, 29. Juni 2010 | Text: Gastbeitrag | Bild: Presse Tele München

Geschätzte Lesezeit: eine Minute

Ihr fragt warum „Das Konzert“ von Radu Mihaileanu mein Film des Jahres ist.
Ich kann diese Frage kurz beantworten: weil  Melanie Laurent mitspielt („Keine Sorge, mir geht es gut“,  Philipe Lioret 2006).

Die etwas längere Version: Weil Radu Mihaileanu dank seiner Filme „Zug des Lebens“ und „Geh und Lebe“ zu meinen absoluten Lieblingsregisseuren gehört, der mich mit jedem Film wieder überrascht. Wie kein anderer hat Mihaileanu in seinen Filmen einen tragikomischen Umgang mit der Vergangenheit  erreicht. Ob das die Geschichte einer jüdischen Dorfgemeinschaft ist,  die in einem Zug versucht dem Holocaust zu entkommen, oder ein junger Äthiopier, der als afrikanischer Jude von den Israelis aus einem Flüchtlingslager gerettet wird und dann in Israel mit der Verleugnung seiner christlichen Kultur Probleme bekommt.

In seinem neuen Film steht auch wieder jemand im Mittelpunkt, dem die Geschichte übel mitgespielt hat. Dirigent Andrei  Filipov führte das weltberühmte russische Bolschoi Orchester von Triumpf zu Triumpf, bis er sich für von Stalin verfolgte Mitmusiker einsetzte. Seitdem darf der Stardirigent das Konzerthaus nur noch putzen. Als er 20 Jahre später eines Tages das Büro des Direktors säubert kommt ein Fax an, das das Orchester zu einem Gastspiel nach Paris einlädt. Andrei Filipov ergreift die Gelegenheit und das Dokument, stellt ein Orchester aus entlassenen Musikern auf und meldet sich in Paris an.

Die Rekrutierung des Orchesters und die Fahrt nach Paris sind perfekte Komödie. Auch in Paris hält der wunderbar leichte und überdrehte Ton des Films an, aber es kommt,  wie in einem guten Konzert eine neue Stimme dazu. Das Orchester soll in Paris Tschaikowskys Konzert  für Violine und Orchester in D-Dur aufführen. Als Solistin hat sich Andrei  Filipov die französische Violinen Virtuosin Anne-Marie Jacquet (Melanie Laurent) gewünscht, der gegenüber das gesamte Orchester noch eine alte Bringschuld hat, von der die junge Virtuosin keine Ahnung hat.
Bis hierhin wäre das Konzert für mich ein sehr, sehr  guter Film. Aber zum Film des Jahres braucht es noch etwas mehr. Und das hat mit Tschaikowskys Violinen-Konzert zu tun, das hier mit der Geschichte die Mihaileanu um es herum erzählt eine gänzlich neue emotionale Dimension gewinnt.

Genial. Nach dem Film möchte man sich bei Mihaileanu und Tschaikowskys bedanken.

 

Der Film läuft derzeit im Odeon-Kino auf der Severinstraße.
 
Jürgen Lütz

Text: Gastbeitrag

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