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Auf ein Kölsch mit... Kultur

„Die Papi`s“, `ne Cola light und jede Menge Zärtlichkeit

Dienstag, 15. Februar 2011 | Text: Kathrin Rindfleisch | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Am Montag ist sein erstes Buch erschienen, und wir sind die Ersten, die an diesem Tag mit ihm darüber sprechen: „Giganten der Zärtlichkeit“, der erste Roman von Comedy-Autor Paulus Vennebusch, liegt nun in den Buchläden und sein Schöpfer ist schon auch ein ganz klein wenig aufgeregt. Wir treffen uns mit ihm in der Wagenhalle, Paulus bestellt ganz „unbio“ eine Cola light. Er stellt erst mal seine geschulterte Gitarre ab, outet sich damit gleich als Musiker und als Befähigter, eine Biografie über ein Schlagerduo zu schreiben. Eines, das nicht wirklich existiert, dafür aber wirklich furchtbar ist. ?Paulus Vennebusch, freier Autor und Gag-Schreiber für Comedygrößen wie Olli Dittrich, Ingo Appelt, Kaya Yanar und Ingolf Lück und lebt seit fast 40 Jahren in der Südstadt, hat „Die Papi’s“ ins Leben gerufen und ist daher prädestiniert für unserer „lecker“ Interview mit Wunschgetränk. Das „lecker“  ist in diesem Fall zwar fraglich, aber er hätte sich ja auch was Vernünftiges zu trinken bestellen können…??

Ab heute ist Dein Buch in den Buchläden. Bist Du aufgeregt??

Paulus Vennebusch: Ja! Es ist schon ein komisches Gefühl. Ich bin ganz gespannt auf die Resonanz! Ich habe immer schon davon geträumt, ein Buch unter eigenem Namen zu schreiben. Das ist jetzt schon etwas ganz Besonderes für mich.?

Du schreibst über das Schlagerduo „Die Papi`s“ und spielst bewusst mit deren Identität. Jürgen Schober und Manfred Trenk leben in der Südstadt, gehen zum Zahnarzt Dr. Maronna am Ubierring, haben eine eigene Internetseite und sind sogar auf Facebook. Darf ich fragen, wie’s den Jungs geht?!?

Ich habe mich tatsächlich gefragt, wie weit man so ein Spiel treiben kann. Mit der Facebook-Präsenz, auf der sich schon Fremde als Papi’s-Fans outen, und auch mit der eigenen Internetseite, haben die beiden ja schon eine Existenzgrundlage erhalten, mit der sie für real durchgehen könnten. Ich möchte die Leute aber nicht vorführen, sondern mag da eher das offene Spiel. So wie Hape Kerkeling, der seine Kunstfigur Horst Schlemmer zum Leben erweckt hat: er ist glaubhaft als Horst Schlemmer, trotzdem weiß jeder, dass Hape dahinter steckt. Der wiederum würde als Horst Schlemmer trotzdem niemals sagen „Hallo Leute, ich bin Hape!“?


„Die Papi`s“ als real existierende Kunstfiguren also?!

?Genau. Mir ist dabei schon wichtig, dass das Buch zwar realistisch wirkt. Es gibt ja nicht nur den Zahnarzt, sondern auch die Stammkneipe „Zur alten Brezel“ in Meschenich wirklich, dem Leser aber ist dennoch klar, dass es sich um eine Parodie handelt. Der miserable Schreibstil ist natürlich dem vermeidlich provinziellen Schlagerstar-Biografen zuzuschreiben und eben nicht dem Unvermögen des Autors.?

Woher kam die Idee zu den „Papi’s“? ?

Durch einen Zufall bin ich über die „Amigos“ gestolpert, einem Schlagerduo, dem ich zuerst nicht abnehmen wollte, dass die das ernst meinen. Ich war mir ganz sicher, dass es sich um eine Parodie handeln müsse. Als dann klar war, die gibt`s wirklich, war ich fasziniert von der unheimlichen Diskrepanz zwischen dem wirtschaftlichen Erfolg auf der einen Seite – die „Amigos“ verkaufen tatsächlich Millionen von Platten – und dem offensichtlichen Unvermögen auf jeder Linie und damit dem Spott & Hohn der gesamten Schlagerbranche auf der anderen. Ich hab mich gefragt, wie so eine bizarre Wirklichkeit noch zu toppen ist und habe „Die Papi`s“ erfunden.? Dass die beiden Jungs mit eigenem Fanclub, Merchandising-Produkten und einer eigenen Website so eigenständig werden würden, war am Anfang eigentlich gar nicht mein Plan. Ich wollte ursprünglich nur ein Buch schreiben und im Copy-Shop fünf T-Shirts und drei Kappen bedrucken lassen. Doch die Figuren haben sich während der Arbeit an dem Roman irgendwie verselbständigt. Und sie haben sich als viel liebenswerter entpuppt, als ich anfangs dachte: eigentlich haben die beiden nämlich ganz hehre Ziele, sind nur leider zu unfähig, sie zu erreichen. Quasi zwei Vollidioten auf dem Weg ins Nichts. Dabei machen sie Vieles falsch, aber nie etwas Böses.?

Du hast über eineinhalb Jahre an dem Buch geschrieben – und das neben Deiner Haupttätigkeit als freier Autor und Gag-Schreiber für TV-Formate und Comedians. Die beiden scheinen Dir ganz schön ans Herz gewachsen. So liebevoll, wie Du über die „Papi`s“ sprichst, vermisst Du sie jetzt, wo das Buch draußen ist??

Bei der Abgabe des Manuskriptes hatte ich schon ein komisches Gefühl. Aber Jürgen Schober und Manfred Trenk sind ja weiter unterwegs: bei Facebook wird weiter aus ihrem Leben berichtet, wahrscheinlich wird es eine „Papi’s“-Coverband geben, die ihre Songs (von Paulus Vennebusch eigens komponiert und getextet, Anm. d. Red.) live spielen wird. Außerdem besteht ernsthaft das Interesse, den Stoff filmisch umzusetzen. Comedian Michael Kessler ist seit ihrer Geburtsstunde ein großer Fan von „Die Papi`s“ und würde sicher einen großartigen Schlagerstar abgeben.? Außerdem habe ich schon die ersten zwei Kapitel meines neuen Romans geschrieben, einer super Geschichte! Es wird noch nichts verraten. Nur so viel: wieder ist nicht ganz eindeutig, ob es die Protagonisten wirklich gibt.?

Seitdem Du vier Jahre alt bist, lebst Du in der Südstadt. Wohl kein Zufall, dass „Die Papi’s“  den selben Zahnarzt haben wie Du und ihre Kinder – genau wie Deine – im Klösterchen geboren wurden?!?

Nein! Die Südstadt ist meine Heimat! Hier fühl‘ ich mich wohl, die Menschen hier sind so wunderbar unaufgeregt. Die Buchhändlerin weiß, was ich gerne lese, der Kiosk-Mann weiß, dass ich später bezahlen komme, wenn ich gerade kein Kleingeld habe und die Parkplatz-Situation ist auch viel besser als ihr Ruf.?

Als jemand, der fast vierzig Jahre hier lebt: wie empfindest Du den demografischen Wandel in unserem Veedel??

Gar nicht problematisch. Die Merowinger hat sich von einer Gammelstraße mit Puff und Videothek zu einer schönen Straße mit anspruchsvollem Einzelhandel gewandelt. Das finde ich sehr begrüßenswert. Und über die teuren Wohnungen kann ich nichts sagen, ich wohne selber in einer. Mitte der Achtziger gab es zuletzt einen solchen Wandel hier bei uns. Alles hat sich auch wieder eingependelt. Ich glaube, egal, was die Südstadt auch anrichtet, sie ist einfach nicht schön genug, um wirklich chic zu sein.??

 

Und dann erzählt Paulus Vennebusch noch von seinen BAMBI-Erlebnissen im letzten Jahr, wo er als Laudatio-Schreiber den Großen die Worte in den Mund gelegt hat – oder eben nicht. So wie zum Beispiel bei Karl Lagerfeld, der sich nach seinem Auftritt bei ihm entschuldigte. Konnte er doch ohne Brille den Teleprompter nicht ablesen, auf dem der von Paulus eigens für den Modepapst geschriebene Text stand. Für Shakira und Sarah Jessica Parker hat er auch die richtigen Worte gefunden. Und gerade in dem Moment ist die Cola light ausgetrunken, Paulus schnappt sich seine Gitarre und macht sich auf den Weg. Er muss zu Hause sein, wenn die Kinder kommen. Herrlich unaufgeregt. Danke fürs Gespräch, Paulus!

 

 

„Giganten der Zärtlichkeit“ ist erschienen im Piper Verlag

272 Seiten

€ 8,95

ISBN: 9783492259491

 

Alle Infos rund um „Die Papi’s“ findet man unter www.die-papis.de oder auf Facebook. Das Foto haben wir einen Tag später mit einem ordentlich kölschen Getränk im Spielplatz aufgenommen.

 

Text: Kathrin Rindfleisch

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