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Kultur

Die Stadt von der anderen Seite sehen

Mittwoch, 2. März 2016 | Text: Judith Levold | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Dieser Aufforderung des Schauspiel Köln folgen wir gerne und reisen aus der Südstadt nach Mülheim. Hier sehen wir die Stadt von der anderen Seite (des Rheins), und, wie es das Schauspiel in einem zwei Spielzeiten übergreifenden Mitmach- Projekt anregen will „aus anderer Perspektive“. Kunst meets Stadtentwicklung ist, kurz zusammengefasst, das Thema und kann Inspiration sein zum Beispiel auch für die Entwicklungen in der Parkstadt Süd.

Eva Maria Baumeister, Kölner Regisseurin und Isabel Finkenberger, Stadtplanerin aus Köln-Zollstock, sind von Thomas Laue, dem leitenden Dramaturgen des Schauspiels engagiert worden, um Formate der Beteiligung und ein künstlerisches Konzept für den Prozess in den zwei Jahren zu entwickeln. Ihre Grundfrage, auf den Stadtteil Mülheim bezogen, ist: Wie kann Kunst, wie können Künstler sich in Stadtentwicklung einbringen?

 

In der ersten Phase des Projektes haben die beiden eine Art Bestandsaufnahme gemacht: Unzählige Gespräche mit den Bewohnern und Beschäftigten in Mülheim haben sie geführt, sich den Stadtteil und die dort liegenden Entwicklungsflächen erwandert, Diskussions-Salons veranstaltet, Kooperationspartner für die Beteiligungs-Aktionen gesucht: Am kommenden Samstag (05.03.2016) dann starten sie durch und laden erstmals die breite Öffentlichkeit dazu ein, in einem spannenden Tag voller  Workshops mit ihnen Orte im Stadtteil zu gestalten – eine abendliche Präsentation der Arbeitsergebnisse auf der Bühne vom Depot 2 inklusive.
Wir haben die beiden zu einem Gespräch in ihrem Büro vom Schauspiel im Carlswerk getroffen.

Meine Südstadt: Das Schauspiel hat ja in den letzten Jahren sehr eng mit den Bewohnern Mülheims, etwa aus der benachbarten Keupstraße, zusammengearbeitet, Stichwort BIRLIKTE-Festival. Ist dieses Projekt jetzt die Fortsetzung davon?
Eva Maria Baumeister: In gewisser Weise ja, es ist die Fortsetzung der Auseinandersetzung mit diesem Stadtteil. Wir haben hier in Mülheim ja eine besondere Situation, wir erleben hier Wandel in Echtzeit, wie wir es formuliert haben. Es passieren unglaubliche gesellschaftliche und räumliche Umbrüche. Es ist wie ein Labor im Stadtraum und wir wollen erarbeiten, wie Kunst sich da einmischen kann.

Kunst im öffentlichen Raum ist doch aber nicht neu, oder?
Eva Maria Baumeister: Stimmt. Aber sie wird gesehen und sie schafft Aufmerksamkeit. Und uns geht es nicht nur darum, temporär Kunst an bestimmte Orte zu bringen, sondern diesen Begriff zu erweitern: Was kann ein künstlerischer Prozess sein, wie können wir gemeinsam in einer Gruppe ganz verschiedener Leute etwas Künstlerisches in und für die Räume hier erarbeiten? Und damit sind alle Künste gemeint, das Theater, die bildende Kunst, die Baukunst, der Film…Ich finde so einen didaktischen Ansatz schwierig, wir wollen hier nicht für, sondern mit vielen Menschen etwas gestalten…

Isabel Finkenberger: …und wir hatten ja schon mehrere Gesprächs-Salons zu Fragen wie Mobilität, Jugendkultur u.ä. Da haben wir gespürt: Die Leute wollen immer mehr in ihr direktes Umfeld eingreifen. Und unser Ziel ist eben die andere Perspektive, also auch räumlich. Dass sich die Bewohner hier mal als Zentrum empfinden und das Linksrheinische eben mal als Peripherie betrachten zum Beispiel…

Eva Maria Baumeister: Es ist ein Sensibilisierungsprozess mit den Mitteln der Kunst. Und man kann sich ja am Samstag auch nicht für den „einen Workshop“ anmelden, sondern nach der Einführung im Foyer werden die Leute in zehn „Missions“-Gruppen verteilt und schwärmen aus. Alle angeführt von „Missions“-Leitern, also den von uns dafür engagierten Künstlern.

 

Was passiert denn dann beim Ausschwärmen in den Gruppen, abends soll ja auch auf der Bühne etwas präsentiert werden, wisst Ihr schon, dass ein „Produkt“ entsteht?
Isabel Finkenberger und Eva Maria Baumeister: (unsiono) Jaaaa!!!

Isabel Finkenberger: …aber die Bühnen-Performance steht im Hintergrund. Es ist vielmehr das, was die Gruppen an den unterschiedlichen Orten in Mülheim erarbeiten. Da wird gebaut, da werden Töne aufgenommen…

Eva Maria Baumeister: ….wir sagen aber noch nicht, was es alles geben können wird – auf jeden Fall Überraschungsmomente.

Wenn Ihr einen Ausblick wagt – was wollt Ihr am Ende der Projektzeit erreicht haben, gebt Ihr den Stadtplanern für Mülheim etwas mit auf den Weg?
Isabel Finkenberger: Wir wissen natürlich nicht, was genau ´rauskommt und ganz bestimmt geben wir keine Handlungsempfehlungen. Aber wir setzen Themen mit Mitteln der Kunst. Es soll eine Art „Störung“ sein. Und je mehr Menschen wir für ihren öffentlichen Raum sensibilisieren und miteinander vernetzen, desto besser. Für den Diskurs über die Stadt der Zukunft. Wir wollen die Plattform sein und wir können Aufmerksamkeit und eine kritische Masse herstellen.

Vielen Dank für das Gespräch und einen spannenden Workshop(s)-Tag am Samstag!

 

Das „Mitgestaltungs-Labor“ im öffentlichen Raum und den Baugebieten Mülheims ist natürlich nicht nur MülheimerInnen vorbehalten, sondern das Projekt richtet sich an alle, die „eingreifen“ wollen oder sich inspirieren lassen wollen, wie sie „eingreifen“ könnten. Es ist im übrigen 1:1 übertragbar auf andere Gebiete in Köln, denen massiver Umbruch bevorsteht, etwa die Parkstadt Süd rund um den Großmarkt.

Wo und Wann: Schauspiel Köln, Samstag, 05.03.2016, ab 14 Uhr Depot2 und ganz Mülheim, Tickets kosten 10 Euro, Verpflegung inklusive. Mehr Infos unter www.schauspielkoeln.de/spielplan/die-stadt-von-der-anderen-seite-sehen/
 

Text: Judith Levold

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