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Südstadt

Ein Friedensdenkmal für die Südstadt

Dienstag, 23. April 2013 | Text: Aslı Güleryüz | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Im breitesten Kölsch spricht der Künstler Maître Sardou. Er ist „eingekölschter Franzus“ und kam im Alter von fünf Jahren von Aix-en-Provence nach Köln. Seine französische Mutter hatte ihm den Namen Serge gegeben und von seinem kölschen Stiefvater erhielt er den Nachnamen Willms. Aber eigentlich kennen ihn alle nur als Maître, der ein großer Fan von John Lennon ist. Und um den geht es auch in diesem Artikel. Und um den Friedenspark.

Meine Südstadt: Was hat John Lennon mit der Südstadt zu tun?    
Maître Sardou: Ich bin etwas über Umwege John-Lennon-Fan geworden. Ich mag Bob Dylan und Blues und die Stones. Und für mich ist John Lennon der 4. Stones. Er war für mich immer ein „enfant terrible“. Als am 8.12.1980 die Todesmeldung von John Lennon kam, da habe ich geweint. Ich habe sein Engagement für den Frieden bewundert. Und dann habe ich angefangen, Gedenkfeiern für ihn zu organisieren. Die fanden in Kölner Parks statt. Unter anderem im Volksgarten und im Friedenspark.

Du hast nicht nur in Köln John Lennons Andenken hoch gehalten, sondern bist auch weit gereist für ihn.
Maître Sardou: Ich habe an den Gedenkveranstaltungen für John Lennon in New York teilgenommen. Daraufhin habe ich die Cologne Connection Interessengemeinschaft gegründet und fahre regelmäßig mit gleichgesinnten Menschen von sieben bis 77 Jahren im Wechsel zu John Lennons Geburtstadt Liverpool und nach New York, wo er umgebracht wurde. Dort wurde als Erinnerung ein Teil des Central Parks „Strawberry Fields“ benannt. Ein rundes Mosaik mit dem Schriftzug „Imagine“ ist nicht nur ein Denkmal für Lennon sondern auch für den Frieden.

Das hat Dich inspiriert.
Maître Sardou: Das hat mich nachhaltig beeindruckt und auf Ideen gebracht. So ein Denkmal für John Lennon und den Frieden in Köln, das wäre doch schön. In Prag gibt es beispielsweise eine John-Lennon-Mauer. Ich habe daraufhin den Rock- und Pop-Beauftragten des Kulturamts, Manfred Post, kontaktiert. Durch ihn erhielt ich Kontakt zum Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln-Liverpool. Alle fragen mich, was denn der Bezug zu Köln ist. Ich bin ja Friseur, und in meinem Salon habe ich auch Herrn und Frau Stockhausen die Haare geschnitten. Die erzählten mir einmal, dass John Lennon sie in Marienburg besucht habe. Stockhausen hat die Lennons musikalisch beeinflusst. Auf dem Plattencover zu „Sgt. Pepper“ ist auch Stockhausen mit dabei. Viele fragen warum. Das ist ein Bezug nach Köln. Und die Städtepartnerschaft Köln-Liverpool ist die erste Partnerschaft, die Köln nach dem Krieg aufgebaut hat (Anm. d. Red.: sie kam 1952 zustande). Auch da besteht ein Bezug. Der Verein fand die Idee eines Lennon- und Friedensdenkmals in Köln auch gut.

 


„Imagine-Circle“ als Denkmal für den Frieden

Dann entwickelten die Dinge sich relativ schnell…
Maître Sardou: Wir wollten das Denkmal gerne im Friedenspark errichten. Das liegt schon vom Namen her nahe. Da sind wir auf den Bezirksbürgermeister Andreas Hupke verwiesen worden. Er unterstützte unser Vorhaben direkt.

Welche Kosten sind dadurch der Stadt Köln entstanden, die ja gerade überall Finanzlöcher stopft?
Maître Sardou: Der Stadt sind gar keine Kosten entstanden! Andreas Hupke hat das Grünflächenamt kontaktiert. Die fanden die Idee ihrerseits auch gut und haben sich überlegt, dass ihre Azubis einen Imagine-Circle, gleich dem in New York pflastern könnten. Innerhalb ihrer Ausbildung. Die Steine dazu wurden sozusagen recycelt: Die waren im Straßenbau an anderer Stelle übriggeblieben.

Braucht denn die Südstadt ein Friedensdenkmal?
Maître Sardou: John Lennon war ein Friedensaktivist und großer Musiker. In New York ist der „Imagine-Circle“ zu einer Pilgerstätte geworden. Brautpaare pilgern dorthin, tauschen dort Liebesversprechen aus und lassen sich dort fotografieren. Das kann hier in Köln eine Begegnungsstätte für den Frieden werden. Wir planen an der Stelle ein Info-Schild und eine Tafel in verschiedenen Sprachen. Im Moment ist dort nichts, und viele wissen gar nicht, was das da eigentlich ist. Und eine Skulptur von John Lennon wäre auch schön.

Wie wollt ihr das organisieren und dann diese Kosten tragen?
Maître Sardou: Ich habe auch viele Gedenkkonzerte für John Lennon organisiert. Zum Beispiel in der Live Music Hall. Da sind auch viele namhafte Kölner Künstler aufgetreten. So etwas könnte wieder organisiert werden. Durch die Einnahmen könnte das finanziell realisiert werden. Über eine Ausschreibung könnten Künstler ihre Vorschläge für die Skulptur einreichen. Der Köln-Liverpool Städtepartnerschafts-Verein wird auch versuchen, Sponsoren zu finden. Lennons Witwe Yoko Ono unterstützt solche Projekte. Man könnte auch beim Beatles-Museum anfragen. Bevor sie nach Halle umgezogen sind, waren sie in der Heinsbergstraße in Köln beherbergt.

Gibt es noch viele John-Lennon-Fans? Auch junge?
Maître Sardou: Bei unseren Reisen habe ich schon neunjährige Fans kennengelernt. Es gibt ganz viele junge Fans. Gerade das finde ich so faszinierend. Aber die Azubis, die den Imagine-Circle im Friedenspark gepflastert haben, die kannten das Lied gar nicht. Bei der Eröffnung am 9. Oktober 2012 kam Wilfried Bode mit seiner Gitarre und ich hatte den Text zu „Imagine“ ausgedruckt und an alle verteilt. Da haben die Azubis auch mitgesungen. Der 9. Oktober ist ja der Geburtstag von John Lennon. An diesem Tag wollen wir jährlich seiner gedenken. Jeder bringt sein Instrument mit und singt.

Vielen Dank für das Gespräch.
 
Serge Willms – Maître Sardou ist Sänger und Frontmann der singenden Friseure „Blues Barbers“

 

Text: Aslı Güleryüz

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