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Kultur

Es geht voran

Mittwoch, 25. Mai 2016 | Text: Reinhard Lüke | Bild: Jens Pussel

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

In St. Severin ist die Zeit stehen geblieben. Jedenfalls sagt die Turmuhr auf der nördlichen Seite seit Wochen, es sei gerade 5 vor 7. Vermutlich doch wohl ein Kollateralschäden im Rahmen der aufwändigen Sanierungsarbeiten am Gotteshaus. Barbara Ellerbrock, von Beruf Architektin und ehrenamtliche Vorsitzende des Liegenschaftsausschussses der Gemeinde, schüttelt den Kopf. Die Uhr sei bei einem Sturm zu Schaden gekommen, mit den Bauarbeiten habe das definitiv nichts zu tun.
Man steht in kleiner Gruppe auf dem Außengerüst der Kirche und kann aus nächster Nähe bestaunen, was in den letzten Wochen auch von unten zu sehen war. Da turnten selbst bei widrigsten Wetterbedingungen Dachdecker in luftiger Höhe herum und nagelten Schieferplatte um Schieferplatte fest.

 

Die Arbeiten am Hauptschiff sind inzwischen auf beiden Seiten beendet, so dass nur noch die beiden Flankierungstürme auf der Rückseite der Kirche neu eingedenkt werden müssen. Und dann ist doch eigentlich fertig. Könnte man jedenfalls meinen, wenn man den Bau von außen betrachtet. Dem ist natürlich nicht so. Es bleibt noch reichlich zu tun. Außen müssen noch diverse Streben oder auch nur einzelne Steine restauriert oder ausgetauscht werden. Was bei solch einem historischen Gebäude, an dem auch in der Vergangeneheit  immer wieder mal herumgewerkelt wurde, kein einfaches Unterfangen ist.

 

Der Herr der Steine auf dem Gerüst heißt schlicht Schmidt, kann einem aber präzise erklären, um welche Gesteinsart es sich handelt, woher sie stammt und bei welchem Händler man sie beziehen kann. Überhaupt sind hier nicht irgendwelche Handwerker am Werk sondern Spezialisten ihres jeweiligen Fachs. Zudem stammen sie größtenteils aus dem Kölner Umland. Denn anders als bei öffentlichen Projekten brauchte die Kirchengemeinde als Bauherrin die Arbeiten mit einem Gesamtvolumen von immerhin 7,5 Millionen Euro nicht europaweit auszuschreiben.

 

 

Gut möglich, dass es auch daran liegt, dass man mit der Sanierung gut im Zeitplan liegt. Obwohl: Mit dem Weihnachtsfest, an dem die Kirche nach gut zwei Jahren Bauzeit eigentlich feierlich wiedereröffnet werden sollte, wird’s in diesem Jahr vermutlich nichts werden. Was u.a. mit den Ankern zu tun hat. Jawohl, lasse ich mir erklären, auch ein Kichenschiff hat Anker. Zumindest das von St. Severin. Denn dessen Mauern an der Süd- und Nordseite streben seit Jahrzehnten auseinander.

 

In den 1980er Jahren versuchte man, diesen Missstand durch den Einbau von Zugankern zu beheben. Dabei handelt es sich schlicht um Stahlstangen, die quer durch das Kirchenschiff verlaufen und an beiden Enden außen am Gemäuer befestigt sind. Als die Arbeiter nun die Strebebögen freilegten, die diese Befestigungen verdecken, stellten sie fest, dass sich der Stahl  bereits nach wenigen Jahrzehnten in äußerst bedenklichem Zustand befand und erneuert werden musste. Solch unangenehme Überraschungen sind bei Arbeiten an historischen Gebäuden keine Seltenheit. Aber Ostern kommenden Jahres, da ist sich Barbara Ellerbrock ziemlich sicher, sollte es mit der Wiedereröffnung klappen. Die paar Monate sind bei solch einem Bauprojekt nun wirklich nicht der Rede wert. Da sind wir in Köln ja ganz andere Dimensionen gewohnt.

Die Verzögerung hat aber auch den -zugegeben gänzlich profanen- Vorteil, dass man sich noch länger a dem Wunderwerk der Gerüstbau-Kunst erfreuen kann, das das Innere von St. Severin derzeit nahezu komplett ausfüllt. Wenn man von oben unter dem Kirchendach auf dieses verwirrende aber akribisch kalkulierte Geflecht aus Rohren und Verstrebungen blickt, hat das Ganze schon fast etwas von einem erhabenen Kunstwerk. Von mir aus könnte das gern so stehen bleiben. Was aber kaum passieren wird, da es die traditionelle Nutzung des Kichenraums doch etwas einschränken würde. (Das zweckdienliche Artefakt ist, wenn auch nicht in vollem Umfang, natürlich auch von der Kerzenkapelle hinter dem Haupteingang zu bestaunen.) Mein bis dato nicht sonderlich ausgeprägter Respekt vor dem Beruf des Gerüstbauers ist jedenfalls immens gestiegen. Und letztlich werden die Jungs auch dazu beitragen, die stehende Turmuhr wieder ans Laufen zu bringen. Die Reparatur muss nämlich von außen erfolgen. Was deutlich vor der Wiedereröffnung geschehen soll. Das nötige Rüstzeug ist ja massenhaft da.  
 

 

Schauen Sie auch die Bildergalerie an: „Unter den Dächern von St. Severin“ mit Fotos von Jens Pussel.

 

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Nicht gegen die Geschichte ansanieren„, Reportage von Stefan Rahmann

 

Text: Reinhard Lüke

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