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Lükes Liebes Leben

Fachkräftemangel bei Nikoläusen

Montag, 5. Dezember 2022 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Das mit der umstrittenen Fußball-WM hat sich ja nun erledigt. Hansis Buben sind raus. Gut gelaufen für alle Wirte, die schon im Vorfeld angekündigt hatten, aus Protest gegen Katar und FIFA auf Übertragungen der Spiele zu verzichten.

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In den Kneipen, wo in der Hoffnung auf ordentliche Umsätze dennoch auf Großfernsehern der Ball rollt, wird es auch kein Gedränge mehr geben. Wer sich ohne nationale Emotionen für Fußball interessiert, zwängt sich vor einer Partie nicht in ein Fan-Leibchen und ist ohnehin eher kein Rudelgucker. Und von lärmenden Auto-Korsi bleiben wir diesmal komplett verschont. Die Deutschland-Fähnchen bleiben im Schrank und Türken und Italiener haben ohnehin nix zu feiern, da sie die WM schon in der Quali boykottiert haben.

Es hört nicht auf

Letztens musste ich mal zur Post. Kommt bei mir nicht so häufig vor. Aber ich hatte da zwei Briefe, die mir für Standardporto doch etwas zu schwer erschienen. Da das Postamt am Chlodwigplatz seit geraumer Zeit geschlossen vor sich hin rottet -wobei es all die Jahre davor auch nicht besser aussah-, bin ich also zu Zigarren Günther in der Merowingerstraße. Der hat bekanntlich nicht nur Raucherwaren sondern zudem das beste Zeitungssortiment der Südstadt. Man kann da auch Lottoscheine abgeben (weshalb er im Veedel nur Glücks-Günther heißt) und sogar Briefe und Pakete wird man dort los. An einem vernieselten Nachmittag hatte ich da eigentlich keinen sonderlichen Kundenandrang erwartet, aber in der Schlange vor der Tür standen dann doch locker 20 Leute vor mir. Fast alle mit stattlichen Paketen unterm Arm. Wollten die womöglich schon Nettigkeiten zu Nikolaus verschicken? Kaum. Auf den meisten Kartons prangten die Logos unserer Netz-Händler von Amazon bis Zalando. Vermutlich also alles Rücksendungen wegen passt nicht, sieht doof aus oder was weiß ich. Ich hatte ja die Illusion, dass dieser Online-Schwachsinn mit Rücknahme der Corona-Restriktionen wieder abflauen würde. Wir leben in der Südstadt schließlich nicht auf dem Land. Aber der Trend ist scheinbar ungebrochen. Und der Weihnachtsrummel kommt erst noch.

Wo ist Knecht Ruprecht hin?

Vergangenen Freitag verließ gegen 10 Uhr 45 der Heilige Nikolaus die KITA An der Eiche. Nicht so eine Coca-Cola-Santa-Claus-Billig-Version im roten Bademantel sondern ein stattlicher Herr im imposanten Bischofsornat. Wenn mich nicht alles täuscht, hatte sich da Severins-Pfarrer Johannes Quirl stilvoll verkleidet. Aber warum fand der Besuch schon am 2. Dezember statt? Bei Martinsumzügen hat man sich ja daran gewöhnt, dass sie eine Woche lang durch die Stadt ziehen. Aber für die braucht man ja nicht nur einen Martin sondern auch Musik und im besten Fall noch einen Gaul. Zudem wäre der eigentliche Geburtstag des Heiligen am 11.11. in Köln auch kein so guter Tag für einen Umzug mit Kindern. Dass beim Nikolaus jetzt auch schon Fachkräftemangel herrscht und der bereits eine Woche früher unterwegs ist, war mir allerdings neu. Und für Knecht Ruprecht gibt’s es offenbar gar keine Leute mehr. Oder hat man den finstren Begleiter des gütiges Bischofs inzwischen abgeschafft? Der Schonung der zarten Kinderseelen wegen?

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Ich erinnere mich zumindest, dass ich vor dem Typ bei den dörflichen Nikolausfeiern wirklich Angst hatte. Nicht nur, dass der komplett schwarz Verhüllte ständig mit seiner Rute rumfuchtelte und man in der ersten Reihe durchaus mal ein paar Hiebe abbekam. Überdies hatte man uns erklärt, dass der Mann auch schon mal Kinder mitnehme, die das Jahr über nicht brav gewesen waren. Und wie zum Beleg trug unser Ruprecht einen Rucksack, aus dem zwei Beine baumelten. Die sahen zwar nicht besonders echt aus, aber gegruselt hat es mich trotzdem.

Ich soll ich sein

In Anbetracht der eher betrüblichen Weltlage wimmelt es vor Weihnachten wieder an allerlei Angeboten in Sachen Lebenshilfe fürs Gemüt. Im Radio gab´s letztens eine Ratgeber-Sendung, die mit „Sei du selbst!“ betitelt war und wenige Tage später entdeckte ich denselben Spruch in einem dieser Ständer mit vermeintlich sinnigen Postkarten. Nun ist das mit dem Selbst ja eine ziemlich komplizierte Sache. Ist ja eher ein fortlaufender Prozess als ein Ding, das man sich allein basteln und anschließend ins Regal stellen könnte. Vermutlich meinen die Verkünder solcher Phrasen schlicht, dass man nicht allzu fremdbestimmt rumlaufen soll. Was aber Kinderschänder, Schwerstkriminelle und Nazis nicht sonderlich ins Grübeln bringen dürfte. Nicht ausgeschlossen, dass bei ihnen auch so eine „Sei du selbst!“-Karte am Kühlschrank pappt.

Text: Reinhard Lüke

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