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Lükes Liebes Leben

Fickel macht das

Montag, 19. Oktober 2020 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Eigentlich war ich ja gewillt, noch eine Herbstwoche im Ausland zu verbringen. Neapel, Paris, Prag oder sowas. Vielleicht auch ein Wandertrip in irgendeinem deutschen Mittelgebirge. Alles zu riskant. Man möchte ja nicht nach der Rückkehr in Quarantäne müssen oder vor Ort feststellen, dass man die gebuchte Ferienwohnung wegen eines Beherbergungsgverbotes doch nicht beziehen darf. So bin ich denn für ein paar Tage nach langer Zeit mal wieder in mein westfälisches Heimatdorf in der Nähe von Paderborn gefahren.

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Und bei einer Tasse Kaffee erzählte meine Schwägerin, dass sie wohl mal Fickel anrufen müsse, da mit ihrer Wasserleitung irgendwas nicht in Ordnung sei. Fickel, was in der Gegend soviel wie Ferkel meint, ist der Installateur im Dorf. Fickel heißt aber natürlich nicht wirklich Fickel sondern Michael Weber. Doch auf dem Land heißt ja kaum einer wie er heißt. In meinem persönlichen Bekanntenkreis in Köln wird allenfalls mal der Ulrich zum Uli oder die Beate zur Bea, aber dass da wirklich einer einen sogenannten Spitznamen hätte, wüsste ich nicht. Doch im Dorf wohnt neben meinem Elternhaus der Peff. Womöglich auch Päff. In die Schriftsprache sind diese Namen nie eingegangen. Jedenfalls wohnt er da zur Miete in einem Haus, das Kiebitz gehört, der zwei Mal täglich vorfährt, um seine Tauben zu füttern, die er auf dem Dachboden hält. Tiernamen scheinen irgendwie gängig zu sein. Jedenfalls kenne ich noch einen Mann namens Erpel und natürlich Hummel, die Fußball-Legende von Rot Weiß Alfen. Dessen Tochter hieß (und heißt wahrscheinlich immer noch) entsprechend immer nur Hummelinchen.

Hummel und Koppschuss gehen einen trinken

Nun gut, bei Koppschuss, der eine Narbe mitten auf der Stirn hatte, ließ sich die Herkunft seines Spitznamens noch halbwegs nachvollziehen und bei Spinner mag es sich um einen Mann mit unkonventionellen Ansichten gehandelt haben, aber wie Zippel und Funk-Dora an ihre Namen gekommen sind, weiß kein Mensch mehr. Und in der Regel können die Betreffenden selbst nicht mehr sagen. Sie werden einfach selbstverständlich benutzt. Selbst wenn sie den Trägern nur bedingt zur Ehre gereichen. Im Laufe meiner Anwesenheit im Westfalenland erfuhr ich denn auch, dass Graf Porno nicht mehr unter den Lebenden weilt. Graf Porno?

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Als meine Schwägerin meinen fragenden Blick bemerkte, setzte sie hinzu, der sei doch mal Schützenkönig gewesen. Stimmt. Da war mal ein ewiger Junggeselle im Dorf, der auf diesen Namen hörte. Wie er zu dem gekommen war, weiß ich nicht. Von adliger Herkunft war er zumindest nicht. Womöglich hatte ihn mal wer beim Verlassen eines Strip-Clubs gesehen, aber vielleicht hatte er auch nur den Playboy abonniert. Jedenfalls wurde er wie selbstverständlich so genannt. Wenn einer gefragt hätte, wer denn gestern alles so in der Dorfkneipe (die es längst nicht mehr gibt) gewesen sei, hätte womöglich eine Aufzählung bekommen, in der neben Erpel, Zippel, Kiebitz, Koppschuss, Spinner, Peff/Päff und Hummel auch Graf Porno vorgekommen wäre. Installateur Fickel soll in jungen Jahren übrigens mal ein Auge auf Schnitzel geworfen haben. Aus der an sich nahe liegenden Verbindung ist dann aber doch nichts geworden.

Text: Reinhard Lüke

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Kommentare

  • Michael sagt:

    Was möchte uns dieser Artikel sagen?

  • Redaktion sagt:

    Vielleicht helfen die anderen Artikel der Kolumne ”Lükes liebes Leben“ um das herauszufinden: https://www.meinesuedstadt.de/kolumne/luekes-liebes-leben/ Liebe Grüße…

  • Michael sagt:

    Liebe Redaktion!

    Ich bin reger Leser der Kolumne,fühle mich auch oft genug angesprochen,erkenne mich sogar des öfteren wieder und nicht zuletzt zaubert mir mancher Artikel auch ein Lächeln ins Gesicht! Dafür ein großes Danke! Auch für den erfrischend lockeren Stil der Kolumne! Chapeau! Doch bei diesem Artikel geht es mir wie weiland Faust“da steh ich nun ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor“. Auch ihr Verweis auf die anderen Artikel der Kolumne sind nicht wirklich hilfreich,da sich meine Frage auf diesen speziellen Artikel bezieht. Sollte die Redaktion auch nicht wissen was uns der Kolumnen Schreiber sagen möchte? Sollte am Ende gar nur Papier schnöde beschrieben worden sein? Ohne jeglichen Grund?Und so warte ich immer noch hoffnungsvoll auf Antwort! Mit den allerfreundlichsten Grüßen Michael Mühlan

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