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Lükes Liebes Leben

Maskierter Mann im Wald  

Montag, 4. Mai 2020 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Stehe ich neulich im Gespräch mit einem Bekannten auf der Severinstraße, kommt ein nicht ganz nüchterner Mann mittleren Alters daher. In seinen nicht ganz flüssigen Bewegungen touchiert er einen PKW, vor dem wir unser Schwätzchen halten. „Tschuldigung, war kurz eingeschlafen“, erklärt der Wankende, offenbar im Glauben, es bei uns mit den Haltern des Gefährts zu tun zu haben. Sollte das ein Witz sein? Offensichtlich nicht. Der Passant verzieht keine Miene. Womöglich hat er sich in seiner unsteten Rastlosigkeit einfach irgendwann antrainiert, im Gehen ein Nickerchen zu halten. Das Besondere an diesen kleinen Begebenheit: Sie hat nix mit Corona zu tun. Wofür man ja in diesen Tagen überaus dankbar ist.

Duftbäumchen schützen

Schließlich haben wir ja nun auch seit einer Woche Maultaschenpflicht. Auch wenn die Virologen sich über den Nutzen dieser Lappen nach wie vor uneins sind, hat man sich darauf geeinigt, dass sie zumindest keinen relevanten Schaden anrichten können. Also gilt jetzt das Vermummungsgebot. In Geschäften und im Nahverkehr. Aber wenn sie sich schon mal so ein Teil zugelegt haben, womöglich selbst genäht oder geklöppelt, scheinen viele meiner Mitmenschen der Meinung zu sein, dass sich so ein Aufwand auch rechnen muss. Ergo sind sie ganztägig damit unterwegs. Während bei manchen das Utensil nur einen Bruchteil des Gesichtes bedeckt, haben andere es so hoch gezogen, dass sie kaum noch etwas sehen können.

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Jetzt könnte man denken: „Wer will mir denn über das Chlodwig Eck noch was erzählen?“ Tatsächlich verbindet wohl fast jeder Südstädter seine…

Jawoll, ist Maskenpflicht! Gehe ich mit nacktem Gesicht am Rheinufer spazieren, ernte ich zunehmend vorwurfsvolle Blicke. Und sollte ich mich dann gar zu husten trauen, würde vermutlich das Ordnungsamt alarmiert. Ich habe schon Menschen gesehen, die maskiert allein im Auto unterwegs waren. Wollen die ihr Duftbäumchen vor Corona schützen, oder was? Neulich kam mir auf einem enorm breiten Waldweg ein einzelner Mann entgegen, der zu seiner zünftigen Wanderkleidung nicht nur eine weiße Maske sondern auch noch hellblaue Einweghandschuhe trug. Ich wette, es gibt Menschen, die die Dinger auch nachts nicht ablegen.

Willkommenskultur bei Aldi

Derweil pflegen unsere Supermärkte in der Südstadt ja einen höchst unterschiedlichen Umgang mit den aktuellen Restriktionen. Während man bei REWE die Wägelchen desinfiziert, liegen bei Aldi auf der Severinstraße lediglich Gummihandschuhe aus. Dafür hat man am Eingang Menschen positioniert, die darauf achten, dass der Laden nicht zu voll wird. Einer dieser Helfer ist in seiner Freundlichkeit allerdings einen Zacken drüber. Zunächst begrüßt er mich beim Eintritt mit einem überschwänglichen „Herzlich willkommen!“, als hätte ich dort einen mehrtägigen Wellness-Urlaub oder Meditations-Workshop gebucht, und beim Verlassen des Ladens wünscht er „Einen schönen Tag noch“ und das inzwischen übliche „Bleiben Sie gesund“. Dabei weiß ich doch selbst nicht, ob ich gesund bin. Aber so läuft das derzeit: Wer nicht mit Corona infiziert ist, wird kurzerhand für gesund erklärt. Und wenn der Impfstoff da ist, werden wir alle wieder unsterblich.

Rattenfänger gegen Corona

Wie alle Krisen hat auch diese neben vielen Verlierern auch Gewinner. So geben beispielsweise die dauerlächelnden Präsentatorinnen der Teleshopping-Kanäle ihr Treiben jetzt dreist als aktiven Beitrag zur Volksgesundheit aus, da sie es ihren vorwiegend betagten Stammkunden ja so viel leichter machen, als Risikogruppe daheim zu bleiben. Und dann war da am Samstag im Kölner Stadtanzeiger eine dilettantisch gestaltete, ganzseitige Anzeige einer Kölner Reinigungsfirma namens Coroclean, die versprach: „Wir beseitigen den COVID-19 Virus!“ Nicht weltweit, aber doch in den eigenen vier Wänden.

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In der aktuellen Aktionswoche zum Schnäppchenpreis von 9,90 Euro pro Quadratmeter. Dazu noch weitere unsinnige Versprechungen: „Sie sind Risikopatient? Wir lassen Sie nicht im Stich!“ oder „Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen!“ (Ohne Ausrufezeichen geht bei denen nix!) Ob sich da eine bereits existierende Firma für Gebäudereinigung (Büros einfach feucht durchwischen gehört auch zum Angebot von Coroclean.) umbenannt hat oder es sich um eine Neugründung handelt, hab ich jetzt nicht ermittelt, ist aber auch wurscht. Jedenfalls müsste diese Anzeige eigentlich etwas für den Werberat sein. Und ich möchte nicht wissen, wie viele besorgte bis panische Senioren sich von diesen Typen in den kommenden Tagen sicherheitshalber die Bude desinfizieren lassen. Bei dem maskierten Mann aus dem Wald – wir sprachen eben darüber – waren sie vermutlich schon.

Paddeln auf dem Canale Grande

Es mutet so vieles absurd an in diesen Tagen. Das (bis vor kurzem) prächtige Wetter, das einen verlockt, sich auf Reisen zu begeben. Die Lage auf den Fernstraßen ist entspannt, Benzin gibt’s zu Dumpingpreisen und durch all die prachtvollen Städte wie Venedig, Rom, Paris oder Barcelona könnte man ohne das übliche Gedränge nach Herzenslust flanieren. Auf dem plötzlich knatschblauen Canale Grande eine Paddeltour machen oder mit Skatern über den Petersplatz sausen. Wenn ich hin und wieder durch die einschlägigen Webcams dieser touristischen Hotspots klicke, sind diese Orte derzeit von einer bizarren Ruhe und Schönheit. Das müsste eigentlich die Zeit der Photographen sein und vermutlich werden wir im Herbst von einer Fülle von Bildbänden überschwemmt, die uns Städte zeigen, wie wir sie zuvor noch nie gesehen haben. Als Treppenwitz zum ruhenden Verkehr haben die Behörden jetzt nach nur 14 Jahren Bauzeit grünes Licht für die Eröffnung des BER gegeben. Theoretisch könnte da nun also gestartet und gelandet werden. Praktisch eher nicht, da zahlreiche Airlines das Areal zur Zeit als Parkplatz für ihre Flieger nutzen. Sollte der Flughafen demnächst doch in Betrieb gehen, wäre das für Köln nicht von Vorteil. Schließlich konnten wir mit unseren grotesken Baupannen von U-Bahn über Oper bis Kalker Tunnel in der Vergangenheit doch immer noch süffisant auf die unfähigen Trottel in Berlin verweisen. Ist jetzt auch vorbei.

Text: Reinhard Lüke

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