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Lükes Liebes Leben

Jeff Bridges bei Aldi

Montag, 30. Juli 2018 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Es gibt Bilder, die einem im Alltag unvermittelt begegnen und die man einfach nicht mehr los wird. Weil sie so anrührend, einmalig oder einfach nur absurd anmuten. Wie vor Jahren die Begegnung mit dem Typ, der mit seinem angeleinten Hund aus einem Sexshop kam, wobei der Vierbeiner eine imposante Erektion zur Schau stellte. Letztens bot sich mir wundervolles nächtliches Stillleben. Zu vorgerückter Stunde, es war so gegen drei Uhr, war ich auf dem Heimweg von einer Party und ging die Merowingerstraße lang. Mit dem Nachtleben in der Südstadt ist es um diese Uhrzeit ja auch am Wochenende nicht weit her. Sämtliche Lokalitäten hatten bereits geschlossen und die Lichter gelöscht. Nur das Schaufenster von Funkmietwagen Süd war noch hell erleuchtet. Ich fand diese schlichte Örtlichkeit schon immer faszinierend. Wintertags sieht man da häufig hinter Scheiben, an denen sich innen Kondenswassertränen bilden, einen kleinen, radikal zweckmäßig eingerichteten, verrauchten Raum, in dem Mitarbeiter auf Aufträge warten.

Richter Hold auf der Merowinger

In der lauen Sommernacht war die Tür nun geöffnet und drei Männer blickten auf einen Fernseher, der knapp unterhalb der Zimmerdecke angebracht ist. Warterei ist zermürbend, und da unter Taxifahrern Leser offenbar die Ausnahme sind, schaut man sich halt gemeinsam einen unterhaltsamen Film auf DVD oder sonstwie an. Macht Sinn. Aber da flimmerte in dieser Nacht kein Film über den Bildschirn sondern eine Folge von „Richter Alexander Hold“.

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Jene gescriptete Billig-Produktion, mit der Sat 1 ab 2001 nachmittags zwölf Jahre lang Zuschauer, die über Tagesfreizeit verfügten, zu ködern versuchte. Und derzeit werden die hanebüchenen Episoden offenbar nächtens in Endlosschleife wiederholt. Vielleicht kann ich das Erhabene dieser Szene in Worten nicht vermitteln, aber drei erwachsene Männer, die am Wochenende mitten in der Nacht wortlos Richter Hold gucken – für mich ein wunderbar stimmiges Bild von friedvoller Tristesse am Arbeitsplatz.

Paybääk? Punktää?

Es gibt ja immer noch Menschen, die von Payback-Karten gar nicht genug bekommen, weil sie nach wie vor überzeugt sind, die jeweiligen Unternehmen möchten ihnen was schenken. Das System existiert inzwischen seit 18 Jahren, aber damals hieß mein REWE an der Severinstraße ja noch Stüssgen. Aber ich erinnere mich noch an die Einführung der Plastikkärtchen. Vor dem Bezahlen wurde man höflich gefragt: „Haben Sie eine Payback-Karte?“ „Nein“. „Möchten Sie eine Payback-Karte?“ „Nein.“ Weil es aber zu Beginn noch viele Kunden gab, die die erste Frage mit einer Gegenfrage („Wat is dat denn?“) beantworteten, folgten noch wortreiche Erklärungen hinsichtlich dieser segensreichen Erfindung. Was die Einkäufe bei REWE vorübergehend unersprießlich machte. Der Erklärungsbedarf ist heute weitgehend komplett verschwunden. Überhaupt wurden die Dialoge an der Kasse über die Jahre erfreulich knapper. Erst fiel die „Karte“ weg. „Haben Sie Payback?“ „Möchten Sie Payback?“. Dann war irgendwann die zweite Frage komplett gestrichen. Womöglich hatte man sich bei der Geschäftsleitung gedacht, dass, wer bis dahin noch immer keine Payback-Karte hatte, vermutlich auch keine wollte. Vielleicht hatte man aber auch ein wenig Mitleid mit den bedauernswerten Kassiererinnen, die im 3-Minutentakt Verbraucherbefragungen durchführen mussten.

Topfit am Rollator

Dabei ist die Frage nach dem Besitz einer solchen Karte allerdings bis heute geblieben, hat sich allerdings auf einen Ein-Wort-Satz reduziert: „Payback?“. Wobei meine Lieblingskassiererin die zweite Silbe in ihrer Tonlage dermaßen nach oben zieht, dass es schon fast wie eine gebellte Drohung klingt. Letztens gab ich auf Frage wie seit Jahren wieder mein „nein“ von mir und dachte, damit wäre unsere nette Plauderei auch beendet. Doch dann kam von der Dame überraschend noch ein kompletter Satz: „Sammeln Sie Treuepunkte?“ Und fast wäre mir die Frage rausgerutscht, was denn das nun schon wieder sein sollte. Brachte aber dann doch gerade rechtzeitig noch ein „Nein!“ hervor. Beim Einpacken meiner Waren sah ich dann noch, wie der Kundin, die nach mir dran war, ein Papierstreifen mit drei rosa Punkten ausgehändigt wurde. Aber weil mich Konsum in all seinen Facetten interessiert, hab´ ich mich im Netz schlau gemacht. Demnach gibt’s pro fünf Euro Einkaufswert einen Treuepunkt und wer 30 zusammen hat, bekommt eine Plastikbox von Tupperware. Keineswegs für umme sondern lediglich um rund 30 Prozent billiger. Die Aktion läuft noch bis zum 13. Oktober. Bin gespannt, ab wann es an der Kasse neben „Paybääck?“ auch nur noch „Punktää?“ heißt.

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Bei Aldi ist´s vergleichsweise entspannt. Weder Payback noch Treuepunkte. Dafür in dieser Woche aber hilfreiche Utensilien für uns Ältere. So etwa einen Rollator mit Feststellbremse und Gehstockhalterung. Nicht der Rede wert. Toll sind allerdings die beiden Menschen, die auf der Rückseite des aktuellen Prospektes das Vehikel bewerben sollen. Beide vom Typus Best Ager. Er mit längerem, neckisch zum Zopf gebundenen, grauem Haupthaar und Vollbart, bekleidet mit offenem Hemd und Bluejeans. Irgendwie eine Mischung aus Jeff Bridges und Kris Kristofferson. Sie mit offenem, ebenfalls grauem Haar in lässiger Bluse und Chinos. Während er den Rollator im Griff hat und ihr scheinbar etwas Neckisches ins Ohr flüstert, strahlt sie irgendwo ins Weite. Pures Liebesglück im Alter. Werte Werbefachleute: Natürlich möchte in solchen Prospekten niemand wirklich alte und gebrechliche Menschen sehen. Aber wenn ihr für den Verkauf von Gehhilfen schon körperlich topfitte Menschen engagiert, dann nehmt nicht irgendwelche Models aus dem Katalog sondern Schauspieler, die in der Lage sind, vor einer Kamera wenigstens so zu tun, als bräuchten sie einen Rollator. Muss ja nicht gleich Jeff Bridges sein.

Özil fehlt

Kurze Frage zum Schluss. Was ist eigentlich mit Özil? Ist mir da was entgangen oder wurde der Fall in unserer so rührigen facebook-Gruppe wirklich noch nicht verhandelt? Kann das sein!? Überall schon alles zu gesagt und geschrieben? Natürlich richtig. Aber dieser Umstand hindert die Mitglieder doch sonst nicht, so meinungsfreudig wie ausdauernd ihre Sicht der Dinge darzulegen. Was ist da los?

Text: Reinhard Lüke

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